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James Bond im Visier von Dietrich Mateschitz: Kooperiert Red Bull bald mit Aston Martin? © SPORT1-Grafik (Paul Hänel)

München - Auf der Suche nach einem neuen Motorenlieferanten soll Red Bull jetzt angeblich Aston Martin ins Auge fassen. So käme das Team an Aggregate von Mercedes.

Es ist durchaus vorstellbar, dass sich Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz künftig mit den Worten vorstellt: "Mein Name ist Mateschitz. Dietrich Mateschitz."

Um anschließend einen Wodka Martini zu schlürfen. Natürlich geschüttelt, nicht gerührt.

Denn Red Bull, der langjährige Rennstall des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel, liebäugelt angeblich mit einer Zusammenarbeit mit der Sportwagenschmiede Aston Martin. Jener Marke also, die nicht zuletzt durch 007-Agent James Bond weltberühmt wurde.

Lizenz zum Siegen

Dabei soll Aston Martin nicht selbst die V6-Hybridmotoren herstellen, sondern Red Bull mit Aggregaten von Mercedes beliefern. Zwischen Daimler und Aston Martin besteht seit 2013 eine Verbindung. Der Stuttgarter Konzern hatte damals unter anderem fünf Prozent Anteile an der britischen Traditionsmarke erworben.

F1 Grand Prix of Great Britain
Lewis Hamilton raste mit seinem Mercedes auch bei seinem Heim-GP in Silverstone zum Sieg © Getty Images

Nun könnte Red Bull über Aston Martin an Motoren von Mercedes kommen. Und die sind derzeit das Maß aller Dinge in der Formel 1. Der Deal könnte Red Bull folglich mit einem Schlag wieder zu einem konkurrenzfähigen Auto verhelfen. Er wäre sozusagen eine Lizenz zum Siegen.

Wolff: "Lasse die Tür offen"

Zwar dementierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Doppelsieg der Silberpfeile in Silverstone, dass es schon Gespräche mit Red Bull gegeben habe, schloss ein solches Szenario aber nicht aus. "Es ist nötig, sich alle Optionen anzusehen. Ich lasse die Tür offen", sagte Wolff.

Mercedes wird seine Entscheidung gut abwägen. Einerseits würde man einen Konkurrenten wieder stark machen. Andererseits muss den Silbernen daran gelegen sein, dass ihnen nicht die Rivalen wegbrechen.

Nicht zuletzt wäre es ein lukratives Geschäft. Pro Saison kosten die Motoren 16,5 Millionen Euro.

Frust wegen Renault

Fakt ist: Red Bull ist mit seinem Motorenlieferanten Renault seit dem Beginn der Hybrid-Ära 2014 äußerst unzufrieden. Den Renault-Motoren fehlen fast 100 PS auf Branchenprimus Mercedes. Das sind Welten.

Formula 1 Cars by by Andries van Overbeeke
So sieht der neue Red Bull nach den Vorstellungen des niederländischen Designers Andries van Overbeeke aus © Andries van Overbeeke (andriesvanoverbeeke.com)

Der Frust bei Red Bull ist inzwischen so groß, dass Ober-Bulle Mateschitz seine öffentlichen Ausstiegsdrohungen aus der Königsklasse des Motorsports in immer kürzeren Intervallen kundtut.

Angebot von Ferrari

Alternativen?

Im Mai war über eine Zusammenarbeit von Red Bull mit Audi spekuliert worden. "Die Formel 1 ist keine Option", hieß es kurz darauf in einer Stellungnahme von Audi Motosport bei SPORT1.

Einen Monat später bestätigte Motorsportchef Helmut Marko ein Angebot von Ferrari. Mit Ferrari-Power war Red Bull schon 2006 unterwegs, das Schwesterteam Toro Rosso sogar von 2007 bis 2013. So richtig angetan sind die Verantwortlichen bei Red Bull von dieser Offerte aber nicht.

Dies gilt auch für die Möglichkeit, sich seine Motoren selbst zu bauen. Nun wird der Name Aston Martin hoch gehandelt.

Christian Horner eher belustigt

Bei Red Bull reagierte Teamchef Christian Horner eher belustigt auf die Gerüchte. "Vergangene Woche Ferrari, diese Woche Aston Martin, nächste Woche wird es wahrscheinlich Honda oder Lamborghini", witzelte Horner, fügte aber zugleich hinzu:  "Ich spreche mit sehr vielen Leuten."

Der Vertrag mit Renault läuft noch bis Ende 2016. Danach wäre eine Zusammenarbeit mit Aston Martin durchaus denkbar.

Aston Martin schon einmal dabei

In ihrer langen Firmengeschichte engagierten sich die Briten 1959 und 1960 in der Formel 1 – damals ohne großen Erfolg. Jetzt könnte das Comeback mit Red Bull erfolgen.

Wie sagt James Bond: Sag niemals nie.

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