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Canadian F1 Grand Prix - Practice
Sebastian Vettel schaffte in Montreal nicht einmal den Sprung in Q2 © Getty Images

München - Statt die Mercedes-Piloten anzugreifen, kann Sebastian Vettel beim Kanada-GP nur noch den Schaden begrenzen. Er selbst trägt Mitschuld an dem Fiasko.

Es sollte der nächste Angriff auf die Silberpfeile werden. Es wurde das größte Debakel in der noch jungen Ferrari-Episode von Sebastian Vettel.

Technik-Probleme, Strafversetzung, Frust pur!

Als ob das Aus im ersten Quali-Durchgang beim Kanada-Grand-Prix (Rennen, So. ab 19.45 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 23.15 Uhr im TV auf SPORT1) nicht schon bitter genug gewesen wäre, handelte sich Vettel auch noch eine Strafe wegen eines Vergehens aus dem dritten Training ein.

Strafversetzung um fünf Plätze

Da hatte er während einer Unterbrechung verbotener Weise den Manor-Marussia von Roberto Merhi überholt. Die Folge: Strafversetzung um fünf Plätze (DATENCENTER: Das Qualifying-Ergebnis).

"Ich habe Merhi gesehen und wusste nicht, wo das Problem mit seinem Auto lag. Er war sehr langsam, deshalb habe ich überholt", verteidigte sich Vettel, stieß damit aber bei der Rennleitung auf taube Ohren.

Der Start vom letzten Platz bleibt ihm dennoch erspart. Denn schon zuvor waren Max Verstappen und Jenson Button zurückversetzt worden. Der Niederländer wegen seines riskanten Überholmanövers in Monaco, der Brite, weil er gar nicht erst am Qualifying in Montreal teilnehmen konnte.

44. Pole für Hamilton

Die Mercedes-Piloten wird Vettel im Verlauf des Rennens jedenfalls nicht mehr zu Gesicht bekommen. Dafür präsentierten sich Lewis Hamilton, der zum 44. Mal in seiner Karriere auf der Pole-Position steht, und Nico Rosberg zu stark.

Hamilton zeigte sich unbeeindruckt vom Strategie-Desaster seines Teams in Monaco, das ihm den Sieg kostete, und eroberte beim siebten Grand Prix in diesem Jahr zum sechsten Mal den ersten Startplatz.

Verbesserter Motor

Um dem Weltmeister-Team näher zu kommen, hat Ferrari vor dem Kanada-GP extra einen neuen, verbesserten Motor an den Start gebracht. Umso größer war der Frust bei Vettel nach dem frühen Ausscheiden wegen eines Elektronik-Problems.

"Es ist natürlich bitter für uns, weil wir heute wahrscheinlich näher dran gewesen wären, aber wie nah werden wir wahrscheinlich nicht rausfinden", sagte der Heppenheimer.

"Eine Schande"

Auch Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene reagierte verärgert auf das Technik-Debakel der Scuderia. "Es war ein Transistor, der zehn Euro kostet. Wegen so eines kleinen Teils schmeißt man ein Qualifying weg. Das ist wirklich eine Schande."

Dennoch, so der Italiener, werde Vettel noch ein gutes Rennen fahren. Schließlich könne man das defekte Bauteil leicht austauschen. Auch Vettel selbst glaubt daran, den Schaden noch in Grenzen zu halten: "Wir haben ein schnelles Auto, also sollten wir in der Lage sein, viele Plätze gut zu machen."

Es wäre nicht das erste Mal, dass der viermalige Weltmeister das Feld von hinten aufrollt. 2008 hatte er sich noch im Toro Rosso vom 19. auf den fünften Rang vorgekämpft. 2012 beim Großen Preis von Abu Dhabi fuhr er im damals überlegenen Red Bull sogar vom letzten auf den dritten Platz nach vorn.

Nach dem Auftritt der Scuderia beim Qualifying fällt es jedoch schwer, an eine Wiederholung dieses Husarenritts zu glauben.

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