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AUTO-PRIX-JPN-F1
Sebastian Vettel muss sich in Suzuka mit Startplatz vier begnügen © Getty Images

München - Im Qualifying zum GP von Japan setzt es für Ferrari den erwarteten Dämpfer. Vettel bleibt dennoch optimistisch. Rosberg weiß, dass er seine Pole nutzen muss.

Sebastian Vettel wollte so gerne daran glauben.

Warum sollte er nach seinem Bravourstück in Singapur nicht auch in Suzuka den bislang dominierenden Mercedes-Piloten einheizen können?

"Ich hoffe, das Momentum bleibt auf unserer Seite", sagte er und fügte in Richtung der Silberpfeile an: "Wenn sie wieder Probleme haben, ist uns das ehrlich gesagt recht."

Doch die Hoffnungen haben sich zumindest im Qualifying nicht erfüllt. Da präsentierte sich Mercedes wieder so, wie sie es bisher in diesem Jahr größtenteils getan hatten: absolut dominant.

Chancenlos gegen Silber-Duo

Gegen Pole-Setter Nico Rosberg und Lewis Hamilton blieb der Ferrari-Star chancenlos. Mehr als sechseinhalb Zehntel fehlten ihm auf seinen Landsmann, nicht wesentlich weniger auf den Titelverteidiger. (DATENCENTER: Ergebnis des Qualifyings)

Selbst für die Position als erster Mercedes-Jäger reichte es für ihn nicht. Diese Rolle übernimmt beim Start zunächst erst einmal Williams-Lenker Valtteri Bottas, der Vettel auf Startplatz vier verdrängte.

"Wir sind mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Ich denke, beide Autos hätten vielleicht noch ein bisschen weiter vorne stehen können", zeigte sich der viermalige Weltmeister ein wenig ernüchtert – auch weil sein Teamkollege Kimi Räikkönen hinter Felipe Massa (Williams) nur auf die sechstbeste Zeit kam.

"Morgen werden unsere Hauptgegner die Williams und die Red Bulls sein. Ich denke, die Mercedes sind ein bisschen weiter weg ", schaut Vettel ohne viel Hoffnung auf einen weiteren Sieg auf das Rennen voraus. Und von WM-Chancen spricht er verständlicherweise auch nicht mehr.

Kleiner Hoffnungsschimmer

Aber Vettel wäre nicht Vettel, wenn er nicht auch im trüben Japan einen kleinen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Silberpfeile entdecken würde.

"Sie zu schlagen wird schwer, aber wer weiß, was passiert", sagte er bei Sky und fügte schmunzelnd an: "Ich habe gestern die Wetterschau geguckt im Fernsehen, aber ich habe leider kein Wort verstanden. Wir sind relativ nah am Meer, da kann immer viel passieren."

Und auch das Lob von Maurizio Arrivabene dürfte die Laune Vettels ein wenig verbessern. "Jetzt, da ich mit ihm arbeite, kann ich sagen, dass er in gewisser Weise besser als Schumacher ist. Vor allem vom Charakter her", schätzt ihn der Ferrari-Chef ein.

Gute Laune hatte auch sein Landsmann Rosberg. "Es war ein super Tag, es ist ganz toll gelaufen. Für unser Team war es ein gutes Comeback, weil Singapur echt hart war", strahlte er nach der 17. Pole-Position seiner Karriere, die er seiner Mutter zu deren Geburtstag widmete.

Nach der Pleite vor Wochenfrist war er aber vor allem erleichtert, "dass es nach wie vor richtig gut aussieht bei uns und dass wir nach wie vor ein tolles Auto haben. Unser Auto fährt wie auf Schienen."

Hamilton fühlt sich ausgebremst

Bei seinem Sieg im Qualifying profitierte er allerdings auch vom spektakulären Crash von Daniil Kwjat kurz vor dem Ende, den der Red-Bull-Pilot unverletzt überstanden hatte.

"Ich war bereits zwei Zehntel vorn, aber dann kam der Unfall und ich dachte mir nur: 'Mist!'", ärgerte sich Hamilton, der zu diesem Zeitpunkt auf seiner letzten schnellen Runde unterwegs war.

Für Rosberg war es nach dem GP von Spanien erst die zweite Pole-Position in dieser Saison. In Barcelona war er anschließend zum Sieg gefahren. Gleiches muss ihm auch in Japan gelingen, wenn er noch eine Chance im Titelkampf mit seinem Teamrivalen haben will.

Denn noch führt  Hamilton in der WM-Wertung recht komfortabel mit 41 Punkten Vorsprung.

Rosberg weiß, dass ihm jetzt nur noch Siege weiterhelfen: "Ich muss die Rennen gewinnen, und das ist ein guter Start."

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