vergrößernverkleinern
Formel 1-Testfahrten in Jerez-Sebastian Vettel-Ferrari
Sebastian Vettel dreht seine ersten Runden im neuen Ferrari © Getty Images

München - Sebastian Vettel löst mit seiner Bestzeit bei den ersten Testfahrten in Italien Jubel aus. Darunter mischen sich aber auch warnende Stimmen. Sein ehemaliges Team erntet Spott.

Es ist lange her, dass in Italien Jubelarien auf einen Formel-1-Fahrer angestimmt wurden.

Der letzte Grand-Prix-Sieg eines Ferrari-Piloten liegt mehr als 20 Monate zurück, den letzten Titel schenkte Kimi Räikkönen der Scuderia im Jahr 2007.

Jetzt aber kehrt die Hoffnung zurück ins Land der Tifosi. Dafür sorgte Sebastian Vettel mit seiner Bestzeit in Jerez.

Endlich wieder Erster, und sei es nur am ersten Tag der Testfahrten.

"Eine traumhafte Leistung"

"Eine derartige 'Taufe' wird Vettel bestimmt nicht vergessen. Von Fans und TV-Teams umringt, feiert Vettel eine traumhafte Leistung", schwärmt der Corriere della Sera vom neuen Hoffnungsträger aus Deutschland.

Mit einer Zeit von 1:22,620 Minuten stellte sich der Heppenheimer bei seinem neuen Arbeitgeber vor, sein ehemaliger Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo war mehr als sieben Zehntelsekunden langsamer.

Seitenhieb auf Red Bull

Eine Tatsache, die den Corriere dello Sport zu einem süffisanten Seitenhieb auf Red Bull und deren Werbebotschaft veranlasste: "Ferrari hat Flügel".

Bereits nach dieser einen Testfahrt über 60 Runden bescheinigte das Blatt der Scuderia: "Vettels Ergebnis bei den Testfahrten bezeugt die optimale Arbeit, die er in den letzten Monaten in Maranello geleistet hat." Deswegen sein es "durchaus schwierig, die Begeisterung zu zügeln".

Sebastian Vettel auf der Pressekonferenz
Sebastian Vettel ist in Jerez ein gefragter Mann © Getty Images

Das gelingt der Gazzetta dello Sport schon eher. Auch sie sieht zwar "ein positives Ferrari-Debüt", warnt aber gleichzeitig vor zu viel Träumerei.

"Es ist besser, man macht sich nicht allzu große Illusionen", heißt es da. Denn die Erinnerung an die letzte enttäuschte Hoffnung ist noch frisch. "Vor einem Jahr gelang Kimi Räikkönen das gleiche Kunststück. Wir wissen, wie die Saison geendet hat." Ohne einen einzigen Rennsieg.

Zweifel an Vettels Zeit

War Vettels bejubelter Umlauf doch nur eine Vorstandsrunde? Eine Zeit, mit der man die Erwartungen der Bosse einstweilen erfüllt? Und wie hoch sind die Zeiten der Konkurrenten zu bewerten?

Bei der Gazzetta traut man dem Braten noch nicht: "Bei der Premiere verbergen die Zeiten noch die Wirklichkeit. Und die ist: Mercedes ist immer noch von einem anderen Stern."

Während Nico Rosberg 157 Runden ohne jegliche Schwierigkeiten abspulte und damit auf weit mehr als zwei Renndistanzen kam, schaffte Vettel nur 60 Umläufe. Wegen eines Problems mit einem Sensor musste Vettel seinen SF15-T länger in der Box parken als ihm lieb war.

Es wartet also trotz des viel versprechenden Starts noch viel Arbeit auf Vettel und sein neues Team. „Il Messagero“ aus Rom fasst zusammen: „Der Weg ist zwar noch lang, doch eins steht fest: Vettel hat frischen Wind in das Team gebracht."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel