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Lewis Hamilton (r.) führt aktuell die WM-Wertung vor Teamkollege Nico Rosberg (l.) an © Getty Images

München - Für Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist das Duell zwischen Hamilton und Rosberg noch enger als 2014. Ferraris Leistung überrascht ihn. Die Statistik spricht für Rosberg.

Achte Pole im neunten Rennen: Lewis Hamilton setzt seine dominante Serie im Qualifying beim Heimspiel in Silverstone (Rennen ab 13.45 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 21.30 Uhr im TV auf SPORT1) eindrucksvoll fort.

Dabei begann das Wochenende für den Weltmeister alles andere als gut. Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg dominierte zunächst beide Trainings am Freitag und setzte die Bestzeiten. Doch Hamilton wusste, was er zu tun hatte.

"Es war kein reibungsloses Wochenende, sondern ein Auf und Ab mit dem Setup. Vor dem Qualifying ließ ich das Auto noch einmal umbauen. Das war für das Qualifying selbst wahrscheinlich gar nicht mal so gut, aber hoffentlich für das Rennen", sagte Hamilton.

Statistik spricht für Rosberg

Rosberg haderte derweil mit dem knappen Abstand und seinen Reifen: "Meine erste Runde war echt gut. Da habe ich gedacht: Boah, das wird schwer für Lewis, das noch zu schlagen. Mit dem zweiten Satz Reifen war dann irgendetwas falsch. Ich hatte heftiges Untersteuern."

Zu sehr grämen sollte sich Rosberg wegen der verpassten Pole aber nicht. Denn glaubt man der Statistik, hat er von Rang zwei aus sowieso bessere Karten auf den Sieg.

So gewann Hamilton in Silverstone noch nie von der Pole und auch in den letzten beiden Jahren triumphierte jeweils der Mercedes-Fahrer, der nicht von Rang eins startete. Vor sechs Jahren gelang Sebastian Vettel als letztem Fahrer ein Sieg von der Pole in Silverstone.

Vettel gibt sich selbstkritisch

Von einem Sieg ist der viermalige Weltmeister aktuell aber so weit entfernt wie noch in dieser Saison. Einen Tag nach seinem 28. Geburtstag bot Vettel eine enttäuschende Leistung im Qualifying und platzierte sich nur auf Rang sechs - sogar noch hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Danach gab sich der Ferrari-Pilot auch selbstkritisch eine Teilschuld am schlechten Abschneiden. "Gestern war alles in Ordnung, aber der Schritt über Nacht hat gefehlt. Wir haben das Auto einfach nicht zusammengebracht. Dazu kommt, dass ich meine letzte Runde versemmelt habe ", sagte Vettel.

Doch viel alarmierender als die letzte "versemmelte" Runde von Vettel ist für Ferrari, dass beide Williams vor den Ferrari stehen. Denn selbst wenn Ferrari wie üblich im Rennen etwas zulegt, dürften die mit Mercedes-Power ausgestatteten Williams nur schwer zu überholen sein.

"Sorgen bereitet mit keiner"

Der schwache Auftritt von Ferrari sorgte sogar bei Mercedes für erstaunte Gesichter.

"Ich traue es mich fast nicht auszusprechen, aber Sorgen bereitet mir im Moment keiner. Überraschend ist für mich, dass Williams zweite Kraft ist. Das hat sich nicht angedeutet. Es scheint so, dass Ferrari einen Schritt zurückgemacht hat", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sky.

Da sich der Druck von hinten wohl auch im Rennen in Grenzen halten wird und Williams in erster Linie auf Ferrari achten will, kann sich Mercedes voll auf den Zweikampf an der Spitze konzentrieren. Zumal man sich bei Mercedes im zweiten Qualifying-Abschnitt sogar noch einen Satz Medium-Reifen aufgespart hatte.

Wolff: Noch ausgeglichener als 2014

Dementsprechend erwartet auch Wolff ein packendes teaminternes Duell um den Sieg. Für ihn ist der Zweikampf sogar auf einem noch höheren Niveau als 2014: "Er ist unheimlich intensiv. Aus meiner Wahrnehmung sind beide in diesem Jahr noch mehr auf Augenhöhe als im letzten Jahr."

Nachdem Rosberg drei der letzten vier Rennen gewann, trennen die Teamkollegen nur noch zehn Punkte in der Gesamtwertung.

Angesichts des sich zuspitzenden Zweikampfs und den Erlebnissen im letzten Jahr, schickt Wolff deshalb vor dem Rennen schon einmal eine Warnung an seine beiden Fahrer: "Es gibt eine goldene Regel bei uns: Fahrt euch nicht ins Auto."

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