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F1 Grand Prix of China - Practice
Sebastian Vettel ist in der Fahrerwertung derzeit Dritter © Getty Images

Spielberg - Vorm Rennen in der alten Heimat sieht sich Sebastian Vettel in seinem Wechsel zu Ferrari bestätigt. Im Duell mit Mercedes baut die Scuderia auf den Trumpf von Malaysia.

Seit rund einem halben Jahr ist Sebastian Vettel nun offiziell ein Roter, ein Teil der Scuderia Ferrari - seine fast kindliche Begeisterung für die Marke mit dem springenden Pferd hat er auch im rauen Alltag der Formel 1 nicht verloren.

"Es ist noch immer ein Traum, der wahr wird", sagt Vettel vor dem achten Saisonrennen in Österreich, und das liegt wohl vor allem an den sportlichen Ergebnissen: "Bislang übertreffen wir alle Erwartungen. Es gibt gute Gründe für weitere Träume."

Österreich weckt Erinnerungen

Denn wenn die Königsklasse zum Heimspiel seines Ex-Rennstalls Red Bull in Spielberg gastiert (Das Training am Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER), dürfte eines wieder überdeutlich werden: Vettel hat mit seinem Wechsel zu Ferrari alles richtig gemacht.

Sein früheres Weltmeisterteam aus Österreich ist in dieser Saison zum biederen Mittelklasse-Rennstall verkommen, schlägt sich auf dem Asphalt mit Schwesterteam Toro Rosso statt den Spitzenteams herum. verglichen damit strahlt die Scuderia fast schon wieder im alten Glanz.

Vettels Sieg schon im zweiten Saisonrennen in Malaysia war das Ende einer Durststrecke, aber Zufall war er nicht. Fünfmal in sieben WM-Läufen stand der viermalige Weltmeister nun bereits auf dem Podest. Ferrari und Vettel sind erster Verfolger der Mercedes-Stars Lewis Hamilton und Nico Rosberg (SERVICE: Der Stand der Fahrer-WM).

Vettel überrascht von Ferrari

Das war so kaum zu erwarten gewesen nach der vergangenen Saison, in der Ferrari nur Vierter der Teamwertung war. Für Vettel war der Wechsel daher durchaus ein großes Risiko, "es war ja kaum vorherzusagen, wie es laufen würde", sagte er kürzlich im Gespräch mit Autosport.

Doch als er das Team vor der Saison kennenlernte, sei er positiv überrascht gewesen "von der Leistungsfähigkeit und der Leidenschaft für diese Marke."

Lob vom Ferrari-Boss

Vom ersten Tag an lobt Vettel die Mitarbeiter in Maranello ausgiebig, er hat sich dort schnell viele Freunde gemacht. Und aus Sicht der Ferrari-Spitze ist der viermalige Weltmeister höchstpersönlich der Schlüssel zu neuen Erfolgen.

"Ohne jeden Zweifel" sei der Deutsche der richtige Mann zur richtigen Zeit für die Scuderia, sagt Ferrari-Chef Sergio Marchionne.

Noch beschränkt der Rückstand auf Mercedes zwar die Möglichkeiten für Vettel und die Scuderia im Kampf um die WM, auf den meisten Strecken haben die Silberpfeile klare Vorteile. "Mein einziges Ziel ist es", sagt Marchionne daher, "ihm bald ein siegfähiges Auto hinzustellen. Das ist alles, den Rest erledigt er."

Hoffen auf den Reifenvorteil

Und auf manchen Kursen kann Ferrari auch jetzt schon mithalten. Beim Sieg in Malaysia war der ausdauernde Umgang mit den Reifen eine von Vettels Trumpfkarten, Ähnliches erhoffen sich die Techniker nun für Österreich (SERVICE: Der Rennkalender der Formel 1).

"Es ist wichtig, Mercedes unter Druck zu setzen", sagt Vettels Renningenieur Riccardo Adami: "Das kann über die Strategie funktionieren, indem wir wieder alles aus den Reifenmischungen herausholen."

Ob es nun jedoch schon in der früheren "Heimat" Österreich klappt oder nicht, der Weg für Vettel und Ferrari soll wieder nach oben führen.

"Wir wissen, wo wir hinwollen", sagt der Heppenheimer: "Es liegt noch eine gute Strecke vor uns. Aber das Ziel sind weitere Siege." 

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