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Mercedes feierte in Sotschi den Gewinn der Konstrukteurs-WM
Mercedes feierte in Sotschi den Gewinn der Konstrukteurs-WM © Getty Images

München - Die englischen Zeitungen feiern Lewis Hamilton und erklären Mercedes zur britischen Marke. Die Gazetten in Italien freuen sich über Ferraris Entwicklung. Pressestimmen.

Nach seinem Sieg in Sotschi ist Lewis Hamilton sein dritter Weltmeistertitel kaum mehr zu nehmen. (DATENCENTER: Fahrerwertung)

Die englischen Zeitungen feiern ihren Champion bereits und erklären Mercedes kurzerhand zur britischen Marke. Der McLaren taugt momentan schließlich nicht gerade als Vorzeigeprodukt.

Die Gazetten in Italien erkennen die Überlegenheit von Hamilton zwar fair an, werfen aber in freudiger Erwartung bereits einen Blick auf die nächste Saison. So schreibt "La Stampa": "Mercedes ist Weltmeister, doch im kommenden Jahr wird es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ferrari kommen."

SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Großen Preis von Russland zusammen.

ENGLAND

The Guardian: "Lewis Hamiltons Erfolg seit dem Wechsel zu Mercedes liegt wohl über seinen kühnsten Erwartungen. Mit seinem Sieg in Russland steht er nun kurz vor dem dritten Titel und damit der Einstellung von Jackie Stewarts britischem Rekord. Rosberg wird das Titelduell wohl erneut verlieren. In Sotschi tat er alles, was in seiner Macht lag, wurde dann aber von der Technik gestoppt."

The Telegraph: "Hamilton in Bestform. Die dicke Lady hat sich das Mikrofon geschnappt und ist bereit für den letzten Song. Hamilton ist nur eine Haaresbreite vom Titel entfernt. Für Rosberg war es grausam. Er eroberte die Pole auf beeindruckende Weise und glaubte fest an den Sieg, doch dann klemmte das Gas."

Daily Mail: "Lewis Hamiltons Nachmittag in Sotschi hätte nicht einfacher sein können, Nico Rosbergs mürrische Miene im Fahrerlager sagte alles aus. Wenn es zuvor einen Ausrutscher Hamiltons gebraucht hätte, um das Titelrennen offen zu halten, benötigt es nun eine komplette Kapitulation."

The Times: "Lewis Hamiltons Siegesparade ist bereits in Sicht, Nico Rosberg leidet. Für den besten britischen Export im Motorsport gab es von Wladimir Putin Küsse auf beide Wangen. Ein Sieg 'made in Großbritannien', mit Liebe nach Russland gebracht. Vergesst den dreizackigen Stern, diese Mercedes-Mannschaft ist so britisch, wie ein Bacon-Sandwich."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Hamilton ist Russlands Zar, doch Vettel rückt ihm näher. Vettel liegt auf Platz zwei in der WM - vier Rennen vor dem Ende. Wer hätte das gedacht? Mercedes' Überlegenheit ist selbstverständlich, das kann man über einen derartig wettbewerbsfähigen Ferrari nicht sagen, der in so kurzer Zeit viel aufgeholt hat. Ferrari ist nicht nur in der Lage, sich auf schnellen Rennkursen zu verteidigen, sondern kann auch angreifen."

Corriere dello Sport: "Hamilton fliegt in Richtung Titel, Ferrari in Richtung Zukunft. Ferrari wächst. Der Große Preis von Russland bezeugt die wiedergefundene Konkurrenzfähigkeit Ferraris. Hamiltons Vorsprung ist nicht angreifbar, doch Ferrari ist wieder ein Protagonist auf der Strecke, wie es Maranello seit Jahren nicht mehr war."

Corriere della Sera: "Vettel bestreitet eine WM, bei der er wieder einmal mit seiner bewussten Souveränität glänzt. Hamilton ist zwar nicht angreifbar, Vettels zweiter Platz ist absolut außerordentlich, wenn man die Leistungen des Teams vom vergangenen Jahr betrachtet."

La Stampa: "Die Formel 1 der Phänomene! Hamilton und Vettel: eine einmalige Show. Mercedes ist Weltmeister, doch im kommenden Jahr wird es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ferrari kommen. Vieles hängt natürlich von Maranellos Fortschritten in den nächsten Monaten ab. Es gibt noch viel zu arbeiten, Ferrari hat ein großartiges Auto und einen Meister wie Vettel."

Repubblica: "Den Konstrukteurstitel in der Tasche und den Pilotentitel praktisch in der Hand. Lewis Hamilton feiert einen süßen russischen Abend. Mercedes dominiert wie kein anderes Team und lässt den Rivalen nur Krümel und noch dazu recht wenige. Das bedeutet aber nicht, dass Ferrari nicht stark gewachsen ist. Doch trotz viele Fortschritte bleibt Mercedes der unbestrittene Herrscher der F1."

SPANIEN

Marca: "Wahnsinnsleistung von Sainz, die ohne Belohnung blieb. Hamilton ist fast schon virtueller Weltmeister bei 66 Punkten Vorsprung vor Vettel und noch vier ausstehenden Rennen. Rosbergs Aufgabe in der siebten Runde servierte Hamilton den Sieg auf dem Tablett."

AS: "Triumphaler Spaziergang von Hamilton in Sotschi mit einem Alonso der Elfter wird. Hamilton vergrößert seinen Abstand auf Vettel auf 66 Punkte und steht kurz vor seinem dritten WM-Titel. Und Vettel? Ja, Vettel! Wieder mal Vettel. Vettel beweist, dass seine vier WM-Titel bei Red Bull bei Ferrari ihre Fortsetzung finden könnten. Ein großer zweiter Platz für den vierfachen Weltmeister. Das Rennen hatte in Carlos Sainz noch einen anderen Helden, allerdings ohne glückliches Ende. Für Rosberg ist nach der Aufgabe die WM wohl gelaufen, da müsste schon ein Wunder geschehen."

Sport: "Hamilton streichelt am Titel. Der Engländer hat sich in Sotschi mit Autorität durchgesetzt. Bei Rosberg hat sich das Glück gewendet, als er wegen eines Defekts im Gaspedal aufgeben musste. Sainz wurde zum Pechvogel des Rennens."

El Mundo Deportivo: "Hamilton nur noch einen Schritt vor seinem dritten WM-Titel. Er steht vor seinem ersten Matchball in Austin/Texas. Carlos Sainz stand kurz davor, eine Meisterleistung abzuliefern, Alonso verpasst als Elfter knapp die Punkteplätze."

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: "Lewis Hamilton macht den wohl entscheidenden Schritt zur erfolgreichen Titelverteidigung. Es ist ausgerechnet das Gaspedal, das den Deutschen Nico Rosberg im Titelrennen der Formel 1 ausbremst. Ein defekter Dichtungsring machte in Sotschi die wohl letzte Hoffnung des Mercedes-Fahrers zunichte."

ÖSTERREICH

Kronenzeitung: "Crash-Grand-Prix in Sotschi macht Mercedes zum Weltmeister. Auch Hamilton liegt klar auf Titelkurs, Rosberg kann sich - wie schon öfters - den inoffiziellen Titel des größten Pechvogels des Rennens umhängen."

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