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Nico Rosberg liegt momentan auf Platz 2 in der Fahrerwertung

München und Sao Paulo - Nico Rosberg setzt vor dem Brasilien-GP auf das Wetter und den Triumph des DFB-Teams. Ein Ex-Weltmeister kritisiert Rosberg.

Nico Rosberg greift nach jedem Strohhalm. Die Ausgangslage im WM-Kampf mit Lewis Hamilton ist vor den letzten beiden Formel-1-Rennen denkbar schlecht.

Dennoch ist der Deutsche vor dem Großen Preis von Brasilien (ab Fr., 13 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) zuversichtlich, Hamilton noch abzufangen.

Bei 24 Punkten Rückstand ist Rosberg aber auf Schützenhilfe angewiesen. Angesichts der drückenden Überlegenheit von Mercedes ist das jedoch nicht sehr wahrscheinlich.

"Wird schwer, Lewis zu stoppen"

"Nico muss jetzt in Sao Paulo unbedingt zurückschlagen, das ist wohl seine letzte Chance. Wenn wir davon ausgehen, dass beide Autos ohne technischen Defekt über die Runden kommen, wird es allerdings sehr schwer, Lewis noch zu stoppen", sagte Aufsichtsratschef Niki Lauda nach dem Rennen in Italien.

Allerdings hat Hamilton noch nie in Interlagos gewonnen, und Rosberg könnte noch eine zweite Sache in die Karten spielen.

Für das komplette Rennwochenende ist Niederschlag vorhergesagt. Eine Regenlotterie könnte Rosbergs Chance auf den Titel drastisch erhöhen. Denn das Ausfall-Risiko bei Hamilton würde deutlich steigen und der Vorsprung von Mercedes gegenüber den Konkurrenten schrumpfen.

Regen hellt Rosbergs Miene auf

Rosbergs Blick ging nach dem Verlassen des Flugzeugs daher auch als erstes in den Himmel.

Der strömende Regen, den er da sah, hellte seine Miene sofort merklich auf.

"Das ganze Wochenende Regen - das ist nur gut. Denn das erhöht meine Chancen. Daher bin ich sehr guter Dinge und freue mich drauf", sagte Rosberg.

Villeneuve schießt gegen Rosberg

Der WM-Zweite muss nun sowieso alles auf eine Karte setzen, fordern die Experten. "Hamilton ist in den entscheidenden Momenten einfach aggressiver", sagte Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve in der "Sport Bild".

Ex-Fahrer David Coulthard teilt die Meinung des Kanadiers: "Er ist viel besser, als ich es je war. Aber was er noch nicht bewiesen hat, ist die notwendige Härte im Zweikampf. Das muss er in den letzten Saisonrennen dringend ändern."

Auch Rosberg zeigte sich zuletzt selbstkritisch. Hamilton habe zuletzt einfach "bessere Rennen abgeliefert" und er selbst dadurch mehr Fehler als sonst gemacht. "Wenn er besser fährt, muss ich auch wieder eine Schippe drauflegen. Da kommt man dann schnell in Bereiche, in denen die Luft sehr, sehr dünn ist und man schnell über dem Limit ist."

Form spricht für Hamilton

Ein erneuter Sieg für Hamilton würde die WM-Chancen Rosbergs auf ein Minimum reduzieren. Doch die Form spricht klar für den Engländer.

Der Weltmeister von 2008 gewann die letzten fünf Rennen in Folge und macht einen extrem fokussierten Eindruck. Selbst eine klare Niederlage im Qualifying in Austin bringt ihn derzeit nicht aus der Ruhe.

"Vor dem Rennen gab es keine Sekunde und keinen Moment, in dem ich nicht gedacht hätte: Ich kann das gewinnen. Die Möglichkeit wird irgendwann da sein. Ich muss nur dranbleiben und sie wird kommen", sagte Hamilton unmittelbar nach dem Rennen.

Dreht sich das Momentum erneut?

Doch es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass das Momentum klar auf Hamiltons Seite ist. Nach dem Ausfall beim Saisonauftakt in Melbourne gewann der Brite die nächsten vier Rennen in Folge und übernahm die WM-Führung.

Rosberg konterte und nahm Hamilton in den nächsten beiden Rennen 25 Punkte ab. Gelingt ihm das erneut, würde es doch noch mit dem ersten WM-Titel klappen.

Aber nicht nur der bevorstehende Regen in Sao Paulo weckt in Rosberg positive Gefühle.

DFB-Team als gutes Omen

Der große Fußball-Fan fühlt sich in Brasilien auch an den großen Triumph des DFB-Teams erinnert, auch wenn Deutschland nie in Sau Paulo selbst spielte. Anders als die Landsleute von Hamilton, die gegen Uruguay mit 2:1 verloren und in der Vorrunde ausschieden.

Angesichts der schlechten Ausgangslage ist ihm jedes gute Omen recht. Sein größter Trumpf wartet dann im letzten Rennen in Abu Dhabi mit der umstrittenen doppelten Punktzahl-Regelung.

"Ich liebe diese Regel", sagte Rosberg dazu mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

DFB-Team als gutes Omen

Der große Fußball-Fan fühlt sich in Brasilien auch an den großen Triumph des DFB-Teams erinnert, auch wenn Deutschland nie in Sau Paulo selbst spielte. Anders als die Landsleute von Hamilton, die gegen Uruguay mit 2:1 verloren und in der Vorrunde ausschieden.

Angesichts der schlechten Ausgangslage ist ihm jedes gute Omen recht. Sein größter Trumpf wartet dann im letzten Rennen in Abu Dhabi mit der umstrittenen doppelten Punktzahl-Regelung.

"Ich liebe diese Regel", sagte Rosberg dazu mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

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