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F1 Grand Prix of Russia
Sebastian Vettel kletterte durch den zweiten Platz in Sotschi auch in der WM-Wertung auf Rang zwei © Getty Images

München - Seinen zweiten Platz in Sotschi feiert Sebastian Vettel wie ein Sieg. Er ist zu Scherzen aufgelegt und macht dem Konstrukteurs-Weltmeister eine Kampfansage.

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton hatten mächtig viel Spaß nach dem Rennen in Sotschi. Nicht nur wegen der lustigen russischen Mützen, die sie sich vor der Siegerehrung auf ihre Köpfe setzen mussten.

Der Mercedes-Pilot machte mit seinem Sieg beim Russland-GP den wohl letzten entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Titelverteidigung, und Vettel freute sich über einen weiteren Podestplatz in dieser Saison.

F1 Grand Prix of Russia
Da freut sich der russische Präsident Putin: Vettel mit landesüblicher Pelzmütze auf dem Kopf © Getty Images

Dass er mit nun 66 Punkten Rückstand bei vier ausstehenden Rennen bestenfalls noch Außenseiterchancen auf den Titel hat, störte ihn genauso wenig wie die Aussage von Hamilton, der sich einen härteren Kampf um den Sieg gewünscht hätte.  (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

Zum vierten Mal in Folge auf dem Podium

Fürs Erste gibt er sich damit zufrieden, dass er nun schon zum vierten Mal in Folge ein Rennen unter den besten Drei beendete. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis).

"Ich habe nicht gezählt, aber das sind gute Nachrichten", strahlte der viermalige Weltmeister beim Interview auf dem Podium - und wurde dann gleich noch richtig keck.

"Ich habe gehofft, dass ich Lewis noch bekommen könnte, aber er war zu schnell und hat wohl am Ende noch langsam gemacht", sagte Vettel, der nach seinem zweiten Platz wie aufgedreht wirkte und sämtliche Hostessen gleich mit zur anschließenden Pressekonferenz schleppte.

Vorbei an Rosberg auf Platz zwei

Seine Freude rührte wohl auch daher, dass er in der Gesamtwertung nun an Pechvogel Nico Rosberg vorbei auf Platz zwei vorgerückt ist. Der Mercedes-Pilot konnte diesmal zwar seine Pole-Position verteidigen, fiel aber schon kurz nach dem Start wegen eines defekten Gaspedals aus.

Doch Vettel profitierte nicht nur von den Problemen der Rivalen, er zeigte auch eine über weite Strecken fehlerlose Leistung.

Nachdem er den Start etwas verschlafen hatte und auf Platz fünf zurückgefallen war, startete er eine erfolgreiche Aufholjagd.

Clevere Strategie

Auch das Team trug diesmal mit einer cleveren Taktik dazu bei. Nachdem Valtteri Bottas vor dem herannahenden Deutschen an die Box "geflüchtet" war, ließ es Vettel so lange auf der Strecke, bis der Vorsprung auf den im Verkehr feststeckenden Williams-Piloten groß genug war, um nach dem anschließenden Boxenstopp wieder vor ihm zurückzukommen.

"Es war ein großartiger Stopp, aber auch eine tolle Strategie", lobte Vettel seine Crew für den entscheidenden Schachzug im Kampf um Platz zwei.

Dabei aber will es der Hesse nicht bewenden lassen. "Wir wollen Mercedes noch einen guten Kampf liefern, im Moment sind sie noch etwas davor. Wir sind aber auf einem guten Weg", sagte er.

Dass ausgerechnet eine nachträgliche Strafe gegen seinen Teamkollegen dem großen Rivalen zum vorzeitigen Gewinn des Konstrukteurs-Titels verhalf, erfuhr er erst später.

Kimi Räikkönen wurde für den Unfall kurz vor Schluss mit Bottas verantwortlich gemacht und mit einer 30-Sekunden-Strafe belegt. So fiel der "Iceman" noch so weit zurück, dass Ferrari in den verbleibenden vier Saisonrennen auch theoretisch keine Chance mehr auf den Titel hat.

Ferrari plant Angriff auf Mercedes

Der große Angriff auf die Silberpfeile ist aber sowieso erst für das kommende Jahr geplant.

Bis dahin will Vettel Mercedes noch den einen oder anderen Dämpfer verpassen.

Und wenn er sich bis zum Saisonende zumindest vor einem der beiden Mercedes-Lenker behaupten kann, wäre das nicht die schlechteste Form der Kampfansage für 2016.

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