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Sebastian Vettel musste einen unplanmäßigen Stopp einlegen © Imago

München - Sebastian Vettel verpasst beim Bahrain-GP zum ersten Mal in dieser Saison das Podest und räumt Fehler ein. Nico Rosberg wird für seine Angriffslust bitter bestraft.

Drei Mal stand Sebastian Vettel in dieser Saison bereits auf dem Podium.

Viele rechneten damit, dass es der Heppenheimer auch im vierten Rennen dorthin schaffen würde.

Doch beim Großen Preis von Bahrain musste er den ersten Rückschlag hinnehmen, feiern lassen konnten sich Andere. Der zweitplatzierte Kimi Räikkönen etwa, sein Teamkollege bei Ferrari. Oder Sieger Lewis Hamilton, der auch im Wüstenstaat keinen Zweifel an seiner Dominanz aufkommen ließ und seinen Stallrivalen Nico Rosberg auf Platz drei verwies.

Zu viele Fehler

Vettel durfte diesmal bei der Party auf dem Podest nicht mitmischen. Dafür unterliefen dem an Position zwei ins Rennen gegangenen Deutschen zu viele Fehler. Der letzte kostete ihn endgültig einen Platz unter den ersten Drei (Datencenter: Das Rennergebnis).

"Ich kam ein wenig neben die Strecke. Dort hat es vermutlich einen Schlag gegeben. Da habe ich mir anscheinend eine Ecke vom Flügel abgefahren", beschrieb er die entscheidende Szene in der 36. Runde.

Rosberg hatte ihn in seinem Silberpfeil nicht zum ersten Mal in diesem Rennen unter Druck gesetzt. Und wieder verfehlte der Angriff die Wirkung nicht. Vettel ließ sich zu weit aus der Kurve tragen, pflügte durch den Sand neben der Strecke und beschädigte dabei die Frontpartie seines Ferrari.

Vettel kommt nicht an Bottas vorbei

Als er nach dem nötigen Boxenstopp mit neuer Nase wieder auf die Strecke ging, fand er sich auf dem fünften Platz wieder. Es folgten verbissene Versuche, wenigstens Williams-Fahrer Valtteri Bottas zu überholen. Doch auch dies misslang, er konnte sich nicht mehr verbessern.

"Passiert manchmal", sagte der viermalige Weltmeister und versuchte erst gar nicht, seine bislang schlechteste Vorstellung im Ferrari schön zu reden. "Ich hätte heute besser fahren können", sagte er.

Dies galt schon für die erste Hälfte des Rennens, als er sich zwei Mal von Rosberg überrumpeln ließ oder - wie er es ausdrückte - "ablatzen ließ".

Rosberg angriffslustig

Der Mercedes-Pilot ließ seinen Landsmann nicht nur auf der Strecke in Sakhir hinter sich, er verdrängte ihn auch von Platz zwei der WM-Wertung (Datencenter: Fahrerwertung).

"Die Überholmanöver haben Spaß gemacht. Rote Autos zu überholen, macht immer Spaß", sagte Rosberg, der sich in Bahrain so angriffslustig wie lange nicht mehr präsentierte.

Nicht nur an Vettel zog er vorbei, auch Räikkönen krallte er sich mit einem beherzten Manöver, nachdem der Finne kurz nach dem Start an ihm vorbeigezogen war.

Bremsprobleme kosten Platz zwei

Allerdings sollte er seine Manöver kurz vor Schluss teuer bezahlen. "Ich hatte am Ende keine Bremsen mehr", beschrieb er die Szene aus der vorletzten Runde, als er eine Kurvenausfahrt nicht mehr erwischte und Räikkönen wieder an sich vorbeiziehen lassen musste.

Der Finne krönte damit seine starke Leistung und fuhr erstmals seit seinem Comeback bei Ferrari vor eineinhalb Jahren wieder aufs Podest.

"Für Kimi ist es natürlich toll, und für das Team dementsprechend auch. Es war wieder ein tolles Wochenende", sagte Vettel. Für ihn persönlich galt das an diesem Sonntag nicht.

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