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Ferrari-Boss Sergio Marchionne (l.) und sein Vorgänger Luca Di Montezemolo bei einer Diskussion
Sergio Marchionne (l.) und sein Vorgänger Luca Di Montezemolo © Getty Images

Luca di Montezemolo wehrt sich gegen Vorwürfe, Ferrari habe in seiner Amtszeit große Fehler gemacht. Der jetzige Erfolg habe auch mit Glück zu tun.

Der ehemalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo (67) beansprucht nach dem Aufschwung der Scuderia in der Formel 1 einen Teil des Ruhms für sich.

Sein Nachfolger Sergio Marchionne (62) und der neue Teamchef Maurizio Arrivabene (58), so Montezemolo, profitierten nun von der Arbeit, die er 2014 in die Wege geleitet habe.

"Marchionne und Arrivabene waren bisher intelligent genug, nicht alles über Bord zu werfen, was an Positivem vor ihnen geleistet wurde", sagte di Montezemolo der italienischen Tageszeitung La Repubblica: "An ihrer Stelle hätte ich im Dezember nicht behauptet, dass 2015 ein Leidensweg werde und dass riesige Fehler bei der Vorbereitung der neuen Saison gemacht wurden."

Zudem unterstrich di Montezemolo seine Rolle bei der Verpflichtung des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel (27).

"Als wir mit Marchionne feststellten, dass Fernando Alonso ständig Misstrauen gegenüber dem Team zeigte, beschlossen wir den Wechsel", sagte di Montezemolo, der 2014 nach 23 Jahren an der Ferrari-Spitze von Fiat-Chef Marchionne verdrängt wurde: "Vettel hat Arrivabene stark geholfen. Er ist ein Mensch mit einer starken Persönlichkeit, der ein neues, besseres und positives Klima mit sich bringt."

Vettel hatte mit seinem Sieg in Malaysia Ende März eine fast zweijährige Durststrecke des Traditionsrennstalls ohne Grand-Prix-Sieg beendet.

Zudem machte di Montezemolo den neuen Ferrari-Bossen ein bittersüßes Kompliment.

"Marchionne und Arrivabene haben Tolles geleistet, man muss sich bei ihnen bedanken", sagte er: "Ich denke jedoch, dass sie auch ein wenig Glück haben. Abgesehen von Mercedes haben sie keine Rivalen. Williams hat sich nicht verbessert, Red Bull ist eingebrochen, McLaren steckt in einer tiefen Krise. Ferrari hat bei jedem Rennen einen Erfolg in der Tasche. Doch wenn man Glück nicht zu nutzen weiß, hilft es wenig."

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