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Lewis Hamilton (r.) führt die WM-Wertung vor Nico Rosberg (l.) an

Sao Paulo - Das WM-Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg geht in die nächste Runde. Vor dem Rennen gibt sich Rosberg angriffslustig.

Lewis Hamilton droht ein wahres Horror-Szenario, Nico Rosberg hofft auf das wohl größte WM-Märchen der Formel-1-Geschichte: Zwei Rennen vor Saisonende spitzt sich das Titelduell zwischen den beiden Mercedes-Rivalen immer mehr zu.

Beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo muss Rosberg angesichts seiner 24 Punkte Rückstand auf Hamilton unbedingt zurückschlagen: "Ich gebe niemals auf."

Rosberg braucht ein Wunder

Doch Rosberg weiß nur zu gut: Er braucht ein kleines Wunder.

Noch nie in der Geschichte der Königsklasse hat ein Pilot mit zehn Saisonsiegen den Titel in derselben Saison verloren. Noch nie wurde ein Fahrer, der fünf Rennen in Serie gewonnen hat, am Ende nicht Weltmeister. Und Hamilton will bestimmt nicht der erste sein, dem das passiert

"Das wäre etwas surreal", sagte Hamilton. Natürlich hat der 29-Jährige alles in den eigenen Händen und das Momentum auf seiner Seite. Doch es ist durchaus nicht unrealistisch, dass er nach dem Showdown in Abu Dhabi (23. November) im Tal der Tränen versinkt und Rosberg jubeln darf.

Abu Dhabi kann "Saison überschatten"

Schließlich werden in dem Wüstenstaat in diesem Jahr erstmals doppelte Punkte vergeben, dann gibt es für einen Sieg 50 statt 25 Zähler.

Selbst bei einem Ausfall in Interlagos von Rosberg und einem gleichzeitigen Sieg Hamiltons könnte Rosberg 32 Jahre nach seinem Vater Keke also am Ende noch Weltmeister werden.

"Die doppelten Punkte könnten die Saison überschatten", sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Interlagos fehlt in Hamiltons Sammlung

Und deshalb will sich Hamilton von seiner Siegesserie nicht blenden lassen und einfach so weitermachen, wie er in den USA aufgehört hatte: Gewinnen.

"Interlagos fehlt mir noch in meiner Sammlung, also will ich das endlich nachholen", sagte Hamilton, der zwar in Brasilien den größten Triumph seiner Karriere feierte, im Land seines Idols Ayrton Senna aber noch nie gewinnen konnte. Genau wie Rosberg.

Doch im Gegensatz zu seinem Silberpfeil-Rivalen weiß Hamilton, wie man einen Titel holt.

Erinnerung an Massa

In Sao Paulo krönte er sich 2008 in einem dramatischen Rennen mit einem Überholmanöver erst in der letzten Runde zum damals jüngsten Weltmeister der Geschichte und schnappte Felipe Massa den schon sicher geglaubten Titel noch weg.

Diesmal soll ihn nicht das gleiche Schicksal ereilen wie damals Massa.

"Ich habe in den vergangenen Jahren genügend Erfahrung gesammelt, um zu wissen, dass ich die letzten beiden Grand Prix auf eine ruhige und abgeklärte Weise anpacken muss", sagte er: "Ich werde nichts anders machen als bei den letzten paar Rennen, denn das scheint sich zu bewähren."

Hamilton in der Form seines Lebens

Und wie, Hamilton fährt in der Form seines Lebens. Das hat nicht nur sein Sieg in Austin gezeigt, als er Rosberg einmal mehr keine Chance ließ.

Und so schrieb die "Daily Mail": "Die Mathematiker sagen, der Wettbewerb ist alles andere als vorbei, aber die Psychologen sagen, er sei es sehr wohl."

Allem und allen zum Trotz hofft Rosberg weiter auf sein Märchen: "Es wird schwieriger, aber ich habe noch immer eine Chance auf den WM-Titel. Alles ist möglich.

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