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Das Hybridsystem im Antrieb des Wagens von Lewis Hamilton streikte
Das Hybridsystem im Antrieb des Wagens von Lewis Hamilton streikte © Getty Images

München - Rückschlag für den Weltmeister: Zu Beginn der abschließenden Testfahrten in Barcelona streikt im Antrieb das Hybridsystem. Felipe Massa fährt Bestzeit, McLaren blamiert sich.

Erster kleiner Rückschlag für den Musterschüler: Ausgerechnet der starke Mercedes-Motor hat Weltmeister Lewis Hamilton zu Beginn der abschließenden Testfahrten in Barcelona zur neuen Formel-1-Saison lahmgelegt.

Im Antrieb des Engländers streikte am Donnerstagnachmittag das Hybridsystem und zwang den 30-Jährigen zum Zuschauen. So fuhr Williams-Pilot Felipe Massa (33, Brasilien) auf dem Circuit de Catalunya in 1:23,500 Minuten Tagesbestzeit und war damit über eine Sekunde schneller als der Dritte Hamilton (1:24,881).

Massa trumpft auf

Damit legte Massa die bisher beste bei den Tests in Barcelona gefahrene Zeit hin. Hamilton war zuvor allerdings mit härteren und damit langsameren Reifen unterwegs gewesen. Zudem ist unklar, mit wieviel Benzin im Tank die Teams fuhren.

"Das haut uns nicht um", sagte Hamilton und blickte schon auf seinen nächsten Einsatz am Samstag voraus: "Da will ich sauber durchkommen und noch einmal viele Kilometer abspulen."

Der viermalige Weltmeister und neue Ferrari-Star Sebastian Vettel (27, Heppenheim) greift ebenso wie Vize-Weltmeister Nico Rosberg (29, Wiesbaden) im Mercedes erst am Freitag ins Geschehen ein. "Das Team arbeitet hart daran, damit wir morgen wieder zurückkommen", twitterte Mercedes.

Neuer Silberpfeil lange stark

Zweiter wurde Sauber-Pilot Marcus Ericsson (24, Schweden) in 1: 24,276 Minuten. Vettels neuer Teamkollege Kimi Räikkönen (35, Finnland) musste sich mit Rang sechs begnügen. Der Saisonauftakt steigt am 15. März in Australien, die Teams bestreiten noch bis Sonntag die letzten Tests.

Mercedes präsentierte am Donnerstag einen nahezu komplett überarbeiteten Silberpfeil, mit zahlreichen aerodynamischen Neuerungen - damit soll der neue Wagen noch schneller werden. Und bis zu den technischen Problemen dominierte das Weltmeister-Team den Rest des Feldes auch wie gewohnt.

Verwirrung um Alonso

McLaren-Honda-Pilot Fernando Alonso (33) hat das Krankenhaus nach seinem Unfall vom vergangenen Sonntag zwar verlassen, verpasst aber angeschlagen die abschließenden Übungsrunden. Der Spanier bangt sogar um seinen Start in Melbourne. "Wenn er sich richtig erholt hat und die Ärzte uns sagen, dass alles in Ordnung ist, dann wird er wieder mit Arbeiten anfangen", sagte Alonsos Manager Luis Garcia Abad.

Abad ließ offen, ob Alonso in gut zwei Wochen für sein neues Team McLaren-Honda an den Start gehen kann: "Wir denken über den Grand Prix in Abu Dhabi nach, der der wichtigste ist, wenn man die Weltmeisterschaft gewinnen möchte." Eine Aussage, die für Verwunderung sorgt, da das Rennen in Abu Dhabi erst im November steigt.

Blamage für McLaren

McLaren-Geschäftsführer Ron Dennis zeigte sich am Donnerstag optimistischer. "Ich sehe keinen Grund, warum er in Australien nicht starten könnte", sagte der Brite in Barcelona. Aber die letzte Entscheidung liege bei den Ärzten. Alle Fahrer werden vom Weltverband FIA vor dem ersten Rennen medizinisch untersucht.

Zudem blamierte sich der mit großen Ambitionen gestartete Rennstall weiter mit technischen Problemen. Nach nur sieben Runden war der Arbeitstag für Alonso-Kollege Jenson Button beendet. Wegen eines Hydrauliklecks musste McLaren erneut den Antriebsstrang austauschen, weshalb der Test schon mittags abgebrochen werden musste.

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