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Nico Rosberg
Nico Rosberg lebt mit seiner Frau in Monte Carlo © Getty Images

München - Nico Rosberg will die Aufholjagd auf Lewis Hamilton fortsetzen, wird aber in Monaco von der Vergangenheit eingeholt. Sein Rivale zieht Lehren aus dem Vorjahr, Rosberg setzt auf den Heimvorteil.

Die Szenen von vor einem Jahr sind noch in bester Erinnerung, und sie werden natürlich vor der Revanche am kommenden Wochenende wieder hervorgeholt.

Nachdem ein Verbremser von Nico Rosberg zum vorzeitigen Abbruch des Qualifyings geführt hatte, verweigerte Titelrivale Lewis Hamilton dem Mercedes-Teamkollegen den obligaten Händedruck und warf Rosberg vor, das Malheur absichtlich herbeigeführt zu haben.

Der Deutsche hatte zum Zeitpunkt seines Missgeschicks die Pole Position inne und fuhr anschließend in den engen Häuserschluchten von Monaco einen Start-Ziel-Sieg heraus. Hamilton hatte keine Chance mehr, Rosberg zu überholen. Es war das Wochenende, an dem aus Kumpels vergangener Tage endgültig Feinde wurden.

Neuauflage an der Cote d'Azur

Spanish F1 Grand Prix
Teamkollegen - doch vor allem Rivalen: Nico Rosberg und Lewis Hamilton © Getty Images

Für die Neuauflage des Silberpfeil-Duells an der Cote d'Azur (Training, Do. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) hat Hamilton schon seine Lehren gezogen. Im Bestreben um seine erste Pole Position in Monaco werde er in der entscheidenden Phase des Qualifyings nicht hinter, sondern vor dem Deutschen auf der Strecke sein, kündigte der Brite an.

Und Rosberg? Der reist nach seinem ersten Saisonsieg in Barcelona entsprechend selbstbewusst in seine Wahlheimat, wo er nach seinen Triumphen von 2013 und 2014 den Hattrick anstrebt (DATENCENTER: WM-Fahrerwertung).

Dafür blieb er nach dem Spanien-GP noch etwas länger in Katalonien und spulte im Gegensatz zu Hamilton ein umfangreiches Testprogramm auf dem Circuit de Catalunya ab.

Der letzte Sektor sei mit seinen vielen Kurven mit dem Stadtkurs in Monaco vergleichbar und liefere deshalb sehr wichtige Daten, berichtete Rosberg: "Das Auto fühlte sich sehr gut an. Deswegen bin ich optimistisch und bereit für das kommende Rennen."

Vor der eigenen Haustür

Die Strecke ist nur einen Steinwurf von seiner Wohnung im noblen Appartement-Haus "La Roccabella" entfernt. Auch deshalb ist seine Vorfreude auf den kommenden Grand Prix größer als bei anderen Rennen. Zudem lud ihn Fürst Albert am Dienstag in seinen Palast ein, Rosberg postete stolz Fotos von dem Treffen.

Der Heimvorteil, er soll ihm helfen.

"Es ist sehr cool, jede Nacht im eigenen Bett schlafen zu können", sagte der 29-Jährige, der auch in Monaco auf die Unterstützung seiner schwangeren Frau Vivian bauen kann. Sie war schon in Barcelona sein Glücksbringer.

Um den Rückstand von 20 Punkten auf Hamilton an der Spitze des WM-Klassements weiter zu verkürzen, benötigt Rosberg aber etwas mehr als nur Glück.

Vorentscheidung im Qualifying

Er braucht vor allem ein starkes Qualifying, um wieder von der Pole Position aus starten zu können.

Da die Strecke den Silberpfeilen besser liegen sollte als Herausforderer Ferrari, dürfte Hamilton zumindest in der Qualifikation sein einziger Rivale sein. Den aber sollte er hinter sich lassen, wenn er den Sieg-Hattrick feiern will. 

Lauda: Pole ist Pflicht

"Er muss da wieder auf die Pole fahren. Denn wenn der Lewis auf Pole steht, ist es vorbei", prophezeite Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda im Express.

Das Duell in Monaco wird also auch in diesem Jahr schon am Samstag seine erste Zuspitzung erfahren.

Wie die beiden Mercedes-Piloten diese Zeitenjagd bewältigen, könnte spannender werden als das Rennen am Sonntag.

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