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Button (l.) und Vettel (r.) warten auf die Entscheidung von Alonso (m.)

München - Alonso Zukunftsplanung hält das Fahrerfeld weiter in Atem. Noch sind Cockpits offen, selbst ein Ex-Weltmeister steht vor dem Aus.

Von Stefan Schnürle

Planungssicherheit geht anders. Obwohl die Saison 2014 schon in der kommenden Woche endet, wissen viele Fahrer noch nicht, ob sie auch in der kommenden Saison an den Start gehen werden.

Schuld daran hat vor allem Fernando Alonso, der mit seiner Hinhaltetaktik das Fahrerkarussell fast zum Stillstand bringt.

Der Ferrari-Pilot hat seine Entscheidung über die Zukunft nach eigener Aussage schon lange getroffen, zögert aber mit der Bekanntgabe und zieht damit unter anderem den Unmut von seinem wahrscheinlichen Nachfolger Sebastian Vettel auf sich.

Noch schlimmer ist die Situation allerdings für Fahrer wie Jenson Button oder Kevin Magnussen, die ihr Cockpit sogar verlieren könnten. Deren offene Zukunft sorgt dafür, dass sich auch einige kleinere Teams bei der Fahrerplanung noch Zeit lassen um eventuell noch einen der beiden Spitzenpiloten unter Vertrag nehmen zu können.

Noch schlimmer ist die Situation allerdings für Fahrer wie Jenson Button und Kevin Magnussen, die ihr Cockpit verlieren könnte. Das löst eine Kettenreaktion aus, denn das eine oder andere kleine Team zögert mit der Fahrerplanung, um eventuell noch einen der beiden Spitzenpiloten für die nächste Saison unter Vertrag nehmen zu können.

SPORT1 sagt ihnen, bei welchen Team die Entscheidung bereits gefallen ist und wo die Verhandlungen noch laufen.

• Mercedes

Beim Konstrukteurs-Weltmeister werden wohl auch im nächsten Jahr Lewis Hamilton und Nico Rosberg an den Start gehen. Zwar kursiert das Gerücht, dass McLaren Hamilton an der Angel hat, doch der Brite wird seinen Platz im aktuell schnellsten Auto kaum sofort wieder aufgeben.

• Ferrari

Bei der Scuderia ist offiziell nur sicher, dass Kimi Räikkönen im Team bleibt. Mit Vettel soll alles klar sein, doch mit der Bekanntgabe muss er auf Alonso warten. Stellt dieser sich stur und besteht auf seinen bis 2015 gültigen Vertrag bei Ferrari, bekäme der italienische Rennstall ein großes Problem. Mit Räikkönen, Alonso und Vettel hätte das Team drei Fahrer für zwei Cockpits. Eine Abfindung für Alonso würde Ferrari teuer zu stehen kommen.

• Red Bull

Für die Österreicher beginnt ein neues Kapitel. Vettel verlässt nach dem Gewinn von vier WM-Titeln das Team, um eine neue Herausforderung anzunehmen. Obwohl dadurch Alonso auf dem Markt war, fiel bei Red Bull laut Motorsportberater Helmut Marko die Entscheidung in zehn Minuten: Daniil Kwjat von Red Bulls Ausbildungsteam Toro Rosso soll das Team verstärken. Daniel Ricciardo steigt zur Nummer 1 auf (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen).

• McLaren

Die Verhandlungen mit Alonso sollen weit fortgeschritten sein. Doch der Spanier will offenbar nur für ein Jahr unterschreiben, um sich für 2016 alle Möglichkeiten offen zu halten. Teamchef Eric Boullier macht Druck und sagte zuletzt, dass er bis Abu Dhabi Klarheit haben will. "Autosport.com" meldete nun sogar, dass der Wechsel des Spaniers bereits feststeht (News). Kommt Alonso, muss McLaren sich entscheiden, ob sie Button oder Magnussen vor die Tür setzen. Noch soll sich das Team darüber nicht einig sein.

• Williams

Bei dem britischen Rennstall ist man mit den eigenen Fahrern zufrieden und verlängerte frühzeitig mit Felipe Massa und Valtteri Bottas. Dabei machten damals bereits Unstimmigkeiten zwischen Ferrari und Alonso die Runde.

• Force India

Neue Saison, alte Fahrer. Vor wenigen Tagen verriet Teamchef Vijay Mallya, dass neben Nico Hülkenberg auch Sergio Perez für Force India 2015 auf Punktejagd geht. "Wir hatten eine Option und haben diese gezogen", sagte Mallya in Sao Paulo vor Medienvertretern.

• Toro Rosso

Mit 17 Jahren und fünf Monaten wird Max Verstappen beim Saisonstart jüngster Fahrer in der Geschichte der Formel 1 werden. Noch ist offen, wer der Teamkollege des Niederländers sein wird. Teamchef Franz Tost machte sich aufgrund dessen Erfahrung aber für einen Verbleib von Jean-Eric Vergne stark. Einen zweiten Rookie will der Österreicher nicht einsetzen

• Lotus:

Bereits frühzeitig stand fest, dass Pastor Maldonado auch 2015 für Lotus fährt. "Trotz der Probleme, die wir bisher in dieser Saison hatten, erkennt er das wahre Potenzial des Teams und wir erkennen seine Fähigkeiten als Fahrer", sagte Teamchef Gerard Lopez. Seine größte Fähigkeit für den finanziell angeschlagenen Rennstall liegt aber wohl an seiner enormen Mitgift. Kurios ist die Situation bei Romain Grosjean. Nachdem der Franzose via Twitter seinen Verbleib bei Lotus vermeldete, löschte er den Tweet kurze Zeit später. Die offizielle Bestätigung sollte aber dennoch bald folgen.

• Sauber

Gäbe es eine Rangliste für die meisten Fahrer mit Verträgen für 2015, wäre Sauber klar an der Spitze. Durch die Verpflichtung des Schwedens Marcus Ericsson und des Brasilianers Felipe Nasr sind es nämlich gleich vier Fahrer. Allerdings sollen die Verträge mit Adrian Sutil und dem niederländischen Testfahrer Giedo van der Garde aufgelöst werden. Die Stammpiloten im nächsten Jahr werden dann die Bezahlfahrer Ericcson und Nasr sein.

Caterham und Marussia

Die beiden Pleite-Teams Caterham und Marussia waren in Brasilien wie schon zuletzt beim Rennen in den USA aus finanziellen Gründen nicht am Start. Auch ein Start im nächsten Jahr ist mehr als fraglich. Während Caterham noch um die Zukunft kämpft (News), hat Marussia bereits Konkurs angemeldet.

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