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Sebastian Vettel (v.) liegt nach vier Rennen auf Platz drei der WM-Wertung © Imago

München - Ferrari stattet Sebastian Vettel für den Grand Prix von Spanien mit einem runderneuerten Auto aus. Damit geht er nicht nur auf die Jagd nach den Silberpfeilen.

Von einem Beziehungsproblem konnte bislang keine Rede sein.

Seit den ersten Runden harmonieren Sebastian Vettel und sein auf den Namen "Eva" getaufter Ferrari bestens miteinander. Viel besser als das beim Heppenheimer und seiner zickigen "Suzie" in der letzten Saison bei Red Bull der Fall war.

Dennoch hat sich die Scuderia dazu entschlossen, dem viermaligen Weltmeister für den Europa-Auftakt in Barcelona (Training, Fr. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) eine rundum erneuerte Eva in die Garage zu stellen.

Angriff auf den Branchenprimus

Laut italienischen Medien ist der Ferrari "zu 70 Prozent" neu. Neuer Frontflügel, neuer Heckflügel, neuer Diffusor und neue Motorensoftware. Damit bläst das Team aus Maranello nun endgültig zum Angriff auf Branchenprimus Mercedes (DATENCENTER: Teamwertung).

"Wir hoffen, dass uns unsere Updates näher an Mercedes heranbringen", sagte Inachi Rueda, der bei Ferrari für die Strategie verantwortlich ist.

Den großen Abstand zu den Silberpfeilen aus der vergangenen Saison konnten die Roten bereits im Winter drastisch reduzieren. "Ich glaube, sie haben beim Motor 45 PS zugelegt", sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda.

Jetzt komme es darauf an, was die Fahrer ausrichten könnten, erklärte der Österreicher mit Blick auf Vettel und seinen finnischen Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Ferrari immer auf dem Podium

Bislang war das mehr, als sie bei Ferrari und Mercedes vor Saisonbeginn für möglich gehalten haben. In der WM-Wertung liegt Vettel mit nur einem Punkt Rückstand auf Nico Rosberg auf Platz drei, direkt gefolgt von Räikkönen (DATENCENTER: Fahrerwertung).

Bei allen Rennen stand bislang ein Mann im roten Overall auf dem Podium, in Malaysia durfte Vettel als Sieger sogar das oberste Treppchen erklimmen.

In Barcelona könnte sich dieses Szenario wiederholen. Dafür sprechen nicht nur die Qualitäten der beiden Piloten und das umfangreiche Updatepaket, sondern auch die Stecke sollte den roten Rennern aus Maranello liegen.

Der raue Belag auf dem Circuit de Catalunya beansprucht die Reifen so hart wie kaum ein anderer Kurs in der Formel 1. Und in Sachen Reifenmanagement ist Ferrari den Silberpfeilen bereits jetzt ein Stück voraus.

Räikkönen fordert Vettel

Nur eitel Sonnenschein also bei der Scuderia? Nicht ganz. Wenige Tage vor dem Rennen kursierten in Italien Meldungen, wonach Ferrari den Sportdirektor und Vettel-Vertrauten Massimo Rivola vor die Tür gesetzt habe.

Außerdem hatte der viermalige Weltmeister beim vergangenen Rennen in Bahrain ungeahnte Schwächen offenbart, ließ sich von Rosberg mehrmals zu Fahrerfehlern verleiten.

"Iceman" Räikkönen hingegen fuhr sein bestes Rennen seit seinem Comeback bei Ferrari im vergangenen Jahr. Mit seinem zweiten Platz hat der Weltmeister von 2007 eindrucksvoll unterstrichen, dass er sich im teaminternen Duell seinem Kumpel nicht kampflos beugen will.

"Wir verstehen uns gut. Kimi ist sehr offen und direkt. Wenn ihn etwas stört, dann sagt er das. Das hilft der Atmosphäre im Team", sagte Vettel in der Welt am Sonntag.

Ob das bei der zunehmenden Rivalität auf der Strecke auch so bleibt, muss zumindest in Frage gestellt werden.

Ferrari-Boss Maurizio Arrivabene jedenfalls fühlte sich schon einmal bemüßigt, warnend den Zeigefinger zu heben: "Teamkollegen fahren nicht gegeneinander, sondern fürs Team. Sie können kämpfen. Aber ein Crash zwischen beiden wäre nicht akzeptabel."

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