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Sebastian Vettel stand in seiner ersten Ferrari-Saison bislang fünf Mal auf dem Podium © Getty Images

Montreal - Mit neuem Gemisch und verbessertem Motor will Ferrari in Kanada die Mercedes-Piloten unter Druck setzen. Auch die Strecke in Montreal ist ein Vorteil für die Roten.

Im Kampf gegen die übermächtigen Silberpfeile kann Sebastian Vettel möglicherweise wieder Hoffnung schöpfen.

Mit neuartigem "Wundersprit" und einem verbesserten Motor will Ferrari den unverändert großen Abstand zu Mercedes verringern.

Umgerechnet etwa 20 bis 30 PS mehr könnte das neue Gemisch der Scuderia beim Großen Preis von Kanada (Training, Fr. ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bringen.

Wie das Fachmagazin speedweek berichtet, wurde gemeinsam mit dem Mineralöl-Konzern Shell ein Sprit entwickelt, der den Verbrauch senken und gleichzeitig die Leistung erhöhen soll.

Erstmals mit 820 PS

Etwa 820 PS stehen Vettel und seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen demnach am Wochenende erstmals zur Verfügung.

"Wir stehen nicht still, wir haben ein paar Sachen in der Pipeline", sagt Ferraris Teamchef Maurizio Arrivabene. Für den Italiener ist der Abstand zu Mercedes "nicht massiv, zudem waren wir in diesem Jahr immer auf dem Podium".

Zuletzt in Monaco erreichte Vettel Rang zwei, es war bereits seine fünfte Podestplatzierung in dieser Saison. In der WM-Wertung ist der viermalige Champion aus Heppenheim Dritter und damit der schärfste Verfolger der beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg.

"Füße auf dem Boden"

"Wir behalten unsere Füße auf dem Boden, aber natürlich wollen wir mehr. Deswegen wird in allen Bereichen sehr intensiv gearbeitet", sagt Vettel, der in Malaysia seinen bislang einzigen Saisonsieg feierte.

Um den Deutschen und seinen finnischen Teamkollegen Räikkönen noch schneller zu machen, intensiviert Ferrari auch die Weiterentwicklung des Motors.

Dafür nutzen die Roten eine Regeländerung, die zu Beginn dieser Saison in Kraft trat, und setzen laut auto, motor und sport die ersten drei ihrer zehn Wertmarken ein. Bislang war die Entwicklung an den Antriebseinheiten im Laufe der Saison verboten.

Silberpfeile mit neuem Motor

Allerdings arbeitet auch Mercedes mit Hochdruck an Verbesserrungen: Weltmeister Hamilton und Vize Rosberg werden in Montreal erstmals mit der zweiten von vier möglichen Antriebseinheiten auf die Strecke gehen. Dank eines Upgrades könnte auch ihnen mehr Leistung zur Verfügung stehen.

"Die Lücke ist weiter da, die kann man nicht wegreden", ist sich Vettel bewusst, sagt aber auch: "Wir werden wieder alles versuchen, um wettbewerbsfähig zu sein."

Hoffnung macht ihm dabei nicht nur die intensive Arbeit seines Teams, sondern auch die Streckencharakteristik, die seinem Ferrari eher liegen könnte als den Silberpfeilen.

Hoher Bremsverschleiß

Der 4,361 Kilometer lange Kurs mit seinen vielen Hochgeschwindigkeitspassagen und engen Kurven stellt die Bremsen vor allerhöchste Anforderungen.

Im vergangenen Jahr hatten beide Mercedes-Piloten große Probleme. Rosberg schleppte sich mit überhitzten Bremsen gerade noch so auf Platz zwei. Hamilton ging weniger sorgsam damit um, musste seinen Boliden in der 46. Runde abstellen.

Immerhin: 2014 konnte Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo davon profitieren und gewann auf dem Circuit Gilles Villeneuve.

In diesem Jahr würde unter ähnlichen Umständen viel für Vettel sprechen. 

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