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Sebastian Vettel hat den Malaysia-GP bereits zwei Mal gewinnen können

München - Ferrari bläst nach dem starken Start in Australien zum Angriff auf Mercedes. Doch wie stark die Scuderia wirklich ist, wird sich erst in Sepang zeigen.

Erst Sebastian Vettel, nun Lewis Hamilton - die Stars der Formel 1 setzen auf Ferrari.

Nach dem überraschenden Podestplatz von Vettel beim Saisonauftakt in Australien sorgte ausgerechnet Mercedes-Pilot Hamilton für gute Ferrari-Schlagzeilen. Der Brite legte sich kürzlich einen LaFerrari zu, und das mitten im Vertragspoker mit den Silberpfeilen.

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff blieb dennoch gelassen. "Wir haben damit kein Problem", sagte er F1-insider.com.

Arrivabene: "Dürfen Trauben höher hängen"

Ein Problem könnte Mercedes dafür mittelfristig mit Ferrari bekommen. Denn die Scuderia bläst nach dem vielversprechenden Saisonstart zum Angriff. Das kommende Rennen in Malaysia (Training Fr., ab 7 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) wird dabei gleich aus mehreren Gründen zur Standortbestimmung (Datencenter: WM-Stand Fahrer).

"Generell müssen wir uns von der Einstellung verabschieden, die Rolle des zweitbesten Teams anzustreben", gab Teamchef Maurizio Arrivabene die neuen Ziele vor: "Wir haben einen guten Testwinter hinter uns, wir haben Potenzial, wir haben in Australien eine gute Leistung gezeigt, so langsam dürfen wir anfangen, die Trauben höher zu hängen."

Größter Trumpf ist dabei der neue Motor. Der V6-Turbo ist leistungsstärker und spritsparender als das Vorjahresmodell. Der Rückstand auf Mercedes soll in diesem Bereich deutlich reduziert worden sein.

Sepang als Härtetest

Technik-Direktor James Allison, der vor zwei Jahren schon das Kunststück vollbrachte, einen siegfähigen Lotus zu konzipieren, hat Vettel und Kimi Räikkönen ein Auto bereitgestellt, mit dem Podestplätze möglich sind.

Wie gut der SF15-T wirklich ist, ließ sich aus dem Australien-GP allerdings noch schwer ablesen: Der Straßenkurs in Melbourne ist für Rückschlüsse ungeeignet. "Eine solche Strecke hat ihre eigenen Gesetze", befand auch Arrivabene.

So kommt dem Rennen in Malaysia eine besondere Bedeutung zu. Sepang wird für die neuen Boliden gleichermaßen Gradmesser und Härtetest. Bei hohen Temperaturen und drückender Luftfeuchtigkeit sind Antrieb und Kühlungssystem gefordert. "Was wir wirklich wert sind, das wird sich erst in Malaysia zeigen. Das wird der wahre Test für Ferrari", orakelte Arrivabene.

Ferrari schaut auf Williams

Nicht zuletzt, weil dann auch die Konkurrenz wieder vollzählig sein wird. Bei Williams kehrt Valtteri Bottas zurück. Mit ihm im Fahrerfeld werde Ferrari laut Teamchef "ein klareres Bild bekommen, wo wir stehen". Auch McLaren-Honda kündigte Fortschritte für das zweite Rennen an, bei welchem dann der ehemalige Ferrari-Pilot Fernando Alonso an den Start gehen soll.

Zudem trat ausgerechnet Hoffnungsträger Sebastian Vettel beim Angriff auf Mercedes auf die Bremse: "Ihr habt mit 30 Sekunden Vorsprung gewonnen, und du hoffst, wir kriegen euch? Also hoffst du, dass ihr langsamer werdet?", fragte er Nico Rosberg auf der PK nach dem Australien-GP.

Vettels Vorschlag einer offenen Mercedes-Garage folgte wenig später die offizielle Einladung. Am Freitag kann sich der viermalige Weltmeister bei einer Besprechung der Silberpfeile selbst ein Bild von der Konkurrenz machen.

Schon zwei Tage später beim Rennen könnte dann Gewissheit herrschen, ob Vettel den Mercedes in diesem Jahr auch auf der Strecke so nah kommen kann.

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