Mit ihrem sturen Festahlten an der bisherigen Einnahmeverteilung gefährden die Top-Teams die Attraktivität der Formel 1.

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

In Texas erlebt die Formel 1 seit 2012 einen regelrechten Boom. 100.000 Zuschauer am Rennwochenende, zahlreiche Events und prächtige Stimmung.

Auch nach der diesjährigen Austragung des USA-GP können sich die Veranstalter zufrieden auf die Schultern klopfen.

Deren Gemütslage steht jedoch im krassen Gegensatz zu den Befindlichkeiten derjenigen, die das ganze Jahr über in und mit der Formel 1 zu tun haben.

Denn dem Rennzirkus droht mehr denn je eine Zerreißprobe, das Zerwürfnis zwischen reichen und armen Teams wird immer gravierender.

Es hätte nicht viel gefehlt, und das Teilnehmerfeld wäre nicht nur um die vier Autos der beiden bankrotten Teams Caterham und Marussia geschrumpft, sondern auch um sechs weitere Fahrzeuge.

Denn auch Lotus, Sauber und Force India steht das Wasser auch bis zum Hals. Vertreter aller drei Teams kamen in Austin zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Auf einen Boykott des texanischen Spektakels verzichteten sie schließlich.

Es kann aber davon ausgegangen werden, dass sie sich auch einen Streik beim kommenden Rennen in Sao Paulo schon am nächsten Wochenende vorbehalten, sollten die reichen Teams, wie Ferrari, Red Bull und Mercedes, ihnen nicht entegegen kommen.

Dass sie damit auch einen Bruch der Verträge mit den Promotern der Rennserie in Kauf nehmen würden, zeigt ihre verzweifelte Lage und sollte endlich zu einem Umdenken führen, bei Chefvermarkter Bernie Ecclestone genauso wie bei den reicheren Teams.

Der Verteilungsschlüssel der Einnahmen im hohen dreistelligen Millionenbereich muss gerechter verteilt, die Kosten für die Teams müssen gedeckelt werden.

Nur so kann der immer größer werdenden Diskrepanz zwischen arm und reich entgegengewirkt werden.

Erfolg soll sich auch in der Formel 1 weiterhin lohnen, Grand-Prix-Siege sollen entsprechend höher bezahlt werden als Platzierungen im hinteren Feld. Aber auch die müssen so vergütet werden, dass neben den Fixkosten auch noch Spielraum für kontinuierliche Entwicklung bleibt.

Die Entscheidungsträger haben nicht mehr viel Zeit, die Situation zu retten. Das kommende Grand-Prix-Wochenende steht kurz bevor.

Spätestens wenn in Sao Paulo nur noch zwölf Autos im Kreis fahren, sollte auch den letzten Bewahrern der bisherigen Verhältnisse klar sein, dass sie damit der Formel 1 und letztlich auch sich selbst schaden.

Für ein Dutzend Fahrzeuge lassen sich dann nicht einmal mehr die Texaner an die Strecke locken.

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