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Sakhir - Mercedes-Pilot Nico Rosberg entscheidet in Bahrain den ersten Schlagabtausch gegen Lewis Hamilton für sich. Ferrari lauert, aber Vettel sorgt für eine Schrecksekunde.

Im gleißenden Flutlicht von Sakhir hat Nico Rosberg seinen ungeliebten Stallrivalen Lewis Hamilton zum Auftakt des Großen Preises von Bahrain in den Schatten gestellt.

Im freien Training zum vierten Formel-1-Saisonlauf gelang dem Vizeweltmeister aus Wiesbaden in 1:34,647 Minuten die beste Zeit.

Der WM-Führende und Titelverteidiger Hamilton hatte 0,115 Sekunden Rückstand.

Ferrari liegt in Lauerstellung

Hinter den erneut dominierenden Silberpfeilen musste sich Sebastian Vettel (+0,630 Sekunden) im Ferrari mit Rang vier begnügen. Vor ihm landete sein finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen (+0,527).

Das Spektakel in der Hitze des Golfstaats verspricht auch im Rennen am Sonntag (ab 16.45 Uht im LIVETICKER) jede Menge Spannung, denn Vettel plant den nächsten Angriff auf Mercedes, während Rosberg und Hamilton den Sieg am liebsten unter sich ausmachen wollen.

"Ich bin hier, um zu gewinnen. Und ich glaube daran, dass ich Lewis schlagen kann", sagte Rosberg. 2014 gab es in Sakhir das beste Rennen der Saison, nun will Rosberg den nächsten Showdown gegen Champion Hamilton unbedingt für sich entscheiden.

Vettel will Mercedes ärgern

Bei Temperaturen von bis zu 37 Grad könnte Vettel allerdings erneut zum großen Spielverderber werden und wie schon in Malaysia siegen.

"Wir sollten in einer guten Situation sein und wollen Mercedes weiter richtig ärgern", sagte Vettel, der sich im Training bei einem kleinen Unfall den Frontflügel beschädigte. In allen drei Rennen für die Scuderia stand der Heppenheimer bislang auf dem Podest, auch in Bahrain ist er der größte Mercedes-Gegner.

"Ferrari ist definitiv eine große Gefahr für uns", sagte Rosberg. Und zumindest da ist sich der Wahl-Monegasse mit Hamilton einig. Der Brite meinte: "Wir werden definitiv gegen sie antreten."

"Hatten schon schlimmere Zeiten"

Am vergangenen Sonntag in China siegte Hamilton vor Rosberg, ehe es im Duell der "Silberfeinde" erneut knallte. Rosberg warf seinem ungeliebten Stallrivalen Egoismus vor, weil dieser ihn durch zu langsames Fahren in große Bedrängnis gebracht hatte.

Es folgte ein öffentliches Wortgefecht, mittlerweile hat der Rennstall das Thema für beendet erklärt. "So groß war das gar nicht, da hatten wir schon viel schlimmere Zeiten in unserem Duell", sagte Rosberg.

Der Zoff begann vor genau einem Jahr in Bahrain. In einem hochdramatischen Rennen hatte Hamilton vor Rosberg gesiegt und auf der Strecke aus Sicht des Deutschen nicht immer fair gekämpft. Rad an Rad rasten die Silberpfeile erbittert durch die Kurven, schenkten sich nichts und boten den Fans mit waghalsigen Manövern ein Spektakel.

Keine Teamorder bei Mercedes

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Lewis Hamilton musste sich beim Nachttraining Nico Rosberg geschlagen geben © Getty Images

Trotz einer neuerlich drohenden Eskalation wird es bei Mercedes keine Teamorder geben, kein Fahrer soll Vor- oder Nachteile bekommen, betonte Motorsportchef Toto Wolff.

Allerdings dürfen es beide auch nicht übertreiben: "Beide wissen, dass die oberste Maxime des Teams lautet, für Mercedes-Benz zu gewinnen."

Natürlich ist das auch Hamiltons Ziel. Für den 30-Jährigen geht es bereits um den dritten Saisonsieg. In der WM-Wertung führt er mit 68 Punkten vor Vettel (55) und Rosberg (51).

"Kein Problem mit Nico"

"Ich erinnere mich gerne an den Sieg im letzten Jahr, das war ein fantastisches Rennen. Am Sonntag will ich das wiederholen", sagte Hamilton, für den Rosbergs verbaler Angriff abgehakt ist: "Es gibt kein Problem mit Nico."

Für Vettel ist das Geplänkel ohnehin "irrelevant, denn wir schauen nur auf uns", sagte der 27-Jährige.

2012 und 2013 gewann er in Bahrain, eine Wiederholung scheint möglich. Doch der Hesse bremste lieber die Erwartungen: "Man muss realistisch bleiben. Mercedes hat im Moment das stärkste Paket." In Malaysia hinderte ihn das aber auch nicht am Sieg.

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