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In Mexiko kommt es erneut zum Startduell zwischen Nico Rosberg (r.) und Lewis Hamilton (l.)
In Mexiko kommt es erneut zum Startduell zwischen Nico Rosberg (r.) und Lewis Hamilton (l.) © Getty Images

München und Mexiko-Stadt - Eine Woche nach dem Zoff in Austin kommt es in Mexiko erneut zum Startduell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Über einen Scherz von Vettel können beide nicht lachen.

Ein kleiner Scherz von Sebastian Vettel nach dem Qualifying in Mexiko reichte, um zu zeigen, wie angespannt die Situation bei Mercedes aktuell ist.

"Könnt ihr beide sicherstellen, dass ihr euch ins Auto fährt, damit ich durchschlüpfen kann?", fragte der Ferrari-Pilot seine beiden Mitstreiter auf der Pressekonferenz.

Während die Journalisten lachten, hatten Pole-Setter Nico Rosberg und Weltmeister Lewis Hamilton große Mühe, sich auch nur zu einem gequälten Lächeln durchzuringen. Blickkontakt gab es zwischen den beiden Teamkollegen wie bereits beim unterkühlten Handshake nach dem Qualifying keinen.

Erneutes Startduell wahrscheinlich

Vettel dürfte die wortlose Antwort gefallen haben. Denn die Reaktion von Rosberg und Hamilton zeigte, dass beide die Startaffäre aus Austin längst nicht vergessen haben. Dort hatte sich der Brite in einem – nicht zum ersten Mal - hartem Manöver gegen Rosberg durchgesetzt, worüber sich der Deutsche heftig beschwerte.

Nur eine Woche später könnte es nun in Mexiko zwischen den beiden Teamkollegen erneut zum erbitterten Duell in Kurve eins kommen.

"Der Weg zur ersten Kurve ist lang, da werden wir einen schönen Kampf ausfechten", sagte Rosberg, der wahrscheinlich nicht erneut zurückstecken wird – besonders, nachdem die WM sowieso endgültig verloren ist.

Wolff: Wut macht Rosberg schneller

Auf einen gönnerhaften Hamilton darf Rosberg auch nicht hoffen. "Ich bin hier, um das Rennen zu gewinnen“, sagte der Brite vor einigen Tagen und fügte hinzu, dass er nicht wissen soll, welchen Nutzen es für das Team hätte, wenn er Rosberg helfen würde.

Hamiltons Weigerung der von Rosberg geforderten Aussprache nachzukommen, dürfte die Laune des Deutschen ebenfalls kaum gebessert haben. Doch schenkt man Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff Glauben, hat das Rosberg sogar noch schneller gemacht: "Er ist wütend. Man muss nur ein bisschen angefressen sein, dann geht das."

Ein wütender Rosberg gegen einen selbstbewussten Weltmeister Hamilton, ein neuer Zusammenstoß zwischen den beiden scheint da fast vorprogrammiert.

"Ja, sie werden sich irgendwann wieder ins Auto fahren, aber das gehört dazu", sagte Wolff sogar am Samstag.

Reifenverschleiß spricht für Vettel

Sebastian Vettel hofft dann, der lachende Dritte sein zu können. Dabei soll ihm auch der Reifenverschleiß in die Karten spielen. Schließlich ist Ferrari bekannt dafür, mit den Reifen schonender als der Mercedes umzugehen.

Die Longruns am Freitag haben zudem gezeigt, dass Ferrari im Renntrimm auf einem ähnlichen Niveau wie die beiden Mercedes unterwegs ist. "Mit den Reifen wird es vielleicht nicht ganz einfach, deshalb glaube ich, dass wir da was machen können. Das wird auf jeden Fall noch einmal spannend", sagte Vettel nach dem Qualifying.

Der viermalige Weltmeister hofft, dass er die beiden Mercedes dank besseren Reifenmanagements im Laufe des Rennens angreifen kann – natürlich nur, falls diese Vettels Bitte nicht doch nachkommen und bereits kurz nach dem Start den Weg für ihn freimachen.

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