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Australian F1 Grand Prix
Sebastian Vettel fährt seit 2007 in der Formel 1 © Getty Images

München - Sebastian Vettel wird seiner Rolle als Ferrari-Hoffnungsträger schon im ersten Rennen gerecht. Mit seinem Blitzstart stellt er selbst Michael Schumacher in den Schatten. Doch die Scuderia will mehr.

Ferrari packt an. Und zwar Umzugskisten: In Maranello bezieht die Formel-1-Abteilung ihr neues Hauptquartier. Moderner soll es werden, noch zweckdienlicher. Ein weiterer Schritt auf der Mission Weltmeisterschaft.

Den ersten hat die Scuderia mit der Verpflichtung von Sebastian Vettel getan. Wie wichtig der war, zeigte das erste Saisonrennen in Australien eindrucksvoll. Als Dritter war Vettel Best of the Rest hinter den überragenden Mercedes.

Erfolgreicher als Schumacher

Gleich in seinem ersten Rennen in Rot stand der Heppenheimer auf dem Podium und feierte sein Team nach der Zielflagge per Boxenfunk auf Italienisch. Die italienischen Medien überschlugen sich mit Lobeshymnen. "Seb, der Italiener", feierte der Corriere della Sera den viermaligen Weltmeister. Ein Einstand, der selbst dem großen Michael Schumacher verwehrt blieb.

Der spätere Rekordweltmeister schied bei seinem ersten Rennen für Ferrari 1996 in Melbourne nach 32 Runden mit Bremsproblemen aus. Er musste damals einen maroden Rennstall wieder auf Touren bringen. Doch mit seinem Ferrari F310 war Schumacher auf verlorenem Posten. Der unzuverlässige Bolide hinkte den dominierenden Williams hinterher und war immer wieder für technisch bedingte Ausfälle gut. Besonders hart traf es Schumachers Teamkollegen Eddie Irvine, der in der Saison 1996 achtmal in Folge ausgefallen war.

Ganz abgeschüttelt hat Ferrari die Schlampereien auch heute nicht: Kimi Räikkönen wurden in Melbourne gleich zwei verhunzte Boxenstops zum Verhängnis. Dennoch ist die Basis für eine erfolgreiche Saison gelegt. In den Tests vor der Saison sowie am Rennwochenende in Australien glänzte der Ferrari SF15-T mit Konstanz und guter Performance.

Arrivabene nimmt Mercedes ins Visier

Zwar reicht es derzeit weder an die Gesamtperformance von Mercedes, noch an den Top-Speed von Williams heran, doch Sebastian Vettels Marathonfahrten im Simulator machen sich bezahlt. Der neue Bolide ist bedeutend besser fahrbar. Das bestätigte auch Teamkollege Räikkönen.

So richtet Teamchef Maurizio Arrivabene den Blick bereits nach vorne: "Wir müssen jetzt unsere Perspektive ändern. Es ist Zeit, nicht mehr nach hinten zu schauen und zu überlegen, wie wir Williams oder Red Bull bezwingen können. Sondern nach vorne. Wir müssen schauen, wie wir Mercedes einholen können."

Gegen die Schmach von 2014

Vettel selbst war diesbezüglich nach dem gelungenen Start in Australien optimistisch: "Wir haben ein Auto, mit dem wir arbeiten können. Ich bin sicher, dass uns das gelingen wird."

Für ihn gilt es, die Schmach der stolzen Scuderia aus dem Vorjahr zu tilgen. Es war die erste Saison seit 1993, in der Ferrari keinen Saisonsieg feiern konnte. Überhaupt reichte es nur zu einem kümmerlichen Podestplatz. Immerhin diese Marke hat Vettel nun schon egalisiert. Der Hoffnungsträger liefert, und das vom ersten Rennen an.

Im Laufschritt wandelt er auf Schumachers Spuren. Dass Vettel einen ähnlich hohen Wert für ein Team haben kann wie der Kerpener, zeigt ein Blick auf die Verschmähten: Vettels schmollendem Ex-Rennstall Red Bull droht ein ähnlicher Absturz wie Benetton in den Jahren nach Schumacher.

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