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AUTO-PRIX-F1-MON
Sebastian Vettel liegt in der WM-Wertung hinter den beiden Mercedes-Piloten auf Platz drei © Getty Images

München - Trotz Platz zwei in Monaco wächst bei Sebastian Vettel der Unmut über die Stagnation bei Ferrari. Er stellt die jüngsten Technik-Updates in Frage und macht Druck.

Es waren ungewohnt deutliche Worte, die Sebastian Vettel benutzte.

Worte, die gar nicht zum bisherigen Saisonverlauf von Ferrari passten. Beim sechsten Rennen stand zum sechsten Mal ein Mann in Rot auf dem Podium. Das ist mehr als dem Traditionsteam vor der Saison zugetraut wurde.

Nach seinem zweiten Platz in Monaco wollte sich der viermalige Weltmeister aber nicht lange mit Dankesreden aufhalten (DATENCENTER: Rennergebnis).

Vettels Ansage ans Team

Vielmehr nahm er seine Ingenieure in die Pflicht. "Wenn sich so etwas wiederholt, dann gibt es keine Entschuldigungen mehr", sagte Vettel und bezog sich damit auf die Reifen seines SF15-T.

"Dass wir bei kühlen Temperaturen etwas Probleme haben, kann ein- oder zweimal passieren, aber dann muss man sicher sein, es in den Griff zu bekommen", lautete Vettels Ansage an das Team.

Die Enttäuschung war auch deshalb so groß, weil die Ferrari-Boliden als besonders reifenschonend galten. Und da in Monaco auch noch erstmals die supersofte Mischung eingesetzt wurde, waren die Hoffnungen besonders groß.

Riesiger Rückstand auf Mercedes

Doch schon im Qualifying deutete sich an, dass der erhoffte Sprung nach vorne ausbleiben sollte. In der Zeitenjagd belegte Vettel Rang drei - mit einem Rückstand von mehr als sieben Zehntelsekunden auf Polesetter Lewis Hamilton. In der Formel 1 ist das bereits ein himmelweiter Unterschied.

Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen lag noch weiter zurück. Sein Rückstand: über 1,3 Sekunden. 

Schon in Barcelona zwei Wochen zuvor wurden die roten Hoffnungen enttäuscht, Mercedes stärker unter Druck setzen zu können. Dabei hatte Ferrari extra ein umfangreiches Update zum Europa-Auftakt mitgebracht (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Vettel hat Zweifel

Der Ertrag hielt sich aber in Grenzen, mehr noch: Statt näher an die Silberpfeile heranzurücken, musste Ferrari auf der Jagd nach dem Branchenprimus abreißen lassen.

Bei Vettel führen die Entwicklungen offensichtlich zu größeren Zweifeln. "Es ist die Frage, ob wir das über Veränderungen am Setup in den Griff bekommen können, oder etwas grundlegend am Auto ändern müssen", rätselte der Heppenheimer.

Dass er Platz zwei in Monaco nur dem Strategiefehler von Mercedes zu verdanken hatte, war dem Hessen genauso bewusst wie seinem Teamchef.

"Wenn man meint, dass nun alles gut sei, denkt man falsch. Wir haben Barcelona noch im Hinterkopf und arbeiten intensiv an Lösungen", sagte Maurizio Arrivabene mit Blick auf die Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bringen.

Stärken bei Hitze

Vettel jedenfalls will in Zukunft nicht mehr nur von den Stärken seines Autos bei Hitzerennen profitieren, wie bei seinem bislang einzigen Saisonerfolg in Malaysia, und fordert: "Wir müssen hart daran arbeiten, um Lösungen zu finden."

Auch er weiß: Beim nächsten Rennen in Montreal wird es wohl nicht viel wärmer sein als im wolkenverhangenen Monaco am vergangenen Wochenende.

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