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F1 Grand Prix of Belgium - Practice
Pastor Maldonado wird wohl auch im kommenden Jahr für Lotus fahren © Getty Images

Renault sichert sich für die kommende Saison wieder ein eigenes Werksteam, eine Legende soll mitmischen. Die finanzielle Krise von Lotus könnte der Vergangenheit angehören.

Der französische Motorenhersteller Renault steht offenbar kurz vor der Übernahme des Lotus-Rennstalls.

Wie Autosport berichtet, sollen noch in dieser Woche die Verträge für das neue Werksteam der Franzosen unterschrieben werden. Am Montag haben sich beide Parteien endgültig geeinigt.

Prost steigt ein

Demnach sollen 65 Prozent des Rennstalls an Renault veräußert werden, die dafür in den nächsten zehn Jahren ratenweise rund 90 Millionen Euro zahlen.

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Alain Prost fuhr von 1981 bis 1983 für Renault © Getty Images

Der aktuelle Mitbesitzer Gerard Lopez behält angeblich 25 Prozent, die restlichen zehn sollen für Renault-Botschafter und Formel-1-Legende Alain Prost vorgesehen sein.

Renault würde damit sein ehemaliges Werksteam und seinen Ex-Motorenpartner erwerben. Bis 2010 wurde am Hauptsitz in Enstone noch Boliden gebaut. 2005 und 2006 fuhr Fernando Alonso unter Teamchef Flavio Briatore zwei WM-Titel ein.

Offene Rechnungen in Millionenhöhe

Sollte der Deal noch in dieser Woche über die Bühne gehen, könnte auch die finanzielle Krise bei Lotus bald der Vergangenheit angehören.

Der britische Rennstall sitzt derzeit auf einer offenen Rechnung von PDVSA, dem staatlichen Ölkonzern Venezoelas, von rund 44,5 Millionen Euro. Der Ölkonzern sichert damit dem aktuellen Piloten Pastor Maldonado das Cockpit im Lotus.

PDVSA zahlte bereits im Voraus die Rechnung für die kommende Saison, für die Maldonado ebenfalls einen Vertrag besitzt.

Doch durch die Übernahme von Renault, das als Hauptsponsor das französische Mineralölunternehmen Total - Sponsor hinter dem zweiten Fahrer Romain Grosjean - mit an Bord holen will, war seine Zukunft offen.

Krise vor dem Ende?

Ohne die Millionen von PDVSA konnte Lotus zuletzt keine Rechnungen zahlen. Nach dem Rennen in Spa wurde sogar das Equipment von den belgischen Behörden beschlagnahmt, da es offene Forderungen von Ex-Ersatzfahrer Charles Pic gab.

Maldonado soll aber signalisiert haben, auch weiterhin für Lotus fahren zu wollen. Auch von Seiten Renaults sieht es derzeit danach aus, als würde der Vertrag mit dem Venezolaner eingehalten werden.

Damit wäre PDSVA verpflichtet, die offene Rechnung zu begleichen. Die "zweifellos finanziell schwierigste Saison", wie sie Lotus-Technikchef Alan Permane nach dem Grand Prix von Belgien nannte, könnte ein versöhnliches Ende nehmen.

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