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Toto Wolff Mercedes
Toto Wolff ist seit Januar 2013 Motorsportchef bei Mercedes © Getty Images

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sieht in der derzeitigen Führungsstruktur der Formel 1 ein großes Hindernis auf dem Weg aus der Krise.

"Die Entscheidungen zur Veränderung werden nicht getroffen, weil die Mehrheiten zu kompliziert zu erreichen sind", sagte der 43-Jährige im Rahmen des Großen Preises von Großbritannien. Dies könne aufgrund bestehender Verträge kurzfristig jedoch nicht geändert werden.

"Wir haben alle die gleiche Frustration, dass jedes Team eine andere Meinung hat, dass Jean Todt eine andere Meinung hat als Bernie Ecclestone", sagte Wolff auch mit Blick auf den Präsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA und den Formel-1-Chef.

Vorschläge zu Veränderungen werden in der aktuellen Formel 1 von der sogenannten Strategiegruppe erarbeitet, in der Vertreter der großen Teams sowie des Rechteinhabers und der FIA sitzen. Hier gebe es zu viele Interessenkonflikte, nicht nur zwischen den sportlichen Wettbewerbern.

Dennoch seien vor dem Hintergrund der anhaltenden Kritik an einer zu langweiligen, zu wenig spektakulären Königsklasse zuletzt wichtige Änderungen angestoßen worden.

"Wir sehen alle ein, dass die ein oder andere Sache geändert gehört", sagte Wolff mit Blick auf die jüngsten Beschlüsse der Strategiegruppe: "Wir haben spektakulärere Autos für 2017 eingeführt, ohne alles über den Haufen zu werfen. Wir wollen breitere Reifen, wir wollen fünf oder sechs Sekunden schneller fahren."

Zudem hob der Österreicher die geplanten Einschränkungen der Hilfen für die Fahrer hervor, die ab dem Großen Preis von Belgien (23. August) schrittweise umgesetzt werden sollen. "Wir wollen die Fahrer auf der Strecke wieder verantwortlicher machen", sagte Wolff: "Es wird keine Informationen zur Reifen- und Bremsentemperatur und zum Bezinverbrauch mehr geben." Auch die elektronischen Hilfen beim Start sollen stark reduziert werden.

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