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F1 Grand Prix of Singapore
Lewis Hamilton ist zum ersten Mal seit dem Belgien-GP 2014 ausgeschieden © Getty Images

München - Weltmeister Lewis Hamilton beginnt angesichts seines Ausfalls in Singapur an seiner Titelverteidigung zu zweifeln. Sebastian Vettel genießt seinen Sieg in vollen Zügen.

Noch ist der Vorsprung von Weltmeister Lewis Hamilton an der Spitze der WM-Wertung mit 41 Punkten einigermaßen komfortabel. Doch nach dem ersten Ausfall seit über einem Jahr schleichen sich beim britischen Mercedes-Star in Singapur langsam Zweifel an der erfolgreichen Titelverteidigung ein. (DATENCENTER: Fahrerwertung)

Dagegen präsentiert sich Sebastian Vettel nach seinem dritten Sieg in dieser Saison freudetrunken und warnt die Journalisten "nicht alles für voll" zu nehmen. (DATENCENTER: Das Ergebnis aus Singapur)

Nico Hülkenberg und Felipe Massa geben sich für den Unfall in der Frühphase des Rennens gegenseitig die Schuld.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Großen Preis von Singapur zusammen. 

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 1: 

"Der Champagner war sehr lecker auf dem Podium, also würde ich jetzt nicht alles für voll nehmen. Es war ein perfektes Wochenende, ich bin sehr glücklich. Mit dem Ergebnis haben wir nicht gerechnet. Mercedes hat sich auch im Rennen überraschend scher getan. Dafür hat Daniel Ricciardo von Beginn an Druck ausgeübt und gut auf seine Reifen aufgepasst. Das machte es gegen Ende der Stints sehr strategisch. Ich habe aber das Tempo kontrolliert, was auf dieser Strecke nicht einfach ist. Dass da plötzlich ein Spaziergänger an der Strecke auftaucht, ist natürlich sehr gefährlich. Ich komme da an und denke, ich seh' nicht richtig. Damit rechnet man natürlich überhaupt nicht. So was kann schnell in die Hose gehen."

Daniel Ricciardo (Red Bull), Platz 2:

"Wir sind nahe an den Sieg herangekommen. Deshalb können wir sehr stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Wir haben alles aus unseren Möglichkeiten herausgeholt. Seb hat wohl ein bisschen experimentiert. Beim Start zog er davon, merkte aber, dass ich gegen Ende des Stints näher kam. Im zweiten Stint nach der ersten Safety-Car-Phase verhielt er sich anders. Sein Tempo war aber gut. Ich glaube, wir hatten heute die zwei schnellsten Autos.  Das Safety-Car kam für uns heute zum ungünstigen Zeitpunkt heraus. Wenn es nicht in beiden Fällen genau im Boxenstoppfenster herausgekommen wäre, hätten wir eine Chance auf den Sieg gehabt."

Kimi Räikkönen (Ferrari), Platz 3:

"Am Freitag lief es ganz gut, gestern weniger. Ich war überrascht über den dritten Startplatz. Ich hatte gehofft, dass es heute besser laufen wird, aber letztlich war es wieder ein Kampf. Ich konnte mit den Piloten vor mir mithalten, aber dann haben die Reifen abgebaut. Mit den Problemen auf den dritten Platz zu fahren, ist toll. Wir haben jetzt die Chance, darauf aufzubauen."

Nico Rosberg (Mercedes), Platz 4:

"Das war ein großer Schreck (Motorenprobleme vor dem Start, Anm. d. Red.). Ich musste mein Prozedere ändern, was ich für den Start schon 150 mal geübt habe. Wenn ich das ganz normal gemacht habe, ist immer wieder der Motor ausgegangen. Es gab da irgendein Problem.  Nach dem ersten Boxenstopp habe ich mich sehr wohl gefühlt, aber dann hat der harte Reifen sehr stark abgebaut. Das war ganz komisch. Überwiegend ist die Enttäuschung, dass wir als Team so schlecht dastanden und unser Auto nicht top war."

Lewis Hamilton (Mercedes), Ausfall:

"Ich habe plötzlich Leistung verloren. Das Fahrgefühl war bis dahin aber fantastisch. Ich war sehr zufrieden und habe mich wohl gefühlt. Auch der Speed war da. Ich hatte heute das Potenzial, das Rennen zu gewinnen. Ich war richtig optimistisch, das Tempo konnte ich gut mithalten. Die Balance war gut. Ich wartete nur auf den Moment, um anzugreifen. Doch leider kam dieser Moment nicht. Stattdessen hatte ich Leistungsverlust. Ich dachte noch, dass sich das Problem schnell beheben lassen würde, aber dem war nicht so. Das setzt meinem Lauf, den ich in der Weltmeisterschaft hatte, natürlich ein Ende. Es ist noch ein langer Weg und viele Punkte, die noch zu verlieren sind."

Nico Hülkenberg (Force India), Ausfall:

"Ich war auf der Rennlinie und bin klar vorne in die Kurve reingefahren. Er (Felipe Massa, Anm. d. Red.) hat sich mit kalten Reifen einfach ein bisschen verbremst und sticht dann da rein. Er hat mich hinten links getroffen und damit mein Rennen beendet. Das ist natürlich sehr ärgerlich. Es war einfach ein dummes Ereignis. Ich weiß nicht, was ich hätte machen sollen. Ich war vorne, mir gehörte die Kurve. Ich war auf der Rennstrecke, während er gerade aus der Box kam. Ich habe ihn gesehen, aber ich war derjenige, der auf der Rennlinie fuhr."

Felipe Massa (Williams), Ausfall:

"Ich bin aus der Boxengasse gekommen und war in der ersten Kurve innen. Nico war rechts auf der Strecke. Als ich gebremst habe, ist er zu mir herübergezogen und mir ins Auto gefahren. Ich konnte nichts machen. Er hätte einfach rechts bleiben müssen, damit wir uns nicht berühren. Es war ein harter Crash, er ist über meinen Vorderreifen drübergefahren."

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