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Melbourne - Vor dem Saisonstart deutet alles auf ein erneutes Duell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton hin. Der Deutsche setzt auf eine Geheimwaffe. Er weiß, wo er sich steigern muss.

Herausforderer Nico Rosberg gibt sich betont gelassen und zuversichtlich, Champion Lewis Hamilton spielt den coolen Unnahbaren.

Die beiden Mercedes-Teamrivalen starten mit völlig unterschiedlichen Strategien in ihren Rückkampf um den WM-Titel in der Formel 1.

Der Psychokrieg ist schon vor dem ersten Start in Australien eröffnet (Training am Freitag, ab 6.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Das Jahr werde "sehr, sehr interessant", sagte Rosberg und grinste. Mit einem Boxkampf will er das Rennen um die WM-Krone aber in diesem Jahr nicht mehr vergleichen: "Das ist wirklich mein Rematch gegen Lewis. Ich würde das aber jetzt eher mit dem Tennis-Duell Federer gegen Nadal vergleichen."

"Zenit noch nicht erreicht"

Eines ist klar: Die beiden ehemaligen Kart-Kumpel werden sich in diesem Jahr erneut rein gar nichts schenken. "Die Niederlage hat mich nur noch mehr motiviert", sagte Rosberg: "Ich habe meinen Zenit noch nicht erreicht."

Der werdende Papa setzt beim Duell 2.0 auf den Baby-Schub. Der Wiesbadener und seine Frau Vivian erwarten im August ihr erstes Kind. "Ich hoffe doch, es macht mich viel schneller", sagte Rosberg.

Während sich der Herausforderer in Melbourne bestens gelaunt präsentierte, wirkte Hamilton merkwürdig abwesend. Auf die Fragen der Reporter antwortete der Engländer oft nur mürrisch und schmallippig. Ja, er rechne mit einer Saison wie der vergangenen. Nein, es gebe keinen neuen Stand bei den laufenden Vertragsverhandlungen: "Es ist noch nichts unterschrieben."

Rosberg selbstkritisch

Rosberg ließ indes keine Zweifel aufkommen, dass er nach seinem Last-Minute-K.o. im Vorjahr diesmal mit aller Macht nach der Krone greifen will - 33 Jahre nach dem WM-Triumph seines Vaters Keke. "Ich weiß aus dieser Erfahrung, dass der Titel drin ist", sagte Rosberg: "Weltmeister zu werden, ist mein Kindheitstraum."

Der Blondschopf setzt erneut auf seine Stärke im Qualifying - bei der ultimativen Zeitenjagd über eine Runde hatte er 2014 gegenüber Hamilton die Nase vorn. Aber: "Ich muss mich steigern, vor allem im Rennen."

Im Kampf Mann gegen Mann bei Tempo jenseits der 300 km/h war Hamilton dagegen unschlagbar, weil er in den entscheidenden Momenten einen Tick rücksichtsloser und aggressiver war.

Kein neuer Krieg der Sterne

Auch in diesem Jahr dürfen Rosberg und Hamilton wieder bei Vollgas aufeinander losgehen. Niemand werde eingebremst, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Absolut richtig." Doch natürlich muss sich das Duo an Regeln halten. Diese wurden am Mittwoch bei einem Meeting noch einmal genau festgehalten. Einen Krieg der Sterne wie beim Unfall 2014 in Belgien, als Rosberg Hamilton den Reifen aufschlitzte, soll unbedingt verhindert werden.

Am Ende gab Hamilton dann doch noch etwas von seinem Innenleben preis. Sollte der 30-Jährige seinen Titel verteidigen, würde er dann mit drei gewonnenen Weltmeisterschaften mit seinem Idol Ayrton Senna gleichziehen.

"Ayrton war mein Lieblingsfahrer, und ich wollte ihm als Kind immer nacheifern", sagte Hamilton: "Ich wollte immer schaffen, was er geschaffen hat." Dafür muss er erneut an Rosberg vorbei. Das Duell 2.0 ist eröffnet.

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