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Sebastian Vettel (l.) und Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene im Gespräch © Getty Images

München - Mit runderneuertem Ferrari ist Vettels Angriff auf Mercedes in Barcelona verpufft. Es kursiert eine wilde Begründung. Doch es gibt Hoffnungsschimmer.

Die frisch operierte linke Hand schmerzte Maurizio Arrivabene weniger als Ferraris Auftritt in Barcelona.

"Ich habe ja noch eine gesunde Hand", sagte der Teamchef der Scuderia, der mit seiner knallharten Art auch einem Italo-Western entstiegen sein könnte.

Vor allem sportlich aber hinterließ das Abschneiden von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen beim Grand Prix von Spanien Spuren im ohnehin schon zerfurchten Gesicht des 58-Jährigen.

"Ich bin recht unglücklich, was das Wochenende insgesamt angeht. Denn die Lücke zu Mercedes ist eher größer geworden", sagte Arrivabene und machte aus seiner schlechten Stimmung keinen Hehl.

Angriff verpufft

Mit runderneuerten Autos wollte Ferrari beim Angriff auf die Silberpfeile noch mehr Druck machen, den Abstand zu Mercedes verkürzen.

Doch dieses Ziel hat Ferrari klar verpasst, das Vorhaben ist vorerst verpufft.

"Platz drei war das Maximum", befand Vettel realistisch.

"Updates funktionieren"

Als Fehlgriff wollte Arrivabene die Neuerungen dennoch nicht bewerten.

"Die Updates funktionieren, man sieht ja den Unterschied zwischen Kimi und Seb", sagte Arrivabene.

Räikkönen war im Gegensatz zu Vettel noch nicht mit der neuesten Version aus Maranello unterwegs und musste sich Vettel sowohl im Qualifying als auch im Rennen geschlagen geben.

Am Sonntag kam er sogar noch hinter seinem finnischen Landsmann Valtteri Bottas im Williams als Fünfter ins Ziel - mit einem Rückstand von über einer Minute auf Sieger Nico Rosberg.

Bei Benzinverbrauch getrickst?

Inzwischen kursiert eine ominöse Theorie für Ferraris Rückschritt.

Demnach soll Ferrari in den Rennen zuvor beim Benzinverbrauch getrickst haben. Diesen (verbotenen) Joker wegen schärferer Kontrollen des Automobil-Weltverbandes FIA in Barcelona aber nicht habe ausspielen können.

Ferrari äußerte sich zu diesen Vorwürfen bislang nicht.

"Zurück in die Vergangenheit!"

"Ferrari, zurück in die Vergangenheit!“, titelte Repubblica unbarmherzig.

Eine Kritik, die schon reichlich übertrieben daher kommt.

Zwar steckt Ferrari zwischen Erwartung und Wirklichkeit. Doch im Vergleich zur Katastrophen-Saison 2014 haben sich die Roten in diesem Jahr zumindest hinter Mercedes als zweite Kraft etabliert.

Man kann es auch positiv sehen: Es spricht für die Ansprüche und den Ehrgeiz unter Arrivabene und Vettel, dass sich Ferrari mit diesem Status nicht zufrieden gibt.

Hoffnung für Monaco

Dass Ferrari noch in dieser Saison zu einem Titelanwärter heranreift, war und ist nicht zu erwarten.

Dazu fehlt den Autos weiterhin der Topspeed.

Vereinzelte Überraschungen wie bei Vettels Sieg in Malaysia sollten aber trotzdem möglich sein.

"Vielleicht ist nicht alles zusammengelaufen, und wir hatten nicht das allerbeste Wochenende", sagte der viermalige Weltmeister, der sich seine gute Laune in Barcelona nicht verderben ließ: "Ich denke, dass die nächsten Rennen für uns ein bisschen repräsentativer sein werden."

Vielleicht schon in knapp zwei Wochen beim Klassiker im Fürstentum Monaco.

Dort kommen erstmals in dieser Saison die superweichen Reifen zum Einsatz. Eine Mischung, auf der sich Ferrari durchaus wohl fühlt.

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