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F1 Grand Prix of Japan - Practice
Sebastian Vettel haderte mit dem Dauerregen bei den ersten Trainingseinheiten © Getty Images

Der Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ist unzufrieden mit dem Trainingstag in Suzuka. Mercedes sieht sich dagegen auf der richtigen Spur. Der Regen bremst beide Teams aus.

Sebastian Vettel wirkte frustriert, als er nach den wenig aussagekräftigen ersten Ausfahrten im Dauerregen von Suzuka (Qualifying, Sa., ab 7.45 Uhr im LIVETICKER und Highlights ab 16.30 Uhr im TV auf SPORT1) mit ernster Miene aus der Ferrari-Garage marschierte.

"Mein Gefühl ist durchwachsen, es war nicht der beste Tag für uns", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister.

Anstatt nach seinem furiosen Sieg in Singapur schon am nächsten Coup gegen Branchenprimus Mercedes zu feilen, wurde der Heppenheimer in Japan zunächst vom Regen ausgebremst.

Vettel will erneut Mercedes ärgern

Trotzdem will der 28-Jährige im Rennen am Sonntag (ab 6.45 Uhr im LIVETICKER und Highlights ab 20.45 Uhr im TV auf SPORT1) wieder den Spielverderber geben und Weltmeister Lewis Hamilton und dessen Mercedes-Stallrivalen Nico Rosberg im Kampf um den Titel ärgern.

"Wir sind nicht die Favoriten. Aber wenn es wieder eine Chance gibt, wollen wir sie nutzen", sagte Vettel, der sich im Training mit Rang sechs begnügen musste: "Aber es ist schwer, bei diesen Bedingungen einen Vergleich zu ziehen."

"Das ist ein positiver Anfang"

Rosberg landete bei wechselhaften Bedingungen am Freitag auf dem zweiten Rang hinter dem Russen Daniil Kwjat (Red Bull), Hamilton wurde Dritter.

"Das ist ein positiver Anfang, aber wir wissen nicht, wo wir stehen. Wir müssen abwarten, ob es im Trockenen genauso aussieht", sagte Vizeweltmeister Rosberg. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen soll es trocken bleiben, die Karten dürften am Wochenende ganz neu gemischt werden.

Die Silberpfeile wollen auf dem Traditionskurs in Suzuka Wiedergutmachung betreiben, nachdem sie bei Vettels Triumph in Singapur vor einer Woche auf ganzer Linie versagt hatten.

Hamilton schied chancenlos mit einem Defekt aus, Rosberg wurde mit großem Rückstand nur Vierter. Dadurch kam der WM-Dritte Vettel (203 Punkte) in der Gesamtwertung bedrohlich nahe an Rosberg (211) heran, Hamilton (252) führt allerdings noch komfortabel. (DATENCENTER: Fahrerwertung)

Rosberg erwartet alte Mercedes-Stärke

Am Selbstbewusstsein hat sich bei Mercedes trotz des Rückschlags aber nichts geändert. "Es gibt sehr viele Indikatoren, die darauf hinweisen, dass wir dieses Wochenende wieder ganz normal dabei sein werden", sagte Rosberg. Man habe aus den Fehlern gelernt. Damit rechnet auch Vettel: "Es war eine Überraschung, Mercedes in Singapur so weit hinten zu sehen. Das wird hier nicht passieren."

Die Silberpfeile hatten in der Hitze von Singapur zwar große Probleme, doch in Suzuka ist die Situation eine ganz andere. Mit härteren Reifen dürfte der Konstrukteurs-Weltmeister auf der anspruchsvollen Strecke bessere Karten haben.

"Wir haben immer noch einen großen Rückstand auf sie, wir müssen einfach geduldig bleiben", forderte Vettel, der ein echter Suzuka-Experte ist. Der 42-malige Grand-Prix-Sieger gerät ins Schwärmen, wenn er über "die schönste Strecke der Welt" spricht.

Erinnerung an Bianchi fährt mit

Doch wie alle anderen Fahrer hat auch Vettel nicht nur schöne Erinnerungen an Japan.

Beim Rennen vor einem knappen Jahr verunglückte der Franzose Jules Bianchi und lag nach dem Horror-Crash, bei dem er am 5. Oktober 2014 auf nasser Fahrbahn unter einen Bergungskran gerutscht war, monatelang mit schwersten Kopfverletzungen im Koma. Mitte Juli starb der Marussia-Pilot in einer Klinik in Nizza, ohne je wieder das Bewusstsein erlangt zu haben.

Das Schicksal Bianchis bewegte in den vergangenen Tagen das gesamte Fahrerlager, doch die Piloten mussten sich nach und nach wieder auf ihren Job konzentrieren. "Es war ein sehr, sehr tragischer Tag, man wird ihn nie vergessen", erinnerte sich Vettel: "Ich hoffe und glaube, dass man daraus gelernt hat und dass so etwas nie wieder passiert."

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