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F1 Grand Prix of Italy
Sebastian Vettel (l.) liegt in der Gesamtwertung 49 Punkte hinter Lewis Hamilton (r.) © Getty Images

München - Sebastian Vettel will mit der Scuderia kommende Saison auf Titeljagd gehen. SPORT1 nennt drei Baustellen, die das Team bis dahin schließen muss.

Wie sich die Zeiten doch ändern: Noch vor einem Jahr wären Platz drei von Sebastian Vettel und Rang vier von Kimi Räikkönen das beste Saisonergebnis für Ferrari gewesen.

Doch in diesem Jahr ist dieses Ergebnis in Suzuka (DATENCENTER: Das Ergebnis) für Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene kein Grund zur Freude. "Das ist ganz okay. Zu feiern gibt es aber nichts, das machen wir, wenn wir gewinnen."

Auch Vettel wollte sich nicht über Platz drei freuen, sondern haderte darüber, dass er die zweite Position wegen des späteren Boxenstopps an Nico Rosberg verlor.

Die Chance auf den WM-Titel ist bei 59 Punkten Rückstand auf Lewis Hamilton damit nur noch theoretischer Natur, aber der Großangriff auf Mercedes war sowieso erst für 2016 geplant. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

SPORT1 nennt drei Punkte, die sich bei Ferrari noch verbessern müssen, um Mercedes vom Thron zu stoßen.

Ein besserer Motor

Hier hat Ferrari in dieser Saison bereits einen großen Schritt nach vorne gemacht. Der V6-Turbo ist stärker, fahrbarer und spritsparender geworden. Der Rückstand auf Mercedes ist aber weiterhin sichtlich vorhanden.

Das ist der Hauptgrund, warum Ferrari in dieser Saison nur siegen konnte, wenn Mercedes patzte oder auf speziellen Streckencharakteristiken stark mit den Reifen zu kämpfen hatte.

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat aber bereits angekündigt, dass mit dem Motor, den die Scuderia für die kommende Saison entwickelt, alles anders werden soll: "2016 ist alles möglich. Ich bin zuversichtlich, dass Ferrari dann ein echter Konkurrent ist und nicht nur Aufholkünstler."

Ein stärkerer Partner für Vettel

Im Rennen zeigt Kimi Räikkönen, dass er nach wie vor zu den besten Fahrern im Feld zählt. Im Qualifying aber hapert es - ein gewichtiges Problem.

Mercedes hat bereits angekündigt, wenn es eng wird, auf eine klare Nummer 1 setzen zu wollen. Sind beide auf ungefähr gleichem Niveau unterwegs wie Hamilton und Rosberg, kann der zweite Fahrer dann aktiv Schützenhilfe leisten.

Hängt der zweite Fahrer aber nach dem Start erst einmal länger hinter Williams & Co. fest, wie es Räikkönen in dieser Saison öfter passierte, wird es mit der Schützenhilfe für die Nummer eins im Team ungleich schwieriger.

Sollte Räikkönen 2016 in den Qualifyings ein paar Zehntel finden, wäre auch Vettel im Kampf gegen Hamilton und Rosberg geholfen. Zumal die Teamchemie zwischen ihm und Räikkönen besser ist als die bei Mercedes.

Passgenauere Reifen

Auffällig ist, dass Ferrari vor allem bei Strecken mit schnellen Kurven, auf denen die härteren Reifen mehr eingesetzt werden, keine Chance gegen Mercedes hatte. Beste Beispiele hierfür sind Barcelona, Silberstone und Spa.

Ferraris große Stunde schlug immer dann, wenn es heiß war oder die ganz weichen Reifen zum Einsatz kamen. In Suzuka gab es bereits Besserung: Statt anderthalb Sekunden wie noch in Silverstone betrug der Rückstand auf Mercedes auf einer ähnlichen Strecke nur noch eine halbe Sekunde.

Macht die Scuderia in diesem Punkt einen weiteren Schritt nach vorne, wird die Prognose von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff eintreten: "Es ist jetzt eine Mercedes-Ferrari-Zeit, die anbricht, in der wir nicht davon ausgehen können, dass es für uns immer 1 und 2 ausgeht."

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