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Sebastian Vettel ist viermaliger Weltmeister
Sebastian Vettel ist viermaliger Weltmeister © Getty Images

München - Vor dem China-GP hält sich Sebastian Vettel mit Kampfansagen zurück - will Mercedes aber weiter auf der Strecke ärgern. Sein Ferrari-Teamkollege schlägt forschere Töne an.

Die vor dem Ferrari-Restaurant ausgestellte Siegertrophäe aus Malaysia war ein begehrtes Foto-Objekt bei den Ferrari-Mitarbeitern. Kein Wunder - schließlich musste man zuvor fast zwei Jahre auf einen Sieg warten.

Eine lange Zeit für die erfolgsverwöhnten Italiener, die seit 1994 keine so lange Durststrecke mehr durchleiden mussten. Also zu jener Zeit, als Michael Schumacher noch für Benetton fuhr.

Vettel verzichtet auf Kampfansagen

Wie sein Vorbild damals will sich aber auch Sebastian Vettel nicht auf diesem Erfolg ausruhen. So setzte sich der viermalige Weltmeister nur wenige Tage nach dem Sieg wieder in den Simulator im italienischen Maranello und feilte am richtigen Setup für die kommenden Aufgaben.

Kampfansagen in Richtung Mercedes gibt es vor dem China-GP (Freies Training, Fr. ab 7 Uhr im TV auf SPORT1 und ab 6.45 Uhr im LIVETICKER) von Vettel keine: "Wir bleiben realistisch, denn unsere Ziele haben sich nicht geändert. Wir wollen bestätigen, dass wir ein schnelles Auto haben."

Vettel weiß, dass der frühe erste Sieg mit Ferrari vor allem der besseren Taktik und der enormen Hitze geschuldet war. "Shanghai ist eine ganz andere Strecke, zudem wird es deutlich kühler. Trotzdem werden wir so hart fahren, wie es irgendwie geht", sagte Vettel vor dem Rennen in China.

"Es kann auf und ab gehen"

Auf einer Runde sind die Mercedes bei trockenen, weniger heißen Bedingungen noch immer in einer eigenen Liga und auch im Rennen etwas schneller als Ferrari.

Vettel rechnet deshalb in China nicht mit dem nächsten Sieg: "Wir wissen, dass Mercedes in einer sehr, sehr starken Position ist. Es war gut zu sehen, dass wir so wettbewerbsfähig sind, aber es kann auf und ab gehen. Wir wollen jetzt sicherstellen, dass es mehr nach oben als nach unten geht", sagte Vettel.

Auch wenn er nur drei Punkte hinter WM-Leader Lewis Hamilton liegt, verschwendet der Heppenheimer an den WM-Titel aktuell keinen Gedanken. "Generell wollen wir uns so stabilisieren, dass wir das Team hinter Mercedes sind und vor anderen starken Gegnern wie Williams oder Red Bull stehen", sagte Vettel. Erst wenn die Scuderia seine Position in der Spitze gefestigt habe, könne man "die Lücke zu Mercedes weiter verkleinern.

Räikkönen ungewohnt angriffslustig

Überraschend forsch äußert sich dagegen sein Teamkollege Kimi Räikkönen: "Es mag schon stimmen, dass uns die Hitze von Sepang entgegen gekommen ist. Aber die Leute vergessen, dass wir vom Rennverlauf in Australien nicht begünstigt waren. Hätten wir dort hinter den Mercedes freie Fahrt gehabt, dann hätten die Silberpfeile nie einen solchen Vorsprung herausfahren können."

Malaysia zeigt, dass auch Mercedes unter Druck nicht immer fehlerfrei agiert. "Wenn das Safety-Car-Fenster aufgeht, versucht man es zu nutzen. Das haben zwei Drittel des Feldes gemacht. Im Nachhinein muss man aber sagen: Die Gescheiten nicht", sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda nach dem Rennen bei RTL.

Leistet sich Mercedes erneut einen kleinen Patzer, würde Vettel das nur allzu gern bereits in China nutzen. Denn mit seinem 41. Sieg hätte Vettel die Formel-1-Legende Ayrton Senna eingeholt: "Diese Bestmarke würde für jeden Fahrer viel bedeuten. Es war schon sehr speziell, den 40. Sieg zu holen. Ich hoffe, dass der nächste nicht zu weit entfernt ist."

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