vergrößernverkleinern
Nico Rosberg (l.) ist aktuell nicht gut auf Teamkollege Lewis Hamilton (r.) zu sprechen
Nico Rosberg (l.) ist aktuell nicht gut auf Teamkollege Lewis Hamilton (r.) zu sprechen © Getty Images

Austin und München - Nico Rosberg ist stinksauer über das harte Manöver von Lewis Hamilton beim Start. Die Mercedes-Bosse pflichten Rosberg bei. Vettel hat das Gefühl zu fliegen. Die Stimmen.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg hatte nach dem Grand Prix der USA augenscheinlich wenig Lust auf die WM-Party von Lewis Hamilton.

Der Deutsche war immer noch stinksauer über Hamiltons hartes Manöver am Start, bei dem er seinen Teamkollegen an die äußerste Grenze der Fahrbahn gedrängt und sogar berührt hatte, was Rosberg einige Plätze kostete. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

Auch die Mercedes-Verantwortlichen Toto Wolff und Niki Lauda hielten das Manöver von Hamilton für "zu hart" und für Wolff wäre Rosberg sogar der "moralisch richtige" Sieger gewesen.

Während bei Mercedes also trotz des Titelgewinns von Hamilton die Funken fliegen, freut sich Sebastian Vettel über seine gelungene Aufholjagd, die ihn von Platz 14 bis auf das Podest nach vorne spülte. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Austin zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes, Platz 1):

"Es ist der größte Moment in meinem Leben. Ich bin euch so dankbar, Jungs. Mein Team hat in den vergangenen drei Jahren eine perfekte Arbeit abgeliefert, großartig. Ich bin im Moment einfach überwältigt. Ich erinnere mich an den Gewinn meiner ersten britischen Meisterschaft. Und jetzt bin ich dreimaliger Weltmeister. Unglaublich! Man darf nie aufgeben. Es gab heute Momente, an denen ich dachte, ich hätte das Rennen verloren. Nico ist während des Safety-Cars an die Box gekommen und war zeitweise sehr schnell. Ich habe aber nie gedacht, dass ich es nicht schaffen kann. Das bedeutet mir eine Menge. Vor allem mit Ayrton Senna gleichzuziehen, den ich so bewundere. Ich empfinde große Dankbarkeit."

Nico Rosberg (Mercedes, Platz 2):

"Ich verstehe nicht, warum mir plötzlich die Hinterräder durchgedreht sind. So etwas ist mir in der Form noch nie passiert. Ich muss erst schauen, ob ich selbst schuld bin. Es war sehr überraschend und heftig, weil ich mir sicher bin, dass ich es nach Hause hätte bringen können. Was mich aber nervt, ist der Start. Ich habe ein Recht auf ein Stück Strecke. Wenn mein Teamkollege dann extra so weit geht, dass er versucht in mich hineinzufahren, ist das ein Schritt zu weit."

Sebastian Vettel (Ferrari, Platz 3):

"Von so weit hinten nach vorn gefahren zu sein, ermutigt mich. Wir hatten ein tolles Auto und alle Erwartungen übertroffen. Als wir auf die Trockenreifen gewechselt haben, hatten wir zwei Runden, in denen ich das Gefühl hatte, zu fliegen. Das war ein Genuss. Aber natürlich fühlt es sich nicht gut an, nicht mehr um die WM kämpfen zu können. Gratulation an Lewis. Er hat das ganze Jahr über einen großartigen Job abgeliefert. Aber wir kommen Stück für Stück näher heran und greifen in der kommenden Saison wieder an."

Fernando Alonso (McLaren, Platz 11):

"Was heute beinahe passiert ist, wäre ein kleines Wunder gewesen, aber wir hatten in den letzten zehn Runden ein Motorproblem. Wir waren in der zweiten Runde eine Minute hinter dem vorletzten Auto, und dann waren wir zehn Runden vor dem Ende des Rennens Fünfter. Es fühlt sich besser an, mit anderen Autos zu kämpfen, aber an einem Tag, an dem wir konkurrenzfähig sind, sind all diese Probleme nicht willkommen."

Kimi Räikkönen (Ferrari, ausgeschieden):

"Ich habe eine feuchte Stelle übersehen und habe das Heck verloren. Der seitliche Einschlag war nicht hart, aber dann habe ich mich in der Werbebande verfangen. Ich habe dann mit dem Lenkrad versucht, die Bande loszuwerden. Die Bremsbelüftung vorne rechts war beschädigt, deswegen hat die Bremse überhitzt."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

"Das Manöver in Kurve eins war natürlich hart. Lewis hat sich am Funk gleich entschuldigt. Es war zu hart. Es war nass. Da ist es natürlich immer schwierig, die Kurve zu kriegen, aber das weiß Lewis ganz genau. Als Nico geführt hat, war das Ergebnis das moralisch richtige. Aber es ist anders gekommen."

Niki Lauda (Mercedes-Aufsichtsratschef):

"Das Manöver war zu hart - überhaupt keine Frage. Sie haben sich berührt, und er hat ihn rausgedrängt. Dass Nico mit diesem Manöver nicht zufrieden war, ist klar, und darüber wird man reden müssen. Das war aber nicht die Priorität seiner Wut. Das war nämlich sein eigener Fehler, der ihn zwei Tage lang wurmen wird. Nico war zu schnell unterwegs, war unter Druck und hat einen Fehler gemacht. Mir wäre Recht gewesen, wenn Nico gewonnen hätte. Aber dieser Fehler hat Lewis die WM gebracht."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel