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F1 Grand Prix of USA - Qualifying
Lewis Hamilton muss seine Jagd auf die Pole-Position verschieben © Getty Images

Wegen anhaltend starker Regenfälle wird das Qualifying in Austin auf Sonntag verschoben. Das wird aber erst Stunden nach dem vorgesehenen Quali-Start entschieden.

Land unter in Austin: Ein heftiges Unwetter mit Starkregen und Überschwemmungen hat einen Schlagabtausch zwischen Lewis Hamilton (Mercedes) und Ferrari-Star Sebastian Vettel am Samstag verhindert.

Aus Sicherheitsgründen wurde das Qualifying vor dem möglicherweise entscheidenden Rennen um die WM beim Großen Preis der USA (So., ab 19.45 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 0 Uhr im TV auf SPORT1) verschoben. Der Kampf um die Poleposition in Texas soll nun kurz vor dem Rennen nachgeholt werden (ab 14.45 Uhr im LIVETICKER)

Die Ausläufer von Hurrikan "Patricia", der sich gerade über Mexiko austobt, ließen eine Zeitenjagd nicht zu. Der Himmel über dem "Circuit of the Americas" war pechschwarz, es regnete und stürmte ohne Unterlass.

Showeinlagen von Fahrern und Teams

Der Weltverband FIA verschob die Session am Samstag fünf (!) Mal um 30 Minuten nach hinten. Doch das Wetter wurde einfach nicht besser. Fahrer und Teams verbrachten die Wartezeit mit teils skurrilen Tanzeinlagen, angedeuteten Ruderwettbewerben oder einem improvisierten Bowlingspielchen mit Getränkedosen.

"Ich habe auch einen Boots-Führerschein", sagte Lotus-Pilot Romain Grosjean im Scherz. In der Toro-Rosso-Box sorgten Jos Verstappen und Carlos Sainz für einen Lacher. Die beiden Väter der
Stammpiloten Max Verstappen und Carlos Sainz jr. warfen sich in einen Rennoverall und setzten sich kurzerhand in die Autos ihrer Söhne.

Nico Rosberg und Niki Lauda spielten ein bisschen Fußball.

Letztmals fand das Qualifying an einem Sonntag beim Grand Prix von Australien 2013 statt. Auch in Japan (2004 und 2010) konnte am Samstag schon einmal nicht gefahren werden.

Hülkenberg aus Reihe 1?

Sollte das Qualifying in Austin auch am Sonntag nicht durchgeführt werden können, wird sich die Startaufstellung wohl nach dem Ergebnis des dritten freien Trainings richten. Dann stünde
Hamilton auf der Pole.

Der Brite hatte am Vormittag im Dauerregen und unter Ausschluss der Fans den stärksten Eindruck hinterlassen. Der Weltmeister und WM-Führende drehte auf der 5,513 km langen Strecke in 1:59,517
Minuten unter widrigen Bedingungen die schnellste Zeit.

In einem chaotischen Training landete Hamiltons ärgster WM-Verfolger Vettel (2:00,380) auf Platz zwei vor Force-India-Pilot Nico Hülkenberg (2:00,496). Weil Vettel aber infolge eines Motorenwechsels in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten versetzt wird, dürfte Hülkenberg dann sogar von Platz zwei starten.

Nico Rosberg (2:01,474) wurde Neunter, nachdem sich der Wiesbadener bei einem kleinen Unfall den Frontflügel beschädigt hatte

Dreher im Minutentakt

Auf der nassen Strecke gab es wegen Aquaplanings Dreher und Ausritte im Minutentakt. "Die Bedingungen werden ziemlich schlecht. Ich drehe und drehe mich", hatte Vettel an die Box gefunkt. 

Das dritte und letzte freie Training war wie geplant durchgezogen worden, obwohl die Streckenbetreiber zuvor bekannt gegeben hatten, dass die Eingangstore für die Fans aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben würden. Das sorgte unter den Anhängern für großen Unmut. Schon am Freitag war das zweite freie Training ins Wasser gefallen.

Hamilton kann bereits in Austin erneut Weltmeister werden. Der Silberpfeil-Pilot hat vor dem 16. von insgesamt 19. Saisonrennen mit 302 gewonnenen Punkten 66 Zähler Vorsprung auf Vettel und 73
auf seinen Teamkollegen Rosberg. 

Nach dem Rennen in Texas braucht Hamilton 75 Punkte Vorsprung auf seine Rivalen, um nach 2008 und 2014 wieder Weltmeister zu werden. Gewinnt Hamilton, und Vettel kommt nicht über Platz drei
hinaus, setzt er sich erneut die Krone auf. Vettel geht zudem mit einem Handicap ins Rennen. Wegen eines Motorenwechsels wird der 28-Jährige um zehn Plätze strafversetzt.

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