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Australian F1 Grand Prix
Nico Hülkenberg liegt mit 6 Punkten auf Rang 10 der WM-Wertung © Getty Images

Manama - Während Vettel und Rosberg um Siege kämpfen, erlebt der dritte Deutsche die schwierigste Situation seiner Karriere. Hoffnung auf Besserung hat Nico Hülkenberg kaum.

In Nico Hülkenbergs Stimme klingt der Frust mit, wenn er über seine bislang so enttäuschende Saison in der Formel 1 spricht. "Solche Rückschritte möchte niemand mitmachen, deswegen ist das eine harte Zeit, aber da müssen wir jetzt durch", sagt der 27-Jährige: "Kompliziert ist es sicher auch, wenn man sieht, wo wir letztes Jahr schon waren."

In der vergangenen Saison schaffte es Hülkenberg in 15 von 19 Rennen in die Punkte, holte starke 96 WM-Zähler und war als Neunter eine der positiven Überraschung.

Wenige Monate später sieht alles anders aus, und der Emmericher gibt offen zu: "Aus eigener Kraft ist es momentan eher schwierig, Punkte zu holen." In Malaysia hatte es nur zu Rang 14 gereicht. Beim Großen Preis von China am Sonntag musste er seinen Boliden sogar schon nach elf Runden abstellen, Getriebeprobleme sorgten für schlechte Laune.

Urlaub als Frustbewältigung

Anschließend verabschiedete sich Hülkenberg zur Frustbewältigung drei Tage in den Kurzurlaub nach Dubai, doch schon am kommenden Wochenende steht der Große Preis von Bahrain an. "Sportlich gesehen muss man sagen, dass da nicht mehr zu erwarten ist", sagte Hülkenberg. WM-Punkte zu holen, dürfte zur Mammutaufgabe werden (Datencenter: Fahrerwertung).

Den Grund für den plötzlich so großen Rückstand des finanziell chronisch klammen Teams kann der Rheinländer schnell nennen. "Wir sind im Winter auf der Stelle stehen geblieben und haben das Auto nicht wirklich richtig weiterentwickelt, alle anderen aber schon", sagte Hülkenberg. Grund dafür sind auch die wirtschaftlichen Probleme des britisch-indischen Rennstalls, für den er seit der vergangenen Saison fährt.

Schwierigste Situation der Karriere

Obwohl Hülkenberg momentan in der schwierigsten Situation seiner Karriere ist, fehlt es ihm nicht an Motivation. "Wie unprofessionell wäre es denn, wenn man nach drei Wochen von einem Dreivierteljahr den Kopf in den Sand steckt?", sagte Hülkenberg: "Wir haben immer noch einen der geilsten Jobs, die es auf der Welt gibt. Es macht Spaß, mit einem Formel-1-Auto zu fahren."

Frühestens im Juni soll es merklich bergauf gehen, dann gibt es zum Rennen in Österreich ein ersehntes großes Technik-Update. Bis dahin müssen Hülkenberg und sein mexikanischer Stallrivale Sergio Perez auf Fehler der Konkurrenz hoffen. Das klappte schon in Australien, als Hülkenberg nach vielen Ausfällen der Gegner Sechster wurde und die ersten Punkte holte.

Hülkenberg muss sich gedulden

Befriedigend ist diese Situation für ihn aber keineswegs. "Es ist im Moment schon schwierig. Vor allem deswegen, weil man auch noch so lange auf Verbesserung warten muss", sagt er. Der indische Teamchef und Multimillionär Vijay Mallya meinte: "Es liegt noch ein langer Entwicklungsprozess vor uns. Wir wissen, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen."

Vor ziemlich genau einem Jahr war die Euphorie bei Force India noch grenzenlos. Im April 2014 sorgte Perez als Dritter in Bahrain für den größten Erfolg in der jüngsten Vergangenheit des Teams. Hülkenberg wartet noch immer noch auf seinen ersten Podiumsplatz. Und es scheint so, als sei auf dem Weg dorthin weiter viel Geduld gefragt.

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