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Beisetzung von Jules Bianchi
Nico Rosberg gehörte zu den zahlreichen Gästen bei der Trauerfeier um Jules Bianchi © Getty Images

München - Von der Trauerfeier auf die Strecke: Die nächste Attacke von Nico Rosberg auf Lewis Hamilton in Budapest steht im Zeichen der Trauer um Jules Bianchi.

Die Sonne wird vom Himmel brennen, wenn am kommenden Wochenende die Formel 1 bei 35 Grad am Hungaroring in der Nähe von Budapest gastiert (Training Fr. ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Von sommerlichen Gefühlen bei den Beteiligten kann aber keine Rede sein. Der tragische Tod von Jules Bianchi wirft einen riesigen Schatten auf die Veranstaltung in Ungarn.

Wie viele seiner Rennfahrer-Kollegen befand sich auch Nico Rosberg in Nizza unter den Trauergästen, als der am vergangenen Wochenende verstorbene Bianchi in einer bewegenden Zeremonie beigesetzt wurde.

Rosberg ging in Nizza zur Schule

Für den Wahlmonegassen war es eine traurige Rückkehr in die Heimatstadt des toten Kollegen. Rosberg war in Nizza zur Schule gegangen.

Auf die Reise gen Osten zum nächsten Grand Prix nimmt der Mercedes-Pilot die Erinnerungen an Bianchi mit. "Die vergangene Woche war sehr emotional", sagt Rosberg. "In diesen Tagen sind meine Gedanken bei seiner Familie und seinen engsten Freunden."

Selten wird es ihm schwerer gefallen sein, sich auf die rein sportlichen Herausforderungen vor einem Rennen zu fokussieren. Dabei muss er gerade in Ungarn voll konzentriert zu Werke gehen.

Weichen werden gestellt

Beim letzten Grand Prix vor der Sommerpause werden die Weichen gestellt für die zweite und entscheidende Saisonhälfte. Für den Deutschen bedeutet das, den Rückstand auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton nicht noch weiter anwachsen zu lassen.

Der Brite hat seine Führung im WM-Klassement nach seinem begeistert bejubelten Heimsieg in Silverstone auf den zweitplatzierten Stallgefährten auf 17 Punkte ausgebaut. Eine weitere Niederlage im internen Mercedes-Duell würde die Chancen auf Rosbergs ersten WM-Titel weiter schmälern (DATENCENTER: Fahrerwertung).

Das ist auch dem gebürtigen Wiesbadener bewusst, der umso entschlossener seine Chance ergreifen will. "Ich weiß bei jedem Rennen: Wenn ich einen guten Job mache, kann ich gewinnen", spricht sich der 30-Jährige selbst Mut zu.

Noch nie auf dem Podium

Auf dem Kurs vor den Toren von Budapest hat Rosberg bislang nicht überzeugen können. Neun Mal ging er dort an den Start, kein einziges Mal stand er auf dem Siegerpodest. Ganz im Gegensatz zu Hamilton, der bislang vier Mal gewann und mit einem weiteren Triumph alleiniger Rekordsieger werden könnte.

Wer von den beiden favorisierten Silberpfeil-Piloten am Sonntag ganz oben steht, dürfte sich bereits am Samstag vorentscheiden.

Auf der kleinen, winkligen Strecke, die wegen dieser Charakteristiken auch "Mickey-Mouse-Kurs" genannt wird, ist das Überholen ähnlich schwer wie in den Häuserschluchten von Monaco.

Proben für Belgien

Umso entscheidender ist die Startaufstellung. Das Training und das Qualifying werden in diesem Jahr aber nicht nur deswegen mit Spannung erwartet. Da die Piloten schon beim übernächsten Grand Prix in Belgien ohne Funk-Hilfe der Ingenieure starten müssen, werden sie dieses Wochenende zum Testen nutzen.

"Die Piloten müssen nun viel mehr Dinge alleine machen, bei denen sie früher unterstützt wurden. Wir haben immerhin noch den GP in Ungarn. Dort werden wir wohl ein ordentliches Trainingsprogramm durchführen. Das wird sicher interessant", wird Mercedes-Technikchef Paddy Lowe in "auto, motor und sport" zitiert.

Für Rosberg macht die eilig durchgedrückte Regeländerung "die ganze Sachte aufregender. Es gibt mehr Variablen, deshalb wird es deutlich schwerer vorherzusagen, wie die Starts ausgehen werden. Ich hoffe, dass ich es zu meinem Vorteil nutzen kann."

In Budapest wird er dafür die Voraussetzungen schaffen - und die Trauer um Bianchi ausblenden müssen.

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