vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel holte in Singapur die 46. Pole seiner Karriere
Sebastian Vettel holte in Singapur die 46. Pole seiner Karriere © Getty Images

München - Sebastian Vettel schockt in Singapur die Konkurrenz. Mercedes rätselt über die Ursache des Quali-Debakels. Nico Rosberg hisst bereits vor dem Rennen die weiße Flagge.

Sebastians Vettels historische erste Pole für Ferrari stand bereits fest, als er beim Qualifying in Singapur (Rennen, So. ab 13.45 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 20.15 Uhr im TV auf SPORT1) noch einmal ein Ausrufezeichen setzte.

In 1:43.885 Minuten unterbot der Ferrari-Pilot seine eigene Zeit nach Ablauf der Uhr in Q3 deutlich und schockte die Konkurrenz.

Mehr als eine halbe Sekunde betrug der Rückstand des zweitplatzierten Daniel Ricciardo; Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg lagen sogar anderthalb Sekunden zurück.

So eine Dominanz kannte man in den letzten beiden Jahren nur von Mercedes.

"Das Auto war fantastisch"

Dementsprechend euphorisch war Vettel nach seiner ersten Pole Position seit dem 23. November 2013 in Sao Paulo (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying).

"Es ist unglaublich. Das Auto war fantastisch zu fahren und wurde im Laufe des Qualifyings immer besser. Die Runden haben gepasst wie die Faust aufs Auge", sagte der viermalige Weltmeister.

Mit seiner letzten Runde bewies Vettel auch noch einmal seine fahrerische Extraklasse. Um stolze acht Zehntel distanzierte er seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen, der mit Rang drei das glänzende Ferrari-Ergebnis perfekt machte.

Ratlosigkeit bei Mercedes

Während Ferrari die Pole feierte, machte sich bei Mercedes Ratlosigkeit breit. Erstmals seit Brasilien 2012 steht kein Silberpfeil in den ersten beiden Reihen.

Doch in Singapur deutete sich das Debakel nach schwachen Trainingsleistungen früh an. Während Ferrari und Red Bull Q1 noch problemlos mit der Soft-Mischung meisterten, mussten Hamilton und Rosberg bereits auf die Supersoft zurückgreifen (Teamwertung der Formel1).

Anderthalb Sekunden fehlten Hamilton und Rosberg auf den Plätzen fünf und sechs am Ende auf die Bestzeit von Vettel. Noch schlimmer als der Rückstand ist für Mercedes aber die Tatsache, dass man weiterhin über die Ursache des Problems rätselt.

"Unglaublich, wie sich das verändern kann"

"Wir verstehen nicht, warum das hier so ist. Wenn wir wüssten, woran es liegt, hätten wir das Problem behoben. Wir waren bis jetzt auf allen Strecken absolut dominant. Was ist hier anders? Keine Ahnung. Unglaublich, wie sich das verändern kann", sagte Rosberg.

Eine Ursache ist sicher die spezielle Charakteristik der Strecke in Singapur, bei der die reine Motoren-Power eine untergeordnete Rolle spielt. Doch auch Monaco ist nicht gerade als Motorenstrecke bekannt – und dennoch dominierte Mercedes das Qualifying dort klar.

"Der Rückstand  ist nicht zu erklären. Wir haben ein gutes Auto, das haben wir in Monza und den letzten Rennen gesehen. Es ist nicht so, dass das Auto plötzlich schlechter ist", sagte Wolff bei "Sky", der wie seine Fahrer den fehlenden Grip beklagte.

Rosberg hisst die weiße Flagge

Da auch die Longruns im 2. Training wenig Hoffnung machen, gibt man sich bei Mercedes vor dem Rennen kleinlaut.

"Erst einmal muss ich Lewis schlagen, gegen die Jungs vorne wird es schwierig. Sie sind so schnell. Ich glaube, die können wir nicht schlagen", hisst Rosberg bereits vor dem Rennen die weiße Flagge.

Während Hamilton ein mittelmäßiges Rennen durchaus verschmerzen könnte, zählen für den Deutschen nur noch Siege im WM-Kampf. 53 Punkte beträgt sein Rückstand auf Hamilton bei noch sieben ausstehenden Rennen (Fahrerwertung der Formel 1).

Vettel will mit Schumacher gleichziehen

Während Rosberg deshalb zum Siegen verdammt ist, hat Vettel mit Ferrari das Saisonziel von zwei Siegen bereits erreicht. Sollte er in Singapur erneut siegen, zieht er mit seinem Idol Michael Schumacher gleich, der in seiner ersten Ferrari-Saison ebenfalls drei Rennen gewann.

Ganz nebenbei würde Vettel dann auch noch dem WM-Zweiten Rosberg auf die Pelle rücken und seine kleine Chance auf den WM-Titel am Leben erhalten.

Mercedes sollte seine Probleme daher besser schneller in den Griff bekommen, denn bei Ferrari hat man nach der ersten Pole seit 61 Rennen Blut geleckt. So droht Teamchef Maurizio Arrivabene nach dem Qualifying der Konkurrenz: "Das ist erst der Anfang der Story."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel