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Das persönliche Fitnessprogramm gehört für Formel-1-Profis wie Max Verstappen zum Job © Getty Images

München - Max Verstappen ist mit 17 Jahren der jüngste Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Er gilt als riesiges Talent - Der Sohn von Jos Verstappen kämpft aber von Beginn an gegen Zweifler.

Max Verstappen darf in Australien kein Bier bestellen, er hat keinen Führerschein und drückt noch die Schulbank.

Dennoch fährt der PS-Teenie ab nächster Woche neben Ferrari-Star Sebastian Vettel und Weltmeister Lewis Hamilton in der Formel 1 um WM-Punkte.

Mit dann 17 Jahren und 166 Tagen kürt sich der Niederländer mit seinem Start beim Saisonauftakt in Melbourne (15. März) zum jüngsten Fahrer in der Geschichte der Königsklasse.

"Ich bin gut vorbereitet und bereit", sagte Toro-Rosso-Fahrer Verstappen: "Es kann losgehen, ich kann es kaum erwarten."

Villeneuve ätzt: "Verfrühtes Weihnachten"

Doch in der Szene sind längst nicht alle so begeistert, dass Verstappen den Spanier Jaime Alguersuari, der 2009 bei seinem Debüt 19 Jahre alt war, als Formel-1-Küken ablöst.

Former Formula One driver Canadian Jaque
Immer schon meinungsfreudig: Der Kanadier Jaques Villeneuve © Getty Images

"Eine Formel-1-Karriere sollte man nicht einfach wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk bekommen", sagte Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve unlängst.

"Das ist noch schlimmer, als wenn 18-jährige Jungs zum Geburtstag einen Ferrari bekommen - denn Max bekommt schon mit 17 das beste Spielzeug der Welt."

Auch Vettel spottet

Und Vettel konnte sich schon im Vorjahr einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, als er zu Parallelen zwischen sich und dem Aufsteiger befragt wurde.

"Ich denke, einer der größten Unterschiede ist, dass ich damals in der Lage war, selbst vom Hotel zur Strecke zu fahren, was er nicht kann - er hat ja noch keinen Führerschein."

Doch Spott und Kritik lässt Verstappen, dessen Vater Jos  Formel-1-Fahrer und 1994 bei Benetton sogar Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher war, an sich abprallen.

"Das ist mir völlig egal. Die Leute können sagen, was sie wollen", sagte Verstappen: "Meine Vorbereitung war extrem professionell."

Verstappen gilt als Ausnahmetalent

Doch der Rookie ist sich bewusst, dass er unter besonderer Beobachtung steht: "Ich muss auf der Strecke beweisen, dass mein Alter keine Rolle spielt."

Dass er schnell ist, hat Verstappen schon bewiesen - er gilt als Ausnahmetalent.

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko, der auch schon Vettel zum Weltmeister formte, hat seine jüngste Entdeckung schon mit Ayrton Senna verglichen.

"Mit vier saß ich zum ersten Mal in einem Kart, mit sechs oder sieben habe ich dann von der Formel 1 geträumt. Und mit 13 oder 14 habe ich sie mir als festes Ziel gesetzt", sagte Verstappen

F1 Testing In Barcelona - Day Four
Max Verstappen bei den Wintertests in Barcelona © Getty Images

Wie nun Mick, Sohn des großen Michael Schumacher, fuhr er auch schon für die Talentschmiede Van Amersfoort Racing fuhr.

"Immer in Alarmbereitschaft sein"

Doch bei aller Vorbereitung ist Verstappen, der mit seinem Milchgesicht eigentlich danach aussieht, dass er in wenigen Tagen mit einem 800-PS-Auto und 300 km/h über eine Rennstrecke düst, die Herausforderung anzumerken.

"Du musst immer, wirklich immer in Alarmbereitschaft sein. Das sind sehr schnelle Autos, Unfälle können sehr schnell passieren", sagte er: "Wenn du nur eine einzige Sekunde nicht aufmerksam bist, landest du im Kies oder in der Mauer."

Die Schule ist lästige Pflicht

Verstappen ist dennoch von seinem Erfolg in der Formel 1 überzeugt. Dennoch besucht er weiter eine Privatschule - wenn auch etwas widerwillig.

"Ich habe nicht wirklich ein Lieblingsfach und bin immer froh, wenn der Unterricht vorbei ist. Aber natürlich ist es gut, neben der Formel 1 ein weiteres Standbein zu haben", sagte er.

"Aber ich will das noch durchziehen, bis ich 18 bin und meinen Abschluss machen."

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