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F1 Grand Prix of Hungary
Jules Bianchis Vater Philippe Bianchi trauert um seinen letztes Jahr in Japan verunglückten Sohn © Getty Images

Der Vater des verunglückten Jules Bianchi kann sich weder die Unfallbilder noch Formel-1-Rennen ansehen. Die kommenden Tage würden besonders schwer.

Philippe Bianchi hat den Tod seines Sohnes Jules unmittelbar vor der Rückkehr der Formel 1 nach Suzuka noch nicht verarbeitet.

"Diese Tage sind für unsere Familie besonders schwer, weil der Unfall von Jules nun gut ein Jahr her ist. Nicht nur wir vermissen Jules, seine Freunde, seine Fans auf der ganzen Welt, es ist sehr schwer", sagte Bianchi senior in einem Interview mit BBC Sport.

Für den Vater des am 5. Oktober 2014 beim Großen Preis von Japan verunglückten Marussia-Piloten ist es immer noch fast unmöglich, sich ein Rennen der Motorsport-Königsklasse anzusehen. "Vielleicht kann ich es in ein paar Monaten, vielleicht in Jahren, ich weiß es nicht", sagte der Vater in dem emotionalen Gespräch vor dem Rennen am Sonntag.

Mitte Juli war Jules Bianchi im Alter von nur 25 Jahren nach mehreren Monaten im Koma in einer Klinik in seiner Heimatstadt Nizza verstorben.

Er war auf regennasser Fahrbahn abgeflogen und unter einen Abschleppkran gerutscht. Dabei erlitt er schwerste Kopfverletzungen. "Letztlich mussten wir uns eingestehen, dass diese so schwer waren, dass an eine Genesung nicht mehr zu denken war", sagte Bianchi.

Erneut schilderte Bianchi auch, wie schwer der Verlust seines Sohnes für die gesamte Familie war. "Er hat jeden Tag mit mir und seiner Mutter telefoniert, vor einem Jahr riss das abrupt ab. Wir konnten uns nicht mehr umarmen. Er war ein so guter Junge, es ist einfach grauenvoll", sagte Philippe Bianchi.

Die Videoaufzeichnungen des Unglücks, das sich in Kurve sieben auf der Rennstrecke von Suzuka ereignete, hat die Familie bis heute nicht gesehen. "Ich kann auch keine Bilder angucken. Vielleicht schaffe ich das in ein paar Monaten, ich weiß es nicht", sagte Bianchi.

Die Fans gedachten Bianchi am Donnerstag in Suzuka mit Blumen, Fahnen und Selbstgebasteltem vor seiner früheren Box und in der Unglückskurve. Auch die Fahrer erinnerten sich an die Ereignisse im vergangenen Herbst zurück.

"Es war ein, sehr, sehr tragischer Tag, man wird ihn nie vergessen. Ich hoffe und glaube, dass man daraus gelernt hat und so etwas nie wieder passiert", sagte der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel. 

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