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AUTO-PRIX-JPN-F1-PODIUM
Lewis Hamilton (M.) lässt sich in Suzuka als Sieger feiern © Getty Images

Lewis Hamilton erklärt seine Meinung zum harten Startduell mit Nico Rosberg. Bei Sebastian Vettel herrschen gemischte Gefühle. Alonso schimpft über sein Auto. Die Stimmen.

Weltmeister Lewis Hamilton hat in Suzuka den 41. Karrieresieg gefeiert und damit einen weiteren Schritt in Richtung Titelverteidigung gemacht.

Den Grundstein für den Erfolg legte der Mercedes-Pilot kurz nach dem Start, als er Pole-Setter Nico Rosberg mit harten Bandagen bekämpfte und überholte. Einen Regelverstoß sieht er darin aber nicht.

"Hart, ja, aber das ist kein freundliches Schachspiel", sagte Hamilton.

Gemischte Gefühle bei Vettel

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel wusste dagegen nach dem Rennen nicht so richtig, ob er sich freuen sollte oder nicht. Einerseits sei der dritte Platz "nicht das Maximum" gewesen, andererseits könne er aber zufrieden sein. 

Fernando Alonso wäre froh über die Sorgen seines Nachfolgers bei Ferrari. Der McLaren-Pilot verpasste auf Rang elf wieder einmal die Punkteränge und ließ seinen Unmut bereits während des Rennens freien Lauf. "Ich werde auf der Geraden wie ein GP2-Auto überholt! Das ist peinlich, sehr peinlich", schrie Alonso in den Funk.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Suzuka zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1:

"Ich bin absolut glücklich, ein toller Job vom Team. Für uns war sehr wichtig, nach dem Rennen in Singapur zurückzuschlagen. Ich habe mit dieser Strecke in all den Jahren immer wieder meine Probleme gehabt, aber Spaß dabei. Vorne zu fahren war eine wunderschöne Erfahrung – wie segeln. Ich habe versucht, Nico Platz zu machen, aber dann hatte ich Untersteuern. Wenn du außen bist, musst du damit rechnen, dass dir der Platz ausgeht, wenn du nicht vom Gas gehst. Hart, ja, aber das ist kein freundliches Schachspiel. Ich habe nichts Gefährliches getan, aber ich wollte das Rennen unbedingt gewinnen."

Nico Rosberg (Mercedes), Platz 2:

"Lewis hatte den besseren Start. Man muss fairerweise sagen, dass er in Kurve zwei innen war. Ich musste dann ausweichen, sonst hätte es eine Kollision gegeben. Unsere Strategie mit dem Undercut gegen Sebastian war toll. Mit ist eine fantastische Outlap gelungen. Damit hat Ferrari nicht gerechnet. Sebastian dann in Schach zu halten, war relativ easy. Platz vier wäre nicht akzeptabel gewesen. Es wird immer schwieriger, aber ich brauche so oder so etwas Glück - oder Pech auf seiner Seite, obwohl ich ihm das nicht wünsche."

Sebastian Vettel (Ferarri), Platz 3:

"Der Start war wirklich tricky. Insgesamt geht es für uns aber in die richtige Richtung. Die beiden Mercedes sind wirklich schwer zu schlagen. Der dritte Platz war nicht ganz das Maximum heute, aber ich glaube wir können gut damit leben. Wir haben Mercedes und Nico ein wenig unterschätzt. Nico war einfach schneller als wir erwartet hatten. Er hat da eine magische Runde hingelegt. Alles in allem können wir aber zufrieden sein. Ein super Ergebnis. Mercedes hat einfach das schnellere Auto."

Kimi Räikkönen (Ferrari), Platz 4:

"Es war heute das beste Auto, das wir in der ganzen Saison hatten. Wir haben alles herausgeholt, was von der Startposition aus möglich war. Wir haben einen guten Job an der Box gemacht und haben Bottas bei der Ausfahrt geschnappt. Wir haben immer die richtigen Reifen zur richtigen Zeit gewählt."

Niko Hülkenberg (Force India), Platz 6:

"Es war ein gutes, effektives Rennen. Ich hatte einen sehr guten Start. Ich war innen, während es außen Probleme gab, dadurch habe ich Plätze gut gemacht. Wenn wir weiter vorne gestartet wären, wäre es noch besser gewesen, aber so ist nicht mehr drin gewesen. Mit Mercedes, Ferrari und Williams können wir nicht mithalten - die sind schneller als wir. Wir haben das Maximum herausgeholt. Es war nahe am perfekten Rennen."

Fernando Alonso (McLaren), Platz 11:

"Ich werde auf der Geraden wie ein GP2-Auto überholt! Das ist peinlich, sehr peinlich (über Funk, Anm. d. Red.). Es ist hart und frustrierend, so Rennen zu fahren. Aber positiv ist, dass beide McLaren ins Ziel gekommen sind. Wenn die Gegner einen schon bei der Hälfte der Geraden überholen und nicht erst bei den Bremspunkten, dann fühlt man sich wie in einer anderen Rennserie. Auf der Geraden hält man dann im Spiegel nach ihnen Ausschau und sie sind bereits neben dir. Das Leistungsdefizit, das wir haben, ist wie eine andere Kategorie. Ich fühle mich in den Rennen manchmal beschämt."

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef):

"Die Startphase an sich sah gut aus. Beide kamen gut weg. Doch dann hatte Nico durchdrehende Räder. Ich habe mit ihm noch nicht gesprochen, warum. Aber er hatte Probleme mit dem dritten oder vierten Gang. Nico hält dann auf der Außenseite stark dagegen, aber das ist natürlich schwer - eine schwierige Situation. Die Frage ist, ob man zu zweit durch dieses Eck fahren kann oder nicht. Wir müssen die Szene genau analysieren, bevor wir etwas sagen."

Ron Dennis (McLaren-Teamchef):

"Wir hatten die Option, Jensons (Button, Anm. d. Red.) Vertrag zu beenden. Ich habe ihm in dieser Woche aber gesagt, dass das nicht passieren wird, und er war froh darüber. Der Vertrag ist komplett intakt und wird nicht verändert werden. Ich habe mit Jenson darüber gesprochen, und er ist glücklich. Jeder hängt sich an allen Aussagen auf. Was ist einfacher als die Tatsache, dass alle Verträge haben? Das Problem ist: Wenn man nicht konkurrenzfähig ist, dann hat jeder eine Meinung. Und die Meinungen überschlagen sich aus allen Richtungen."

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