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F1 Grand Prix of Belgium - Practice
Sebastian Vettel bestreitet in Spa seinen elften Grand Prix für Ferrari © Getty Images

München - Im Qualifying von Spa vergibt Vettel mit einem Fahrfehler eine bessere Startposition. Auch das Pech des Teamkollegen trübt die Freude bei Ferrari vor dem 900. GP.

Nein. Es war kein Scherz, den sich die Anzeige des Klassements mit Sebastian Vettel erlaubt hatte.

Auch wenn man diese Möglichkeit durchaus hätte in Betracht ziehen können angesichts der so starken Leistungen des Ferrari-Stars in der bisherigen Saison. Doch nach dem Qualifying zum Großen Preis von Belgien leuchtete nur die "9" vor seinem Namen auf.

Auch Vettel selbst musste wohl zweimal hinschauen, ehe er es begriff. "Erst als ich über die Linie gefahren bin und gesehen habe, dass die Zeit einfach nicht gut genug war", habe er gewusst, dass es diesmal nicht für einen der vorderen Startplätze reichte, berichtete er bei Sky.

Erinnerungen an Kanada

Nur einmal startete er in diesem Jahr von weiter hinten: in Kanada, als ihm ein defekter Transistor einen Strich durch die Rechnung machte und er über Q1 nicht hinauskam.

Auf dem Ardennenkurs in Spa konnte er solche äußeren Widrigkeiten jedoch nicht geltend machen.

"Es war nicht die beste Runde, gerade am Schluss hatte ich einen Patzer drin", räumte Vettel bei RTL ein.

Das ist umso ärgerlicher, weil es in der dritten und letzten Qualifyingphase hinter den beiden dominierenden Mercedes-Piloten unglaublich eng zu ging. Zwischen Valtteri Bottas im Williams auf Platz drei und Vettel auf Rang neun lagen nicht einmal drei Zehntelsekunden.

"Auf dem falschen Fuß erwischt"

"Natürlich ist es bitter, dass so wenig Zeit dazwischen ist. Wenn man vorne ist, freut man sich, dann ist einem das ziemlich wurscht. Aber heute hat es uns auf dem falschen Fuß erwischt", sagte der viermalige Weltmeister.

Dass ihn die Strafversetzung von Romain Grosjean (Lotus) in der Startaufstellung beim Rennen am Sonntag (ab 14 Uhr im LIVETICKER) noch um einen Platz nach vorne spült, konnte die Laune beim Heppenheimer und im gesamten Team auch nicht mehr sonderlich aufhellen.

Denn seinem Ferrari-Kollegen Kimi Räikkönen erging es noch schlechter. Bereits in Q2 musste der Finne, der seinen Vertrag in Maranello gerade um ein weiteres Jahr verlängert hat, seinen Wagen abstellen. Nach ersten Informationen des Teams ist der Öldruck plötzlich abgefallen.

Meilenstein in Rot

Und das alles an einem Wochenende, an dem die Scuderia eigentlich einen triftigen Grund zum Feiern hat. Als erster Formel-1-Rennstall erreichen die Italiener in Belgien den Meilenstein von 900 Grands Prix.

Damit es auch sportlich etwas zu feiern gibt, muss Vettel am Sonntag eine außergewöhnliche Aufholjagd hinlegen.

Die Hoffnung darauf hat der 28-Jährige noch nicht aufgegeben. "Ich glaube, wir sind gut unterwegs im Renntrimm. Morgen kann noch viel passieren", sagte er.

In Kanada reichte es von Startplatz 18 zumindest noch bis zu Rang fünf.

Keine Starthilfe mehr

Mehr als Platz drei dürfte in Spa allerdings nicht drin sein. Zu dominant präsentierten sich auch auf der belgischen Traditionsstrecke die beiden Mercedes-Piloten - Pole-Setter Lewis Hamilton noch mehr als Nico Rosberg.

Siegchancen kann sich Vettel also nur dann ausrechnen, wenn beide Silberpfeile mit dem ab sofort geltenden Verbot der elektronischen Starthilfe nicht zurechtkommen oder sich - wie im Vorjahr an gleicher Stelle - gegenseitig ins Auto fahren.

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