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Niki Lauda ist dreimaliger Weltmeister
Niki Lauda fände ein Aus für einen Grand Prix in Deutschland in diesem Jahr schade © getty

Niki Lauda hat den Rennveranstaltern in Hockenheim und am Nürburgring die Schuld dafür gegeben, dass das Formel-1-Rennen in Deutschland auf der Kippe steht.

"Natürlich wäre es schade, wenn in diesem Jahr kein Grand Prix in Deutschland stattfinden könnte", sagte der Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams im Interview mit dem Tagesspiegel.

Aber man müsse in dem Fall auch sagen: "Wenn der Veranstalter nicht in der Lage ist, ein Rennen auf die Beine zu stellen, dann ist das nicht die Schuld von Bernie Ecclestone." Der Nürburgring sei in Konkurs gegangen, "da kann niemand anderes etwas dafür".

Das Grundproblem sei, dass den Zuschauern in Deutschland zu wenig geboten werde. "Es liegt an den Veranstaltern – die müssen aus dem ganzen Wochenende ein Event machen. Wie in Österreich, in Silverstone, in Spa, in Melbourne. Da funktioniert es ja auch."

Der Poker um die Austragung des Rennens tobt seit Wochen. Doch die Gespräche zwischen Ecclestone und den finanziell angeschlagenen Betreibern des Nürburgrings stocken und stehen vor dem Aus. "Es gibt nicht mehr viel, was wir tun können", sagte Ecclestone, der die Verträge mit den Streckenbetreibern aushandelt.

Sie sind nicht bereit, das von Ecclestone geforderte Antrittsgeld in zweistelliger Millionenhöhe zu bezahlen. Außerdem gibt Lauda dem aktuellen Regelwerk eine Mitschuld für den allgemeinen Zuschauerschwund in der Formel 1. 

"Die Formel-1-Autos sollten wieder schwieriger zu beherrschen sein", sagt Lauda. "Heute kann fast jeder Formel 1 fahren, weil die Autos in der derzeitigen Formel relativ einfach zu fahren sind. Wenn man die Autos für 2017 verändert, dann muss man darauf achten, dass das Limit wieder höher und schmaler wird. Wenn das Limit dann abreißt, dann muss das abrupt passieren, nicht allmählich. Dann trennt sich ganz automatisch auch wieder schneller die Spreu vom Weizen in den Fahrerqualitäten."

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