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Der Nürburgring trägt derzeit alle zwei Jahre den Großen Preis von Deutschland aus
Der Nürburgring soll offenbar aus dem Rennkalender 2015 gestrichen werden © imago

Dem traditionsreichen Nürburgring droht offenbar der Verlust des Formel-1-Rennens in diesem Jahr.

Der mächtige Promoter Bernie Ecclestone (83) hat in englischen Medien angekündigt, dass der Grand Prix am 19. Juli in Hockenheim anstatt wie bisher geplant auf der legendären Strecke in der Eifel ausgetragen werden soll.

"Wir nehmen die Aussagen von Herrn Ecclestone zur Kenntnis, kommentieren diese aber nicht", sagte Pietro Nuvoloni, Sprecher der Nürburgring-Betreiber-Gesellschaft capricorn: "Wir würden uns freuen, wenn es auch in diesem Jahr ein Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring geben würde. Aber ein Formel-1-Rennen muss auch für den Betreiber finanzierbar sein."

Zuletzt steckte der Nürburgring in heftigen finanziellen Schwierigkeiten.

Viele Rennstrecken können sich die von Ecclestone eingeforderten Antrittsgagen der Formel 1 nicht mehr leisten oder diese refinanzieren.

Seit 2008 hatten sich Hockenheim und der Nürburgring mit der Austragung des Rennens in Deutschland abgewechselt.

Laut Ecclestone gebe es bereits einen Vertrag mit dem Hockenheimring über die Austragung. Dieser Darstellung widersprach allerdings der Marketingleiter des Hockenheimrings.

"Wir haben einen Vertrag mit Herrn Ecclestone für die Rennen 2016 und 2018, aber aktuell für dieses Jahr nichts vorliegen", sagte Jörn Teske dem "Kölner Express": "Wenn es ein konkretes Angebot gibt, schauen wir uns das an."

Im Fahrerlager sind die taktischen Spielchen von Ecclestone, die Betreiber der Strecken gegeneinander auszuspielen, seit langer Zeit berühmt und berüchtigt.

Nuvoloni wollte die jüngsten Meldungen deshalb auch nicht überbewerten: "Selbstverständlich bieten wir Herrn Ecclestone die Grand-Prix-Strecke weiter an, wie wir sie auch anderen Veranstaltern anbieten." Ein Vertrag für dieses Jahr besitzt aber auch der Nürburgring nicht.

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