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Lewis Hamilton (l.) und Nico Rosberg (r.) kämpfen um die Weltmeisterschaft <br> ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des Qualifyings

Abu Dhabi - Nico Rosberg eröffnet im Titelkampf den Psychokrieg mit Lewis Hamilton. Niki Lauda prophezeit dem Deutschen einen ruhigen Schlaf.

Für Nico Rosberg ist die Pole im Qualifying (Bericht) in Abu Dhabi nur ein kleiner Baustein auf dem Weg zum Titel.

Der Mercedes-Pilot weiß, dass er im WM-Kampf Schützenhilfe benötigt, und gibt deshalb einen Wellness-Abend für den Fahrer aus, der ihn zum Weltmeister macht.

Bei seinem Teamkollegen Lewis Hamilton will er ungewohnte Nervosität entdeckt haben. Der Brite sieht Platz zwei im Qualifying dagegen gelassen. Er ist sehr zufrieden mit dem Auto und von seiner Rennpace überzeugt (

).

Das Zünglein an der Waage im Titelduell könnte (Rennen, So., ab 13.30 Uhr im LIVE-TICKER) Valtteri Bottas spielen. Der Williams-Pilot hat im Qualifying einen starken Eindruck hinterlassen und kündigt bereits an, zur Stelle zu sein, wenn bei den Mercedes-Piloten etwas schief läuft.

Niki Lauda gerät angesichts der Leistung von Rosberg regelrecht ins Schwärmen. Der Aufsichtsratschef von Mercedes prophezeit seinem deutschen Schützling einen ruhigen Schlaf mit seiner Frau.

Um Hamiltons Schlaf macht er sich dagegen Sorgen.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Abu Dhabi zusammen:

Nico Rosberg (Mercedes, Startplatz 1):

Es geht um den Titel, nicht ums Qualifying. Ich hatte gehofft, dass sich noch ein Williams zwischen uns schiebt, aber das kann ja morgen noch passieren. Lewis hat ein bisschen Nerven gezeigt, vielleicht zieht es sich ja durch bis morgen. Es ist gut gelaufen, das Auto hat eine gute Balance gehabt. Der Abstand zu Lewis ist natürlich klasse, aber das war nur der Anfang. Für mich gilt es, das Rennen zu gewinnen. Aber ich brauche Schützenhilfe von Lewis. Aber er macht ja auch Fehler, das hat er in dieser Saison schon gezeigt. Vielleicht ist er ja doch ein bisschen nervös. Valtteri habe ich schon einen Wellness-Abend angeboten, ich brauche ihn in Topform."

Lewis Hamilton (Mercedes, Startplatz 2):

"Das Auto war fantastisch. Wie Nico gesagt hat, morgen ist der große Tag. Q1 und Q2 waren sehr gut und ich machte auch im Q3 keinen Fehler. Die Runde war einfach nicht gut genug. Es hat mir bis dahin sehr gefallen und das Auto war fantastisch. Meine Herangehensweise ist wie immer. Ich hatte in den Trainings eine sehr gute Pace, besonders auf den Long Runs. Das stimmt mich zuversichtlich für morgen. Es ist nicht mein Stil, mich mit dem zweiten Platz zu begnügen. Aber wir müssen noch entscheiden, wie wir vorgehen werden."

Valtteri Bottas (Williams, Startplatz 3):

"Es war ein gutes Qualifying und vor allem in der letzten Runde fühlte sich das Auto sehr gut an. Felipe war heute auch sehr schnell und es war nicht einfach, ihn zu schlagen. Es ist aber gut, dass wir wieder auf den Plätzen drei und vier stehen. Im Rennen wird Mercedes wieder einen größeren Vorteil haben. Das könnte schwierig werden. Unser Hauptziel ist es aber, so weit vorn wie möglich anzukommen. Wenn dann etwas passieren sollte und wir die Pace haben, gibt es keinen Zweifel daran, dass wir versuchen werden, nach vorne zu kommen." 

Felipe Massa (Williams, Startplatz 4):

"Wir starten auf den bestmöglichen Positionen. Ich hatte potenziell die Pace um vor Valtteri zu starten, aber ich habe die Runde nach dem Verbremser nicht zusammen bekommen. Das Auto zeigt eine gute Leistung und Startreihe zwei ist ermutigend. Die Reifenabnutzung wird morgen entscheidend sein. Das Podium ist möglich, daher werden wir hart darum kämpfen, da es ein großartiges Saisonende wäre."

Sebastian Vettel (Red Bull, Startplatz 20):

"Wir waren eigentlich ganz gut unterwegs in den Trainings. Ich hatte unheimlich viel Übersteuern. Es wurde nicht wirklich besser, obwohl wir viel probiert haben. Aber im Qualifying kannst du dann nicht mehr wirklich viel machen. Ich glaube der sechste Platz ist absolute Schadensbegrenzung. Es fuchst einen, wenn es nicht erklärbar ist. Wenn ich die Kiste raushaue, weiß ich wenigstens, was ich falsch gemacht habe. Egal, was man probiert, man kommt auf keinen grünen Zweig. Und das ist ärgerlich. Aber im Rennen werden die Karten neu gemischt."

(Das sagte Vettel vor der Disqualifikation durch die FIA)

Fernando Alonso (Ferrari, Startplatz 8):

"Die heutige Qualifikation war sehr schwierig. Insgesamt ist das Wochenende hier auch komplizierter, da der Motor erst im Q2 konstant lief. Ich erwarte ein schwieriges Rennen, denn wir haben keine Teststarts gemacht und ich bin nie mit Rennsprit gefahren. Ich möchte dennoch mein Bestes geben und so viel Boden wie nur möglich gutmachen. Es wird ein besonderer Tag für mich, auch wenn Rosberg und Hamilton mehr im Fokus stehen, denn es ist mein letztes Rennen für Ferrari."

Nico Hülkenberg (Force India, Startplatz 12):

"Schon vor der Qualifikation wussten wir, dass die Leistung auf eine Runde nicht die Beste sein wird und es schwierig würde, in die Top-10 zu fahren. Mit der gewählten Abstimmung war es schwierig eine gute Harmonie für eine Runde zu finden. Die guten Neuigkeiten sind, dass unsere Pace im Rennen stärker sein sollte. Es ist das letzte Rennen der Saison und daher versuchen wir das Jahr mit einem guten Ergebnis zu beenden."

Adrian Sutil (Sauber, Startplatz 13):

"Das Qualifying war in Ordnung. Wir haben uns während des gesamten Wochenendes steigern können. Es war nicht einfach, zumal ich das erste Freie Training auslassen musste und somit generell weniger Runden auf dieser Strecke fahren konnte. Nachdem wir unterschiedliche Fahrzeugabstimmungen ausprobiert hatten, bekam ich ein immer besseres Gefühl im Auto. Der Wagen lag im ersten Qualifikationstraining sehr gut und in meiner entscheidenden Runde hat alles gepasst."

Niki Lauda (Aufsichtsratschef Mercedes):

"Der Nico hat hier Runden hingefetzt, sowas hab ich noch nie gesehen. Was der Nico hier geleistet hat, ist unglaublich. Der geht morgen gestärkt ins Rennen. Er weiß genau, dass er morgen gewinnen muss und jetzt hat er mit dieser Runde alle Voraussetzungen geschaffen. Wenn das Rennen normal abläuft, fahren die beiden Mercedes wieder vorne weg. Dann hängt's ganz davon ab, was nach den Reifenstopps passiert. Der Nico geht mit seiner Frau Vivien beruhigt ins Bett. Lewis ärgert sich jetzt richtig, weil er sich fragen muss, was hier passiert ist, warum er vier Zehntel nicht herausgeholt hat. Er hat kleine Fehler gemacht, die ihm eigentlich nicht passieren dürfen. Der ärgert sich jetzt die ganze Nacht. Hoffentlich kann er schlafen."

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