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In dieser Saison konnte Lewis Hamilton die Angriffe von Vettel zumeist abwehren © Getty Images

Austin - Trotz seiner starken Aufholjagd in Austin muss Sebastian Vettel Lewis Hamilton zum Titel gratulieren. 2016 will der Ferrari-Star den Spieß umdrehen.

Sebastian Vettel gratulierte brav dem "verdienten Champion" Lewis Hamilton zum nächsten WM-Titel. Doch dann war Schluss mit den Nettigkeiten.

"Wir kommen näher", sagte der Ferrari-Star nach seiner Galavorstellung beim Großen Preis der USA: "Das Ziel ist, es nächstes Jahr besser zu machen und bis zum Ende zu kämpfen."

Zwar war Hamilton in seinem überlegenen Mercedes in diesem Jahr noch zu stark für Vettel - doch das soll sich schon 2016 unbedingt ändern: "Hoffentlich können wir ihnen richtig Feuer machen."

Starke Aufholjagd in Austin

Schon in Austin hatte Vettel ordentlich Druck auf Hamilton gemacht. Nach einem Motorenwechsel musste er strafversetzt als 13. ins Rennen gehen, kämpfte sich dann aber bis auf Rang drei nach vorne und hätte so fast die Titelentscheidung auf das nächste Rennen in Mexiko vertagt.  (DATENCENTER: Rennergebnis)

"Sebastian hat wie ein Löwe gekämpft", schrieb die Gazzetta dello Sport anerkennend. Der Corriere dello Sport meinte: "Sebastian Vettel schwitzt und schafft eine wahnsinnige Aufholjagd vom 13. auf den dritten Platz nach drei Pit-Stops. Eine Spitzenleistung!"

Vettel selbst aber war zwiegespalten: "Ich habe gewissermaßen ein lachendes und ein, sagen wir zusammengekniffenes Auge." Dem Heppenheimer passte es gar nicht, Hamilton jetzt schon beim Feiern zusehen zu müssen: `Es fühlt sich etwas seltsam an, nun zu wissen, dass ich nicht mehr Weltmeister werden kann."  (DATENCENTER: Fahrerwertung)

"Alle Erwartungen übertroffen"

Doch mit bisher drei Saisonsiegen und dem zweiten Platz in der WM-Wertung noch vor dem zweiten Silberpfeil-Piloten Nico Rosberg "haben wir in diesem Jahr alle Erwartungen übertroffen", sagte der 28-Jährige.

Aber Vettel wäre nicht Vettel und damit viermaliger Weltmeister, wenn er nicht mehr will. Und natürlich kam auch in Texas die Frage nach den sieben Titeln seines Idols Michael Schumacher. Und da wurde Vettel plötzlich ganz nachdenklich, fast sentimental.

"Er war der Held meiner Kindheit. In vielerlei Hinsicht ist er noch immer mein Held", sagte Vettel und suchte nach den richtigen Worten. Seit seinem Amtsantritt bei Ferrari und dem Wissen, was dieser alles bei der Scuderia erreicht hat, sei der Respekt noch einmal gestiegen. "Natürlich ist es mein Ziel, mit Ferrari die WM zu gewinnen", sagte Vettel, aber "ich würde es nicht wagen, darüber nachzudenken, mit Michael gleichzuziehen."

Der Respekt vor Vettel ist nach seinem überraschend starken Debütjahr bei Ferrari jedenfalls groß. Bei Mercedes hat man den "Roten Jäger" für 2016 ganz oben auf der Liste der WM-Rivalen.

"Sebastian macht einen Top-Job und liefert immer wieder ab", sagte Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff. Nächste Saison will Vettel Hamilton und Co. dann so richtig das Fürchten lehren.

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