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München - Ein riskantes Manöver von Daniel Ricciardo ruiniert den Ungarn-GP von Nico Rosberg. Der schiebt aber auch wegen einer Entscheidung des eigenen Teams großen Frust.

Nico Rosberg ist ein wohlerzogener Junge aus gutem Hause. Bevor er etwas sagt, wägt er seine Worte mit Bedacht.

Es muss ihm also einiges gegen den Strich gegangen sein beim Großen Preis von Ungarn. Denn seine ersten Worte hatten wenig gemein mit den üblichen diplomatischen Äußerungen des gebürtigen Wiesbadeners.

"Totaler Mist. Ekelhaft", entfuhr es dem 30-Jährigen, nachdem er in der Schlussphase des Rennens von Platz zwei bis auf Platz acht zurückgefallen war (DATENCENTER: Rennergebnis).

Missglücktes Überholmanöver

Was Rosberg auf die Palme brachte, war die Szene in der 64. Runde, als sich Daniel Ricciardo mit aller Macht, aber ohne wirkliche Aussicht auf Erfolg am Deutschen vorbei auf Rang zwei quetschen wollte.

Die Folge: Ein kaputter Frontflügel beim Australier und ein Plattfuß bei Rosberg.

"Er ist von der Linie weg und ich habe die Ideallinie gehalten, also ist das eigentlich meine Kurve", ärgerte sich Rosberg, der sich nach dem Vorfall fast eine komplette Runde auf drei Reifen zur Box schleppte.

Dort angekommen, musste er den nächsten Rückschlag hinnehmen. Während er sich neue Pneus aufziehen ließ, rauschte Lewis Hamilton an der Boxengasse vorbei und schob sich damit vor den Teamkollegen - zum ersten Mal in diesem Rennen seit dem verpatzten Start des Pole-Setters.

Falsche Entscheidung

In diesem Moment war für Rosberg nicht nur die Podiumsplatzierung weg, sondern auch die Hoffnung, den Rückstand auf den Titelrivalen beim letzten Grand Prix vor der Sommerpause um ein paar Punkte zu verkürzen.

Dass es überhaupt erst zu dem Kontakt mit Ricciardos Red Bull kam, machte Rosberg aber auch an einer Entscheidung des eigenen Teams während der Safety-Car-Phase fest, die von Nico Hülkenbergs Unfall ausgelöst wurde.

"Da haben wir nicht die richtige Entscheidung getroffen. Das Team hat entscheiden, mir die harten Reifen aufzuziehen", sagte er in seinem Videoblog.

WM-Führung hält nicht lang

Das ist umso bitterer, weil er zwischenzeitlich in der virtuellen WM-Wertung sogar an Hamilton vorbeigezogen war (DATENCENTER: Fahrerwertung).

Als Hamilton elf Runden vor der folgenschweren Berührung zwischen Rosberg und Ricciardo wegen eines gebrochenen Frontflügels die Box ansteuern musste und aus den Punkterängen fiel, hatte Rosberg als Zweiter des Rennens exakt einen Zähler mehr auf dem WM-Konto als sein Stallgefährte.

Nach der Zieldurchfahrt aber holte den Mercedes-Piloten die bittere Realität wieder ein. Der Rückstand ist nach Hamiltons sechstem Platz in Ungarn um weitere vier Zähler auf 21 Punkte angewachsen.

"Manchmal kann der Sport so hart sein, wenn man all diese Punkte verliert", ärgerte sich Rosberg.

Ricciardo auf dem Podium

Zum ersten Mal seit dem letzten Grand Prix 2013 stand kein Mercedes-Fahrer auf dem Podium, Ricciardo als Drittplatzierter dagegen schon.

Ob denn die Rennleitung wegen des Unfalls gegen den Red-Bull-Piloten eine Sanktion hätte verhängen müssen, wurde Rosberg noch gefragt. "Man muss der FIA vertrauen. Wenn die sich gegen eine Strafe entscheiden, dann ist das halt so", antwortete er.

Eine Strafe für einen Kollegen fordern? Das ließ seine gute Erziehung dann doch nicht zu.

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