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Nico Rosberg hat fünf Rennen vor Schluss 48 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton © Getty Images

Kitzbühel und München - Norbert Haug sieht den Titelkampf noch nicht als entschieden an und erinnert bei SPORT1 an eine eigene leidvolle Erfahrung. Auch Häkkinen schwärmt von Rosberg.

Die Ausgangslage ist so klar wie schwierig.

Fünf Rennen vor Saisonende kann Mercedes-Star Nico Rosberg nicht mehr aus eigener Kraft Formel-1-Weltmeister werden. Dafür ist der Rückstand auf seinen großen Rivalen und Teamkollegen Lewis Hamilton mit 48 Punkten zu groß (DATENCENTER: Fahrerwertung).

Doch chancenlos ist der Deutsche noch lange nicht.

"Nico muss sich auf Job konzentrieren"

"Es ist noch alles möglich. Nico muss sich auf seinen Job konzentrieren", sagte Norbert Haug, Ex-Motorsportchef der Silberpfeile, am Rande des Camp Beckenbauer.

Der 62-Jährige war über zwei Jahrzehnte lang in verantwortlicher Position bei Mercedes tätig und kennt Rosberg noch aus der gemeinsamen Zeit bestens.

Über den Status seines ehemaligen Schützlings innerhalb des Rennstalls sagt er: "Nico ist keine Nummer 2". Soll heißen, er wird sich - wenn überhaupt - erst in den Dienst seines Teamkollegen stellen, wenn er auch rechnerisch keine Chance hat.

Leidvolle Erfahrung

Haug jedenfalls weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, dass es "erst in der letzten Kurve vorbei" ist.

"2007 hatten wir mit Lewis Hamilton zwei Rennen vor Schluss 17 Punkte Vorsprung, da gab es noch 10 Punkte für den Sieg", erinnert er sich bei SPORT1: "Als die letzte Zielflagge gefallen ist, hatten wir mit beiden Fahrern, Hamilton und Fernando Alonso, einen Punkt Rückstand auf Weltmeister Kimi Räikkönen." Dieses Beispiel solle zeigen, "dass alles möglich ist".

Der Iceman hatte damals den bis dato letzten Fahrertitel für Ferrari geholt und eine Rivalität fortgesetzt, die Haug bei SPORT1 als "Klassiker" bezeichnet: "Wir hatten großartige Zeiten mit Michael Schumacher und Mika Häkkinen über viele Jahre."

Auch der Finne ist von Rosbergs Qualitäten überzeugt. "Nico ist ein großartiger Fahrer und hat in dieser Saison bislang tolle Leistungen gezeigt", sagte Häkkinen, der 1998 und 1999 mit McLaren-Mercedes zweimal Formel-1-Champion wurde.

Rosberg will kämpfen

Fahrer-Weltmeister mit den Silberpfeilen. Diesem Traum fährt Rosberg noch hinterher. Doch wie Haug will auch der Herausforderer selbst noch nichts von einer Entscheidung im Titelkampf wissen.

"Der Rückstand ist natürlich groß, aber ich kämpfe, und im Sport kann alles passieren", macht sich der gebürtige Wiesbadener im Interview mit dem französischen TV-Sender Canal+ Mut.

Dabei ist ihm durchaus bewusst, dass er im Kampf mit dem eigenen Teamkollegen auf Schützenhilfe angewiesen ist. "Es gibt immer noch die Ferraris. Es wäre wichtig, dass sie zwischen uns beiden ins Ziel kommen."

Dass das geht, hat der Große Preis von Monaco bewiesen. In Rosbergs Wahlheimat triumphierte er vor Sebastian Vettel und Hamilton. Diese Reihenfolge müsste sich in den verbleibenden fünf Rennen mehr als einmal wiederholen.

Schwer vorstellbar, aber nicht unmöglich.

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