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Zum vierten Mal in dieser Saison verliert Nico Rosberg (r.) das Qualifying-Duell mit seinem Teamkollegen Lewis Hamilton © Getty Images

München - Die Taktik von Nico Rosberg im Qualifying von Bahrain geht nach hinten los, weil er Vettel unterschätzt. Hamilton setzt andere Prioritäten - mit Erfolg.

Nico Rosberg muss sich vorkommen wie in einer Endlosschleife. 

Wieder trat er bei der Pressekonferenz der schnellsten Drei auf, wieder wurde er begleitet von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, und wieder war er der einzige Enttäuschte.

Während sein britischer Teamkollege und sein deutscher Landsmann in die Kameras strahlten, war seine Miene so finster wie der Himmel über der Wüste.

Nur Platz drei für Rosberg

Beim Qualifying in Bahrain, das in der Dämmerung startete und bei Dunkelheit zu Ende ging, musste sich der Vizeweltmeister mit Platz drei zufrieden geben - hinter Polesetter Hamilton und Vettel (Rennen, So. ab 16.45 Uhr im LIVETICKER).

Sauer war er diesmal aber nur auf sich selbst, nachdem er in Schanghai vor einer Woche auch Hamilton für seine Renn-Niederlage gegen den Stallrivalen verantwortlich gemacht und damit die nächste Runde im Mercedes-Zoff ausgelöst hatte.

Die falsche Strategie

"Für mich war es definitiv nicht ideal heute, hauptsächlich von meiner Strategie her", sagte Rosberg. Um seine Reifen für den ersten Stint im Rennen zu schonen, wählte er im zweiten Qualifying-Abschnitt eine sehr defensive Taktik.

Das sei zwar super für den Rennsonntag. "Aber es war für das Qualifying nicht gut, weil ich dadurch nie in einen Rhythmus reingekommen bin. Ich hatte nur eine Runde auf neuen Reifen - ganz am Ende. Dadurch hat es halt hinten und vorne nicht so richtig gepasst", gestand der 29-Jährige.

Am Ende kostete ihn dieses Pokerspiel nicht nur die Pole-Position, es setzt ihn auch für den Rennstart gehörig unter Zugzwang. Dann hat er nicht nur Hamilton vor sich, sondern auch noch den starken Vettel im Ferrari.

"Das habe ich nicht erwartet"

"Die größte Enttäuschung ist, dass mich Sebastian noch erwischt hat. Das habe ich nicht erwartet", sagte der gebürtige Wiesbadener, der in der Qualifikation mehr als eine halbe Sekunde auf Hamilton verlor.

15 Hundertstel war Vettel schneller als Rosberg, und entsprechend besser gelaunt als der Landsmann im Silberpfeil.

Vettel wieder in Reihe 1

"Heute haben wir es erstmals geschafft, die Mercedes bei trockenen Bedingungen im echten Zweikampf zu trennen. Das macht mich glücklich", freute sich der viermalige Weltmeister, der zum zweiten Mal in dieser Saison in der ersten Startreihe steht.

Beim ersten Mal konnte er anschließend das Rennen gewinnen und in Malaysia seinen Premierensieg für Ferrari feiern. Eine Wiederholung in Bahrain ist nicht ausgeschlossen, auch wenn die Scuderia im Gegensatz zu Mercedes technisch nicht aufgerüstet hat. "Es ist wohl eher die Strecke, die uns ein wenig besser zu liegen scheint", sagte er.

Hamilton glücklich über sein Biest

Top-Favorit bleibt aber auch auf dem Bahrain International Circuit Lewis Hamilton. Der Brite baute seine makellose Bilanz auf vier Pole-Positions in vier Rennen aus und macht nicht den Eindruck, als ob er an seinem dritten Saisonsieg zweifeln würde.

"Ich bin sehr zufrieden, denn es war natürlich schon von vornherein mein Ziel, diese Strecke hier richtig anzupacken", sagte der Weltmeister über seine Pole-Premiere in Bahrain.

Auch über seinen Silberpfeil fand er nur lobende Worte: "Ich darf mich glücklich schätzen, dieses Biest unter mir zu haben. Mit diesem Auto kann ich die Kurven hier richtig attackieren."

Dies tat Hamilton übrigens auch in Q2 - ohne Rücksicht auf seine Gummis. Ihm war die Pole-Position offensichtlich wichtiger als die frischeren Reifen.

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