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Bernie Ecclestone will eine erneute Formel-1-Reform
Bernie Ecclestone will eine erneute Reform © Getty Images

Im Kampf gegen sinkende Zuschauerzahlen will Formel-1-Boss Bernie Ecclestone die Autos aggressiver machen. Damit unterstützt er Vettel und Ferrari. Es gibt aber auch Gegner der Reform.

Mehr Power, mehr Sound, mehr Show: Im Kampf um die Zukunft der Formel 1 schlägt Bernie Ecclestone Alarm.

Der Chefpromoter will wieder Monstermotoren in den Autos und mehr Spektakel auf der Strecke sehen. Damit spricht er dem neuen Ferrari-Star Sebastian Vettel aus der Seele.

"Wir brauchen stärkere Motoren mit mehr als 1000 PS und einem guten Sound", sagte Ecclestone in einem Interview mit der Welt am Sonntag vor dem Saisonauftakt in Australien am kommenden Wochenende und forderte eine schrillere, lautere und schnellere Formel 1.

Sinkende Zuschauerzahlen

Angesichts der rapide sinkenden TV- und Zuschauerzahlen an den Rennstrecken müssen endlich tiefgreifende Reformen her, sagte Ecclestone: "Wir müssen dem Publikum das geben, was es sehen will. Fahrer, die gegeneinander Rennen fahren. Rad an Rad."

Mit seinen Forderungen rennt Ecclestone besonders bei Vettel offene Türen ein. Der Heppenheimer mosert seit einem Jahr über die Einführung der Turbo-Hybrid-Motoren, die seit 2014 die Formel-1-Boliden antreiben. Vettel wählte Begriffe wie Staubsauger oder Rasierapparat, um die Aggregate zu beschreiben.

Ecclestone fordert aggressive Autos

"Kein Mensch interessiert sich für die komplizierten technischen Details der Autos, wenn sie schnell sind, gut aussehen und unsere Fahrer eine gute Show mit ihnen liefern", sagte Ecclestone nun: "Wir brauchen Autos mit breiten Reifen, Autos, die schön und aggressiv aussehen. Echte Formel-1-Autos eben. Da müssen wir wieder hin."

Die V6-Hybrid-Motoren hält der britische Milliardär für zu teuer und zu kompliziert. "Ich kann nichts an dem Ding erkennen, was gut ist für die Formel 1", sagte er. Schon für die Saison 2017 hofft Ecclestone auf Änderungen im Reglement.

Doch eine Umsetzung liegt in weiter Ferne. Innerhalb der Formel 1 wird schon länger über mögliche Regeländerungen diskutiert, um die Rennserie wieder interessanter zu machen.

Allerdings blockieren sich die Teams untereinander bei den Reformbemühungen. Während Mercedes als Profiteur der neuen Motoren gilt und ihn verteidigt, macht Ferrari aus seiner Ablehnung keinen Hehl.

Zustimmung von Ferrari

Mehr Power, mehr Sound, mehr Show: Ferraris neuer Teamchef Maurizio Arrivabene will in Zukunft wieder "Autos sehen, mit denen man die Fans gewinnen kann. Autos, die eine Lautstärke produzieren, die Gänsehaut verursacht. Wie bei einer Heavy-Metal-Band".

Dahinter steckt natürlich auch eine gewaltige Portion Eigennutz. Denn kein Hersteller hat den Start in die neue Motoren-Ära derart verschlafen wie die Scuderia. Auch in diesem Jahr werden die stolzen Italiener mit Vettel am Steuer wohl wieder nur hinter dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg hinterherfahren.

Vettel wirbt um Geduld

"Mercedes war voriges Jahr weit voraus, die müssten im Winter schon weniger als nichts gemacht haben, um diesen Vorsprung zu vergeigen", sagte Vettel dem Spiegel. Bei der Aufholjagd wirbt der 27-Jährige um Geduld.

"Wir müssen geduldig sein und schauen, dass wir als Team in die richtige Richtung arbeiten und sich die Dinge zum Besseren wenden", sagte Vettel. Genau wie Ecclestone will der entthronte Weltmeister in Zukunft wieder mehr Power, mehr Sound, mehr Show.

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