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Sebastian Vettels Zeit bei den Bullen geht zu Ende

München - Zum Ende seiner Red-Bull-Zeit kehrt Sebastian Vettel an einen speziellen Ort zurück. Er erwartet ein "sehr komisches" Rennen.

Noch einmal wird er sich den blauen Overall überstreifen.

Noch einmal wird er mit seinem Renningenieur Guillaume Rocquelin vor dem Rennen die Taktik besprechen.

Noch einmal wird er dann in sein Auto steigen.

Abschied nach siebeneinhalb Jahren

Für Sebastian Vettel wird in Abu Dhabi (1. Training, Fr. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. im im LIVE-TICKER) dennoch vieles anders sein als in den vielen Rennen zuvor.

Sein 113. Grand Prix für Red Bull wird der letzte sein, den er für die Österreicher bestreitet.

In den siebeneinhalb Jahren, in denen er für die "Bullen" und deren kleines Schwesterteam Toro Rosso gefahren ist, feierte Vettel 39 Siege und wurde vier Mal Weltmeister. Er stellte reihenweise neue Rekorde auf.

Dass ihn der Rennkalender nun auch noch zum Saisonfinale nach Abu Dhabi (2. Training, Fr. ab 13.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. im LIVE-TICKER, Highlights ab 18 Uhr im TV auf SPORT1) führt, lässt die Trennung des Heppenheimers von seinen langjährigen Wegbegleitern noch emotionaler werden.

"Unbelievable"

Vier Jahre ist es her, dass Vettel dort auf dem Yas-Marina-Circuit nach einer unglaublichen Aufholjagd dem großen Fernando Alonso noch den Titel entriss. 

Schluchzend und mit Tränen erstickter Stimme brachte der damals 23-Jährige über Funk nur ein "unbelievable" hervor. Zu deusch: Unglaublich.

"Als ich die Ziellinie überquerte, wusste ich, ich habe das Rennen gewonnen", erzählte Vettel bei "Auto Bild Motorsport".

Also habe er darauf gewartet, dass sein Ingenieur ihm das endgültige WM-Ergebnis mitteilt: "Und plötzlich schrie er: Weltmeister! Da hat sich die Welt für mich aufgehört zu drehen. Ich musste das Auto ja noch zurück in den Parc Fermee bringen. Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe."

Ohne Sieg - von Ricciardo abgehängt

Vor der Rückkehr an den Ort seines ersten und wohl auch größten WM-Triumphs versucht Vettel nun aber erst gar nicht, auf Normalität zu machen.

"Das letzte Rennen wird sicher komisch werden und sehr emotional. Je mehr wir uns dem letzten Rennen der Saison nähern, desto mehr denkt man natürlich auch darüber nach, dass eine wirklich gute Zeit zu Ende geht."

Es ist zweifellos eine Ära, die zu Ende geht. Dass sie so abrupt endet, liegt aber auch daran, dass das letzte Jahr eben alles andere als gut war.

Nicht ein Sieg in dieser Saison, nur Platz fünf in der Fahrerwertung, vom jungen Teamkollegen Daniel Ricciardo abgehängt. So liest sich Vettels Bilanz 2014.

Abenteuer "Ferrari" wartet

Red Bull habe Probleme mit der Zuverlässigkeit gehabt, aber "wir haben auch nicht immer das Beste aus dem Auto rausgeholt". Er selbst habe in diesem Jahr viel gelernt, sagt der heute 27-Jährige.

Anfang Oktober verkündete Vettel kurz vor dem Japan-GP seinen Abschied zum Saisonende. Seitdem erhält er von seinem Team nur noch die nötigsten Informationen, in längerfristige Entwicklungsprojekte wird er nicht mehr eingeweiht.

"Ich werde mein Team vermissen", sagt der noch amtierende Weltmeister, "aber ich bin zuversichtlich, dass ich in der Zukunft wieder bessere Jahre habe."

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann er seinen Wechsel zu Ferrari verkünden kann.

Am Dienstag wurde sogar schon Vollzug gemeldet, allerdings durch einen Fake-Account in einem sozialen Netzwerk.

Sollte der Wechsel aber wirklich bald offiziell als perfekt gemeldet werden und er dort an seine alten Erfolge anknüpfen können, werden ihm die Tifosi sicherlich zu Füßen liegen.

Der Moment des Sieges in Abu Dhabi 2010 wird für Sebastian Vettel dennoch einmalig bleiben.

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