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München - Nico Rosberg spricht vor dem Saisonstart der Formel 1 im SPORT1-Interview offen über seine WM-Chancen, den Umgang mit Teamrivale Hamilton und die neue Rolle von Vettel im Ferrari.

Viel fehlte Nico Rosberg nicht zum WM-Titel.

Bis zum letzten Rennen hatte er sich im vergangenen Jahr ein mitreißendes Duell mit seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton geliefert, ehe er sich dem Briten in Abu Dhabi geschlagen geben musste.

In diesem Jahr will er den Spieß umdrehen. Dafür hat der 29-Jährige in den vergangenen Monaten hart an sich gearbeitet, auch seine Ernährung stellte er um (DATENCENTER: Der Rennkalender).

Im Gespräch mit SPORT1 nennt er einen weiteren Grund, warum es 2015 mit dem Titelgewinn klappen kann. Es wäre neben der im Sommer anstehenden Geburt seiner Tochter das zweite Highlight in diesem Jahr.

Der gebürtige Wiesbadener äußert sich auch zu einem gescheiterten Experiment, dem Umgang mit Hamilton und Sebastian Vettels neuer Rolle bei Ferrari.

SPORT1: Sie haben mit dem F1 W06 Hybrid viele Testkilometer zurückgelegt. Wie ist Ihr Eindruck vom neuen Silberpfeil, ist mit einer ähnlichen Dominanz wie in der vergangenen Saison zu rechnen und wen sehen Sie als schärfste Rivalen?

Nico Rosberg: Es sieht nicht schlecht aus. Aber mal abwarten. In der Formel 1 kann alles passieren. Ferrari hat am meisten zugelegt. Aber ich schätze Williams und Red Bull noch stärker ein. Red Bull hat noch gar nichts zeigen wollen in den Tests.

SPORT1: Bei den Testfahrten in Barcelona wurden Sie von einer Nackenentzündung geplagt und haben danach die Sitzposition geändert. Können Sie wieder beschwerdefrei am Steuer sitzen und ist das Problem durch die Änderung der Sitzposition behoben?

Rosberg: Ja, ich bin komplett beschwerdefrei. Ich wollte mal was Neues probieren, ein wenig mehr nach vorne sitzen. Aber das ging schief. Da war ich selber schuld.

SPORT1: Als Vize-Weltmeister gehen Sie auch als erster Herausforderer von Teamkollege Lewis Hamilton in die Saison. Warum klappt es diesmal für Sie mit dem Titel?

Rosberg: Weil ich die Erfahrung aus 2014 habe. Seitdem weiß ich, dass der Titel drin ist.

SPORT1: Was können, werden, müssen Sie besser bzw. anders machen, um am Ende den WM-Titel einzufahren?

Rosberg: Ein paar Dinge verbessern. Zum Beispiel die gute Form aus dem Qualifying auch am Sonntag bestätigen, um dort auch vor Lewis zu bleiben.

SPORT1: Nach dem doch nicht ganz einfachen internen Duell im Vorjahr: Wie würden Sie derzeit Ihr Verhältnis zu Lewis Hamilton beschreiben? Befürchten Sie ähnliche nervenaufreibende Zweikämpfe und wurde im Team schon eine Art "Verhaltenskodex" für die neue Saison festgelegt? Verspüren Sie im Vergleich zu Hamilton bei Mercedes genügend Wertschätzung?

Rosberg: Es ist recht neutral. Wir haben diesen Basis-Respekt von unserer gemeinsamen Zeit im Kart. Da haben wir viel zusammen gemacht. Jetzt haben wir unsere Auf und Abs. Das ist immer so, weil wir gegeneinander fahren.

SPORT1: Mit Sebastian Vettel hinterlässt Ferrari einen besseren Eindruck als im Vorjahr. Was trauen Sie Ferrari und Sebastian Vettel diese Saison zu?

Rosberg: Viel. Ferrari und Sebastian darf man nie unterschätzen. Eine traditionsreiche Marke, für die nur das Siegen zählt. Ich denke aber, dass es noch ein wenig Zeit brauchen wird, bis alle Umstellungen Früchte tragen. Das hat bei uns auch einige Jahre gedauert. Ich denke, für ihn persönlich war es auf jeden Fall eine gute und richtige Entscheidung, dorthin zu wechseln. Nach so vielen Jahren braucht man auch mal einen Wechsel, neue Impulse. Dann hat man wieder viel mehr Energie. Das habe ich bei meinem Wechsel zu Mercedes auch gemerkt.

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